Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung
22.06.2026 52 min Klaus Reichert
Zusammenfassung & Show Notes
Am konkreten Projekt mit Innovationscoaching nachhaltig innovativer werden und strukturiert Methoden, Teams & Führungskräfte entwickeln - ganz einfach mit meinem geförderten Beratungsprogramm. Der Link zum nächsten Schritt: https://www.klausreichert.de/coaching/
-------------------------------------------------
-------------------------------------------------
Das Abwarten oder Ignorieren von AI ist für KMU definitiv keine Lösung mehr. Die Episode vermittelt wertvolle Erkenntnisse, wie ein strukturierter KI-Workshop Unternehmen dabei hilft, Risiken zu minimieren und den KI-Einsatz KMU sicher zu gestalten.
Episode 166 des Smart Innovation Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung. Dr. Klaus Reichert, kreativer Innovationscoach aus Baden-Württemberg, begrüßt den KI-Berater Jürgen Kroder. Er ist Ein-Mann-Marketing-Agentur mit KI-Team, Betreiber des Blogs KI-Känguru und erläutert praxisnah die Potenziale von neuen Arbeitsweisen wie Vibe Working.
Kapitelübersicht und Zeitmarken
00:00 Start und das Risiko von Schatten-KI im Unternehmen
00:03 Begriffsklärung und Praxis: Vibe Working und Vibe Coding
00:07 Datenschutz, Datensicherheit und rechtliche Haftung für KMU
00:12 Digitalisierung planmäßig gestalten statt blind Tools kaufen
00:16 Menschen im Change-Prozess mitnehmen durch konkrete Use Cases
00:24 Der Weg zur KI-Beratung und die Entstehung des Blogs KI-Känguru
00:29 Das RTF Framework für zielgerichtetes Prompting
00:37 Markensprache erhalten und KI im internen Wissensmanagement nutzen
00:45 Die Zukunft der Arbeit: Verdrängung oder Ergänzung durch AI
Vertiefende Erläuterung der Gesprächsinhalte
Gefahren von Schatten-KI und mangelndem Datenschutz
In vielen Betrieben etabliert sich bereits eine unkontrollierte Schatten-KI, da Mitarbeiter ohne klare Richtlinien kostenlose AI-Tools nutzen. Jürgen Kroder warnt ausdrücklich vor den Risiken im geschäftlichen Kontext: Wenn ein Produkt nichts kostet, bist du das Produkt, oder die Daten, die da eben reingehen. Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse in kostenlosen Versionen hochzuladen, kann zu gravierenden Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung führen. Die Einführung von KI-Lösungen darf laut Kroder nicht die alleinige Entscheidung der IT-Abteilung sein. Da es um Compliance, Haftung und Datenschutz geht, steht die Geschäftsführung in der persönlichen Verantwortung und kann sich im Ernstfall nicht herausreden. Eine professionelle Innovationsberatung hilft KMU, diese Chancen strukturiert zu realisieren.
Eine Arbeitswelt mit Vibe Working und dem RTF Framework
Der aktuelle Begriff Vibe Working leitet sich vom Programmiertrend Vibe Coding ab. Der Mensch schreibt dabei nicht mehr mühsam Zeile für Zeile selbst, sondern agiert wie ein Dirigent, der die verschiedenen KI-Tools koordiniert und steuert. Für die effiziente Kommunikation mit großen Sprachmodellen empfiehlt der KI-Experte das RTF Framework. Die Abkürzung steht für Role, Task und Format. Anwender sollten der AI zuerst eine klare Fachrolle zuweisen, danach die konkrete Aufgabe stellen und schließlich das gewünschte Ausgabeformat exakt vorgeben. Zudem betont Kroder, dass das erste Ergebnis einer KI immer nur als rohe Masse und erstes Konzept zu betrachten ist. Erst durch den anschließenden interaktiven Austausch entsteht echte Qualität in der Produktentwicklung.
Wissensmanagement und die menschliche Rolle im Digitalisierungsprozess
KI-Tools bieten enorme Vorteile für das interne Wissensmanagement und das Onboarding neuer Mitarbeiter im Mittelstand. Komplexe Betriebsanleitungen, Richtlinien oder firmeninterne Dokumente lassen sich in eine geschützte KI-Datenbank einspeisen. Mitarbeiter können das System danach in natürlicher Sprache befragen und komplexe Inhalte auf das Niveau eines Zwölfjährigen eindampfen oder in verschiedenen Sprachen nutzen. Bezüglich der weit verbreiteten Angst vor dem Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI positioniert sich Kroder differenziert. Er rät Unternehmen davon ab, KI rein für Personalentlassungen zu nutzen. Sinnvoller ist es, die Technologie als zusätzlichen virtuellen Mitarbeiter zu betrachten, der repetitive Aufgaben übernimmt und Freiräume für anspruchsvollere Tätigkeiten schafft.
--
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/anwendung-von-ki-im-unternehmen-als-naechste-schritte-der-digitalisierung/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Episode 166 des Smart Innovation Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung. Dr. Klaus Reichert, kreativer Innovationscoach aus Baden-Württemberg, begrüßt den KI-Berater Jürgen Kroder. Er ist Ein-Mann-Marketing-Agentur mit KI-Team, Betreiber des Blogs KI-Känguru und erläutert praxisnah die Potenziale von neuen Arbeitsweisen wie Vibe Working.
Kapitelübersicht und Zeitmarken
00:00 Start und das Risiko von Schatten-KI im Unternehmen
00:03 Begriffsklärung und Praxis: Vibe Working und Vibe Coding
00:07 Datenschutz, Datensicherheit und rechtliche Haftung für KMU
00:12 Digitalisierung planmäßig gestalten statt blind Tools kaufen
00:16 Menschen im Change-Prozess mitnehmen durch konkrete Use Cases
00:24 Der Weg zur KI-Beratung und die Entstehung des Blogs KI-Känguru
00:29 Das RTF Framework für zielgerichtetes Prompting
00:37 Markensprache erhalten und KI im internen Wissensmanagement nutzen
00:45 Die Zukunft der Arbeit: Verdrängung oder Ergänzung durch AI
Vertiefende Erläuterung der Gesprächsinhalte
Gefahren von Schatten-KI und mangelndem Datenschutz
In vielen Betrieben etabliert sich bereits eine unkontrollierte Schatten-KI, da Mitarbeiter ohne klare Richtlinien kostenlose AI-Tools nutzen. Jürgen Kroder warnt ausdrücklich vor den Risiken im geschäftlichen Kontext: Wenn ein Produkt nichts kostet, bist du das Produkt, oder die Daten, die da eben reingehen. Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse in kostenlosen Versionen hochzuladen, kann zu gravierenden Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung führen. Die Einführung von KI-Lösungen darf laut Kroder nicht die alleinige Entscheidung der IT-Abteilung sein. Da es um Compliance, Haftung und Datenschutz geht, steht die Geschäftsführung in der persönlichen Verantwortung und kann sich im Ernstfall nicht herausreden. Eine professionelle Innovationsberatung hilft KMU, diese Chancen strukturiert zu realisieren.
Eine Arbeitswelt mit Vibe Working und dem RTF Framework
Der aktuelle Begriff Vibe Working leitet sich vom Programmiertrend Vibe Coding ab. Der Mensch schreibt dabei nicht mehr mühsam Zeile für Zeile selbst, sondern agiert wie ein Dirigent, der die verschiedenen KI-Tools koordiniert und steuert. Für die effiziente Kommunikation mit großen Sprachmodellen empfiehlt der KI-Experte das RTF Framework. Die Abkürzung steht für Role, Task und Format. Anwender sollten der AI zuerst eine klare Fachrolle zuweisen, danach die konkrete Aufgabe stellen und schließlich das gewünschte Ausgabeformat exakt vorgeben. Zudem betont Kroder, dass das erste Ergebnis einer KI immer nur als rohe Masse und erstes Konzept zu betrachten ist. Erst durch den anschließenden interaktiven Austausch entsteht echte Qualität in der Produktentwicklung.
Wissensmanagement und die menschliche Rolle im Digitalisierungsprozess
KI-Tools bieten enorme Vorteile für das interne Wissensmanagement und das Onboarding neuer Mitarbeiter im Mittelstand. Komplexe Betriebsanleitungen, Richtlinien oder firmeninterne Dokumente lassen sich in eine geschützte KI-Datenbank einspeisen. Mitarbeiter können das System danach in natürlicher Sprache befragen und komplexe Inhalte auf das Niveau eines Zwölfjährigen eindampfen oder in verschiedenen Sprachen nutzen. Bezüglich der weit verbreiteten Angst vor dem Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI positioniert sich Kroder differenziert. Er rät Unternehmen davon ab, KI rein für Personalentlassungen zu nutzen. Sinnvoller ist es, die Technologie als zusätzlichen virtuellen Mitarbeiter zu betrachten, der repetitive Aufgaben übernimmt und Freiräume für anspruchsvollere Tätigkeiten schafft.
--
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/anwendung-von-ki-im-unternehmen-als-naechste-schritte-der-digitalisierung/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Transkript
Klaus Reichert: Was wir sagen können,
abwarten oder nicht machen, ist definitiv
keine Lösung, was AI oder KI angeht.
Jürgen Kroder: Nee, es ist definitiv
keine Lösung, jetzt wie so oft
irgendwas nur abzuwarten, auszubremsen
und zu sagen: "Ja, das mache ich
mal morgen, mache ich mal nächstes
Jahr." Nee, das ist keine Lösung.
Zumal auch da wieder das nächste Buzzword
irgendwie, es hat sich ja mittlerweile
schon eine Shadow AI oder Schatten-KI
in vielen Unternehmen etabliert.
Klaus Reichert: Innovation entwerfen
und Zukunft einfach machen.
Hallo, Klaus Reichert hier.
Ich bin unabhängiger Berater, kreativer
Business Coach und erfahrener Experte
für Smart Innovation und Business Design.
Ich arbeite remote aus
Baden-Württemberg heraus.
Gemeinsam mit engagierten
Innovationsverantwortlichen und ihren
Teams mache ich Unternehmen innovativer.
Von Visionen, über frische Ideen
und agilen Innovationsmethoden hin
zur Innovationsstrategie, neuen
Geschäftsmodellen, nachhaltigen
Produkten und digitalen Services.
So entstehen innovative,
agile Organisationen mit
Vision, Dynamik und Energie.
Sowie den passenden Vorgehensweisen,
Neues auch enkeltauglich zu entwerfen
und Zukunft einfach zu machen.
Im Smart Innovation Podcast
spreche ich mit engagierten und
kreativen Menschen über Innovation,
Unternehmertum und Verantwortung,
gerade im Kontext des Klimawandels.
Bei unseren Live-Aufnahmen
zum Innovationspodcast können
Interessierte Fragen stellen.
So wird Innovation lebendig
und einfach umsetzbar.
Denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.
Mein Gesprächspartner ist Jürgen Kroder.
Er ist KI-Coach und wir kennen
uns schon sehr lange, haben viel
zusammengearbeitet und ich bin froh,
dass er sich heute die Zeit nimmt, mit
mir über seine KI-Beratung zu sprechen.
Hallo Jürgen, schön, dass
du heute mit dabei bist.
Jürgen Kroder: Hallo Klaus, sehr schön,
dich mal wieder zu sehen und zu hören.
Klaus Reichert: Es ist ja immer
auch so viel los, dass das ganz
schön schwierig manchmal ist.
Vor allem auch im, mit vielen, vielen
neuen Themen und, äh, Dingen, die
auf einen zukommen, ja, wenn man
sich intensiv damit beschäftigt.
Da ist KI natürlich eines, AI.
Ähm, ich find's spannend, dass
AI sich noch nicht als Begriff in
Deutschland durchgesetzt hat, aber mal
sehen, wahrscheinlich kommt's noch.
Ich hoff, dass es noch kommt.
Also KI ist heute unser Thema.
KI ist 'n Hype-Thema.
Ähm, viele Unternehmen, äh, KMU grade
auch, beschäftigen sich damit, äh,
fangen irgendwie an, machen was,
wie auch immer, haben viele Fragen.
Manche machen's absichtlich
nicht und, und, und.
Da hast du sicher auch immer
wieder damit zu tun und da
wollen wir heute drüber sprechen.
So was so da-dann so Themen sind, was
Einstiegsmöglichkeiten sind, ähm, sodass
man dann im Grunde mitnimmt, wie man gut
damit anfangen kann mit der KI-Nutzung
im mittelständischen Unternehmen.
Hab ich das so richtig zusammengefasst?
Jürgen Kroder: Ja, hast du sehr
gut zusammengefasst, Klaus.
Und, ich hab mir so als großes Buzzword
heute mitgenommen das Thema Vibe Working.
Klaus Reichert: Vibe Working.
Können wir gleich etymologisch klären
Also Wein, Vibe und Gesang oder was?
Jürgen Kroder: Nicht ganz.
Also Vibe, also das englische
Vibe für, was heißt denn das?
Gefühl.
Also V-I-B-E.
Und da hat sich ja vor paar Monaten
in der Bubble, in der KI-Bubble ja
das, ähm, Wort Vibe Coding entwickelt.
Das, äh, verwenden dann viele
Programmierer, seitdem KI-Tools
sehr stark geworden sind.
Das heißt, die schreiben jetzt nicht
mehr Zeile für Zeile ihre ganzen
Programmcodes, sondern interagieren
eben mit den verschiedenen KI-Tools
und die KIs schreiben dann den Code
und der Programmierer ist dann quasi
wie der Dirigent beim Orchester,
der, der dem KI-Tool vorgibt, was
er denn jetzt für 'ne App oder
Lösung oder sonst was haben möchte.
Und dann hat es so seinen
eigenen Vibe, in dem man so mit
so einer KI sich austauscht.
Und dieser Begriff Vibe Coding wurde jetzt
in Vibe Working quasi weiterentwickelt,
wie eben die Angestellten einer Firma,
aber auch Freelancer im interaktiven
Austausch in der Kommunikation mit
der KI ihre Arbeit erledigen können.
Klaus Reichert: Also ein Buzzword,
äh, hetzt das nächste sozusagen.
Hört sich auch nett an, ne.
Vibe, äh, hat so ein bisschen was
von, von Good Vibrations und so was.
Ich denk jetzt grad an Strand,
Beach Boys, Surfen und so.
Ähm, da kommt mir jetzt Arbeit gar
nicht so in den Kopf, aber Vibe
Working, schwierig auszusprechen.
Da bin ich jetzt schon
sehr drauf gespannt.
Jürgen Kroder: Genau, und ich glaub
auch, das ist so mit dieser Hintergedanke
von diesem Anglizismus, wie so oft,
da wird halt einfach was bisschen
schöner beschrieben als es ist.
Man hätte auch tausend andere Begriffe
verwenden können und darum geht's ja,
was uns so die ganzen großen KI-Firmen
verkaufen oder schmackhaft machen wollen.
Sie sagen: "Hier, guck mal, ihr habt die
neuen smarten Assistenten an eurer Seite.
Ihr könnt euch quasi
zurücklehnen, ihr lieben User.
Die KI macht alles für euch.
Die nimmt euer Leben, euer Arbeitsleben,
alles nimmt die KI für euch ab."
Klaus Reichert: Super.
Jürgen Kroder: Ja, super.
Das heißt, wir können jetzt auch
gleich aufhören, hier zu reden.
Das, den Rest macht 'ne KI.
Da unterhalten sich dann zwei
KI-Tools miteinander und am Ende
haben wir einen fertigen Podcast.
Klaus Reichert: Ja Moment, das ist,
das sind jetzt schon zwei KI-Tools,
die sich gerade unterhalten.
Jürgen Kroder: Ah, verdammt,
du hast es entlarvt.
Klaus Reichert: Ja, aber das Spannende
ist, es gibt ja tatsächlich solche
Tools, die das so können, die so 'n
Gespräch dann auch führen, wie wir das
jetzt grade führen, in so 'nem ähnlich
plaudernden Ton, ja, und mit Fragen und
hast du schon gewusst, das und so, ne.
Also das ist schon, schon
extrem spannend, was da halt
einfach mittlerweile alles geht.
Jürgen Kroder: Genau, das stimmt.
Also ich hab das auch schon
sehr viel ausprobiert.
Das ist unter anderem das
Tool NotebookLM von Google.
Ähm, da kann man eben Texte,
verschiedene Informationsquellen
reingeben und dann sagen: „So, ich
hab dir jetzt mal 50 Quellen zu dem
Thema gegeben. Schau's dir mal an und
bezieh dich nur auf diese Quellen und
erstell mir daraus einen Podcast."
Früher ging das nur in Englisch.
Ich glaub, mittlerweile geht das
in Deutsch und das ist, wie du
es beschreibst, faszinierend.
Da unterhält sich 'ne Frau
und 'n Mann über dieses Thema.
Die lachen, die schäkern, die bringen
Wortwitze rein, die stottern auch mal.
Wenn man's nicht wüsste, würde
man echt glauben, das ist echt.
Echt fantastisch, ja.
Klaus Reichert: Mhm.
Und was spannend ist, es mag's,
also es wird natürlich, es muss
nicht unbedingt die tiefe Recherche
von diesem Material ersetzen, äh,
von dem du grad gesprochen hast.
Also wenn ich jetzt zum Beispiel,
ähm, 50 Berichte, Papers oder was auch
immer da, da reinlade als zum Beispiel
PDF, dann, ähm, werd ich nicht alles
mitbekommen in diesem zum Beispiel zehn
Minuten Podcast, der daraus entsteht.
Aber ich krieg eine gute
Einführung, 'n guten Überblick.
Ich krieg, ähm, ich, ich spar
sozusagen sehr viel Zeit, äh, um
in 'n neues Thema reinzukommen.
Und das, find ich, ist halt
eine der großen Sachen, solang
man jetzt nicht glaubt, dass
damit alles schon erledigt ist.
Jürgen Kroder: Genau, man kann ja
die Informationen, die man braucht,
sich anders vermitteln lassen.
Und wer hat schon die
Zeit, alles zu lesen?
Weil das machen ja viele Menschen, die
haben lange Dokumente, Regularien zum
Beispiel, Gesetze, die durchzulesen
sind und dann lassen sich das
von der KI zusammenfassen, aber
dann haben sie am Ende immer noch
einen Text zum Lesen in der Regel.
Und so kann man sich das als Podcast
oder in irgendeiner anderen Audioform
ausgeben lassen und dann auf dem
Weg zur Arbeit einfach sich anhören.
Klaus Reichert: Wir haben jetzt nur eins
von diesen vielen, vielen, vielen Tools,
die es gibt, wo es auch laufend neue gibt.
Manche verschwinden auch
wieder, gerade angesprochen.
Was wir sagen können, abwarten oder
nicht machen, ist definitiv keine
Lösung, was AI oder KI angeht.
Jürgen Kroder: Nee, es ist definitiv
keine Lösung, jetzt wie so oft
irgendwas nur abzuwarten, auszubremsen
und zu sagen: "Ja, das mache ich
mal morgen, mache ich mal nächstes
Jahr." Nee, das ist keine Lösung.
Zumal auch da wieder das nächste Buzzword
irgendwie, es hat sich ja mittlerweile
schon eine Shadow AI oder Schatten-KI
in vielen Unternehmen etabliert.
Das heißt, das ist auch wieder
abgeleitet von dem anderen
Begriff, nämlich der Schatten-IT.
Das ist, wenn man, ähm, auf der
Arbeit, da ist ja vieles vorgegeben.
Gerade in großen Firmen gibt es
dann große Compliance-Vorgaben und
Vorgaben, welche Tools man nutzen darf
und in welchem Umfang und so weiter.
Und in vielen Firmen sind
dann gewisse Programme oder
Webseiten dann auch gesperrt.
Und, äh, heutzutage ist es halt dann
so, dass Firmen, die halt nicht KI-Tools
vorgeben oder sogar sagen: "Nee, nee, das
machen wir nicht, auf keinen Fall ChatGPT
oder sonst was benutzen", dass halt
die Menschen dann auf ihrem Smartphone
dann einfach ChatGPT laufen lassen und
da dann die ganzen Geschäftsdaten, äh,
reingeben, um sich Mails vorformulieren
zu lassen oder Analysen geben zu lassen.
Und dann wird quasi ein KI-Tool
abseits der IT-Regularien benutzt.
Eine Schatten-KI entsteht dadurch.
Und das hat natürlich viele,
viele Gefahren logischerweise.
Klaus Reichert: Da hat man auch
überhaupt keine Kontrolle drauf, was
nach draußen gegeben wird, ja, wo
es hingeht, was dann damit passiert.
Ähm, es ist ja durchaus möglich, da
einen gewissen, ich möchte nicht sagen
Riegel vorzuschieben, äh, weil darum
geht es eigentlich nicht, sondern es
ist möglich, bestimmte Zugänge oder auch
Verwertungsmöglichkeiten von eigenen
Daten eben zu definieren, sodass dann
quasi ein, auch ein externes KI-Tool
eben nur dann damit arbeiten kann und
eben nicht mehr damit anfangen kann und
damit im Grunde ja auch Daten schon,
ja, gesichert werden, gesicherter sind.
Jürgen Kroder: Genau, das ist
auch das große Thema Datenschutz.
Ja, das ist sehr unsexy, ich geb's zu.
Genau, der Klaus schläft hier gleich ein.
Aber sind wir mal ganz ehrlich, diese
ganzen KI-Tools sind super mächtig
und damit auch super gefährlich.
Und ich kenne ganz viele Firmen, die
sagen: „Ja, ja, meine Mitarbeiter, die
dürfen mit Copilot, Gemini, ChatGPT, was
auch immer, die dürfen damit arbeiten."
Und dann arbeiten die aber alle
mit der kostenlosen Variante
von diesen ganzen Tools.
Wie wir alle wissen, wenn ein
Produkt nichts kostet, bist du
das Produkt, lieber User, oder
die Daten, die da eben reingehen.
Das kennt man ja von Facebook und Co. Und
dann werden diese kostenlosen Varianten
von ChatGPT und Co. genutzt, wo es
keine richtigen Datenschutzeinstellungen
gibt und wo in der Regel auch alle
Daten, die man da eingibt, wieder
zum KI-Training verwendet werden.
Ja, und wenn dann irgendwie Kundendaten da
drin liegen oder auch Geschäftsgeheimnisse
eingegeben werden und so weiter,
dann ist das alles kein Spaß mehr.
Das kann richtig krasser Verstoß gegen
die Datenschutzgrundverordnung sein.
Klaus Reichert: Also es ist auch
ein schwieriges, schwieriges Thema.
Deswegen ist ja auch ganz gut,
dass man zum Beispiel jemanden
hat, der einen da berät, ja.
Also Haken dran, Experten, Expertinnen,
äh, dazunehmen ist an der Stelle extrem
wichtig, aber vor allem dann auch in
vielleicht etwas größeren Unternehmen,
dass es zum Beispiel jemand aus dem,
aus dem Rechtsbereich gibt, der mit
diesen Themen tatsächlich jetzt mal
arbeiten kann, äh, das quasi auch
richtig dann einstellen kann, äh,
sodass die anderen Mitarbeitenden, die
davon ja gar keine Ahnung haben, auch
eigentlich nie haben müssen, äh, dann
quasi gesichert sind und dann gesichert
mit den Tools auch arbeiten können.
Also da gehört schon ein bisschen Planung
dazu, wenn man so was einführt, dass es
nicht einfach so von selbst geschieht,
äh, und dann so ähnlich wird wie, äh,
niemand darf in der Firma WhatsApp
nutzen und alle nutzen WhatsApp, ne.
So ungefähr.
Jürgen Kroder: So ist es.
Und auch noch 'n wichtiger Punkt, den ich
einwerfen will, klingt auch wieder total
bürokratisch und langweilig, aber grade
in größeren Firmen, wo's auch Abteilungen,
Strukturen gibt, sollte 'ne Einführung von
irgend'nem KI-Tool, irgend 'ner KI-Lösung
oder was weiß ich, auch nie die alleinige
Entscheidung des, der IT-Abteilung
oder des IT-Leiters irgendwie sein.
Weil halt dann so Sachen wie
Datenschutz dazukommen, Compliance
dazukommen und auch Haftung dazukommen.
Und wir alle wissen, wenn's irgendwas
passiert, zum Beispiel mit Kundendaten,
Datenschutzverstöße und Co, dann haftet
zuerst mal ein Geschäftsführer und
der kann nicht sagen: „Ja, ja, mein
IT-Leiter hat sich darum gekümmert. Ich
hab davon keine Ahnung." Das geht nicht.
Rausreden gilt nicht.
Also auch das sind Themen,
die man bedenken sollte.
Es ist immer nicht nur kompliziert,
sondern meistens auch komplex.
Klaus Reichert: Schön, schön.
Ja.
Da fühl ich mich wohl.
Ja, super.
Ähm, ich mein, was man ja auch nicht
vergessen darf, im Grunde, äh, dürfen wir
ja das Pferd nicht von hinten aufzäumen.
Das passiert ja auch sehr, sehr häufig.
Und jetzt nix gegen IT-Leiter,
aber es gibt da halt Leute, die
sind mehr oder weniger, ähm,
ähm, erfahren beziehungsweise
auch von der Muse geküsst, ne.
Äh, und manche denken tatsächlich,
äh, nicht von der Lösung her,
sondern, äh, kommen vom Problem her.
Und das sind sozusagen die, die
dann wirklich 'ne Ahnung von ihrem
Geschäft haben, äh, die dann auch,
äh, die, die einzelnen Nutzer zum
Beispiel integrieren und fragen:
„Hey, was braucht ihr da eigentlich?
Was kann euch da helfen?
Äh, was soll man, nach was soll
man denn überhaupt suchen?" Ja.
Ähm, und, und dann eben, äh, den
Mehrwert dadurch stiften, dass, äh, es
quasi Tools gibt, ausgewählt werden,
äh, die dann tatsächlich die Leute
auch unterstützen bei ihrer Arbeit.
Jürgen Kroder: Ja, stimmt.
Und das ist 'n guter Punkt, den du auch
ansprichst, denn wenn man jetzt mal
KI betrachtet, das ist eine weitere
Evolutionsstufe der Digitalisierung.
Klaus Reichert: Ja.
Jürgen Kroder: Digitalisierung ist
ja so alles und nichts irgendwie.
Oder es ist einfach unglaublich
viel vom Internetanschluss bis
zur perfekten Softwarelösung oder
Robotern und schlag mich tot.
Und wie immer sollte die Digitalisierung
natürlich planmäßig vorangehen und
durchdacht vorangemacht werden.
Und das hat man leider in Deutschland,
das war meine Beobachtung, die
letzten Jahre und Jahrzehnte
ziemlich holprig, äh, gemacht, bis
hin zu verschlafen und blockiert.
Wir hatten's ja grad eben eingangs.
Und dann wird ganz schnell oft irgendwie
so 'n Gremium gebildet und dann kauft
man wie verrückt irgendwie Consultants
ein und Tools ein und Schulungen ein
und irgendwas ein und fragt sich gar
nicht: Ja, was wollen wir denn damit?
Warum wollen wir jetzt eine KI-Lösung?
Warum brauchen wir das und das Tool?
Was bezwecken denn wir damit?
Weil 'n Tool, eine KI-Lösung zu
haben, nur damit man sie hat.
Ja, und dann?
Was ist der Use Case?
Klaus Reichert: Ja.
Ja, genau.
Ähm, dazu muss man natürlich auch
mitbekommen, was es so alles gibt,
ja, was man alles mit machen kann, ja.
Meines Erachtens nach ist 'n,
'n guter Vorgehen, ein gutes
Vorgehen auch das, was man sonst
in einem, äh, Produktentwicklungs-
oder Ideation-Prozess eben hat:
probieren, lernen, vertiefen, ja.
Weiterkommen durch diese, dieses
Ausprobieren, durch Prototypen und so.
Aber man muss dann auch gucken, dass
das irgendwo und irgendwann seine
Grenzen hat, vor allem wenn's dann
darum geht, dass man's eben auch in
die Organisation hinein skaliert.
Äh, dass es nicht irgendwie nur
'ne kleine Gruppe von fünf Leuten
ist, die da was antesten und das
versuchen, quasi, äh, auf, auf Use
Cases, äh, quasi zu finden, sondern
wenn quasi die Leute in dem normalen,
in Anführungszeichen, Regelbetrieb
damit umgehen müssen oder dürfen.
Jürgen Kroder: Genau richtig.
Also es geht wie immer darum, sinnvoll
und strukturiert Sachen einzuführen
und natürlich auch, wie du es gesagt
hast, dieser Ideation Prozess oder
manche reden dann von agilen Prozessen,
BM, äh, BML-Kreislauf, PDCA-Zyklus.
Da gibt es ja wieder ganz viele tolle
Buzzwords, wie man eben so ganz agil
und durch Lernprozesse so ein Tool oder
auch so eine Lösung dann eben einführt.
Und da geht es nicht darum, mit dem
großen ultimativen Koffer jetzt zu
kommen und sagen: „So, Tschaka, das
ist jetzt unsere Lösung. Die haben
wir für dreihunderttausend Euro
eingekauft", sondern Schritt für
Schritt sich voranzuarbeiten, Use
Cases herauszuarbeiten, die Leute
das testen lassen und dann iterativ
verbessern, was man da einführt.
Klaus Reichert: Mhm.
Ist übrigens auch mein Grund, ähm, nicht
jetzt einfach nur über KI zu sprechen,
weil es, du hast es ja schon gesagt,
und zwar sehr, sehr, sehr substanzielles
Thema ist mit riesigen Auswirkungen,
wo keiner von uns wirklich sagen kann,
wo das genau hingeht und wie gefährlich
das Ganze ist und, und, und, ja.
Aber es ist halt auch eines dieser
weiteren Dinge, die, äh, an Neuerungen
in den letzten Jahrzehnten und
so was auf uns zugekommen sind.
Und man darf ja auch nicht vergessen,
also das beziehungsweise wir vergessen
sehr, sehr häufig, äh, die Einführung
zum Beispiel des PCs in, im Büro,
das hat unendlich viel verändert, ja.
Des Druckers dazu und, und, und.
Ähm, das ist halt nur einfach schon, was
ist das, vierzig Jahre her oder so, ja?
Jürgen Kroder: Mhm.
Klaus Reichert: Also drum fünfunddreißig.
Ähm, da, da denkt man schon gar nicht
mehr dran, weil es so normal ist.
Ja, aber, aber eben deswegen ist es
für mich einfach eine weitere dieser
Phasen, mit denen man umgehen muss.
Und dann ist es für mich eigentlich immer
auch wichtig, dass man lernt, wie man mit
so was Neuem umgeht, ob das jetzt dann
AI ist oder, ähm, irgendwas anderes, ja.
Das ist mir eigentlich erst mal
egal, weil schlussendlich kommt,
brauche ich was, 'ne Methode, um das
Neue ins Unternehmen reinzukriegen.
Ja, und dann müssen wir's
natürlich vertiefen und mit sehr
viel Fachkenntnis hinterlegen.
Jürgen Kroder: Genau.
Also noch geht es darum, die
Menschen mitzunehmen, weil am Ende
nutzen Menschen irgendwelche Tools,
egal was es jetzt am Ende ist- Ja.
ob's 'n PC ist oder 'n KI-Tool ist,
noch arbeiten da Menschen in der Firma
und dementsprechend musst du die auch
mitnehmen und auch überzeugen oder auf
die, in die richtige Richtung bringen, wie
man's ja bei viel so Change-Prozessen hat.
Also wenn ich's kurz darf, ich hatt ja
letzt auch so 'ne Schulung bei 'ner Firma
und, äh, es war 'n Architekturbüro im Raum
Stuttgart und da waren fünfzig Prozent der
Mitarbeiter schon voll im Feuer des KIs.
Die waren schon hellauf begeistert,
haben ganz viel genutzt, noch
nicht so optimal genutzt, wie ich's
gerade eben so sagte, so Datenschutz
und so, mhm, bisschen kritisch.
Aber sie haben's genutzt und
waren völlig enthusiastisch dabei.
Und die andre Hälfte war so: "Ha,
schon wieder so 'n moderner Kram.
Ah, was brauch ich KI?
Ich will, ich will mich
damit nicht beschäftigen.
Ich bin hier zum Arbeiten."
Also so richtig ablehnend, wie
man's halt einfach so kennt.
Und dann sagt er auch noch 'n
bisschen so schwäbisch brudelig.
Also so, ja, wie's halt einfach so ist.
Und dann hab ich da eben so 'n,
so 'n Tagesworkshop gegeben für
beide Zielgruppen gleichzeitig.
Und hab dann eben auch viel
so Use Cases reingebracht.
Also hab mich vorher mit der Firma
beschäftigt, hab dann schon Beispiele
herausgearbeitet, wie jetzt eben die
Mitarbeiter in verschiedenen einfachen
Situationen KI einsetzen können.
Das war jetzt kein Riesending, wirklich
einfache Mini-Lösung für den Alltag.
Und du hast richtig zugucken
können, wie bei denen das Eis
bricht, also bei den Kritikern.
Und am Ende der Schulung sind
die auf mich eingestürmt und
so: "Jürgen, das ist ja cool.
Was kann ich denn da machen?
Und hast du da 'ne Lösung und da 'n Tipp?
Und schick mir mal schnell was zu." Also
am Schluss hatte ich lauter Enthusiasten.
Klaus Reichert: Mhm.
Ja, man muss einfach auch plastisch
zeigen, was da möglich ist, ne,
äh, äh, äh, und nich einfach sich
nur im Theoretischen bewegen, ja.
Ja, guter Punkt.
Du, da fällt mir aber auch ein, vor
zwei, drei, vier Episoden haben wir
im Podcast, ähm, ähm, über 'n Tool
gesprochen, das, äh, tatsächlich
auch aus 'm Baubereich kommt.
Das hört sich erst mal
total undramatisch an.
Das ist nämlich so 'n, ja, 'n
Bauprojektmanagement-Tool, das
über WhatsApp bedient wird,
hauptsächlich nach vorne raus.
und da ist hinten dran
auch total viel KI, ne.
Da ist es halt so, dass dieses, diese,
diese Extrafunktion, diese oder die KI
viele Extras leistet, die hinten raus,
äh, extrem viel Manpower spart und die,
äh, sehr viele Extras dazu liefert, die
man sonst gar nicht gehabt hätte, ja.
Aber die Nutzer selber merken
das eigentlich gar nicht.
Das fand ich auch ganz spannend, ne,
äh, äh, dass man, dass man das auch
in dem Sinne in Anführungszeichen
nicht verstecken, aber eben direkt
einbauen kann, ohne, ohne dass
das jetzt direkt schon, äh, 'ne
Auswirk…, also, ähm, sichtbar ist.
Jürgen Kroder: Genau darum geht's ja
auch dann eben oder da arbeiten auch
viele so KI-Unternehmen dran, die
ganzen KIs menschlicher zu machen.
Das merkst du jetzt erst mal, wenn
du mal die Geschichte, die kurze
Geschichte von ChatGPT mal so verfolgst.
Ist im November 2024, 23 erschienen.
Gott, die Zeit vergeht so rasant.
Also es fühlt sich ja schon so an, als
wenn ChatGPT schon immer da gewesen wäre,
so gefühlt, aber es sind ja nur wenige
Jahre, die man's jetzt benutzen kann.
Und am Anfang hat es ja noch
ziemlich nüchtern geantwortet.
Und heutzutage kann's 'n richtiger
Sparringspartner sein, der einen
ermuntert, der witzig ist und so weiter,
in Textform wie auch in gesprochener Form.
Und es gibt halt auch immer mehr
Start-ups, die grade in diesem
Audiobereich arbeiten und die dann zum
Beispiel so Telefonwarteschleifen oder
Hotlines da ihre KI reinbringen wollen.
Und heute ist es ja wirklich noch so,
dass man grad bei diesen Telefon-Hotlines
hört, das ist 'ne Roboterstimme.
Da, da schaltet man schon sofort ab,
wenn man diese Roboterstimme hört.
Und die arbeiten daran, eben KIs
zu entwickeln, die einerseits
nicht nach Roboterstimme
klingen, sondern nach Menschen.
Und was für die echt kurioserweise
eine große Herausforderung ist, diesen
Stimmen menschliche Fehler zu geben,
dass sie sich mal verhaspeln, dass
sie mal kurz atmen, dass sie 'ne Pause
Eben das, was das Menschliche auch
ausmacht, dass wir nicht perfekt reden.
Und das wird eben grad verschiedenen
KI-Tools oder KI-Technologien
einprogrammiert, damit's am Ende gar
nicht mehr auffällt, ob die jetzt mit
dem Menschen reden oder mit 'ner KI.
Klaus Reichert: Mhm.
Google hat auch vor zwei, drei
Jahren mal 'ne Präsentation gehabt,
wo sie gezeigt haben, wie die KI
einen Friseurtermin vereinbart.
Und, äh, im Nam-- Also bei solchen
Gesprächen ist ja auch irgendwie
immer ganz klar, wie's abläuft, ne.
Hallo, ich bin, ich bin, äh, äh, ich
will, ich brauch, ja, geht nicht, geht,
geht und so 'n bissl hin und her, ne.
Und, äh, aber es ist das gleiche Muster
und diese, diese KI, diese KI-Anruferin,
die hat dann auch, also ich sag mal
Anruferin, ist natürlich keine Frau
gewesen, sondern 'ne Maschine, ähm, die
hat dann auch so: „Mhm, mhm, ja, ja,
mhm" und so was zwischenrein gemacht.
Fand ich auch total klasse.
Jürgen Kroder: Ja.
Klaus Reichert: Ja, okay.
Also der, wir, wir haben's jetzt,
äh, aber schon so angesprochen,
äh, es ist ganz klar, es gibt, äh,
kein Abwarten, äh, kein Nichtmachen
bei dem Thema KI für Unternehmen,
egal welcher Unternehmensgröße,
das muss man auch mal betonen.
Äh, es geht eigentlich mehr darum,
dass man, ähm, methodischen Einstieg
findet und, äh, schlussendlich
auch so was wie Schatten-IT und
damit einhergehende potenzielle
Datenschutzverstöße und, und, und eben,
äh, reduziert, vermindert, vermeidet.
Ähm, dann haben wir schon gesehen, äh,
man kann sehr überzeugend sein, wenn man
das zum Beispiel, äh, in kleinen Schritten
startet, ja, mit kritischen Mitarbeitenden
dann eben auch so vorgeht, dass man sie
an die Themen sehr pragmatisch ranführt.
Hast du ja grade auch erzählt,
wie du das gemacht hast.
Jetzt gibt's aber trotzdem noch,
ähm, ja, nach so 'nem Workshop zum
Beispiel Fragen und, äh, man möchte
jetzt mehr wissen und so weiter, ja.
Dann muss man ja irgendwie doch wieder
ausprobieren oder doch wieder mit dir
reden oder, oder wie geht's dann weiter?
Jürgen Kroder: Da gibt's natürlich
verschiedene Wege, auch je nach
Level und Interesse und auch
Möglichkeiten bei den Mitarbeitern.
Also ich hatt es dann auch schon
so, dass ich dann weitere Workshops
gegeben hab, ganz klassisch
einfach, um auch dran zu b-bleiben.
Die Leute kennen mich, ich
kannte die Firma schon.
So und dann war das einfach so
'n guter interaktiver Austausch.
Es gab aber auch Leute, die haben sich
einfach selber weitergebildet, weil
sie Bock hatten und weil's auch in der
Firma hieß: "So, jetzt habt ihr mal
'ne KI-Schulung bekommen. Ja, jetzt
haben wir mal bisschen Geld ausgegeben.
Jetzt müsst ihr selber gucken, wie ihr
weiterkommt." Das kennt man ja leider.
Man hat so 'n Ball irgendwo mal
Richtung Tor gerollt und dann
wird's nicht zu 'nem Tor verwandelt.
Aber so ist es halt, die Realität
und da haben die Leute halt selber
wieder irgendwie weitergewurschtelt.
Aber auch da gab's dann schon, ähm,
Firmen, die dann halbes Jahr oder Jahr
später zu mir gesagt haben: "Jürgen, ach,
mach doch noch mal 'ne Schulung." Das,
da muss man schon dranbleiben irgendwie.
Klaus Reichert: Spannend ist
ja, dass EDA-Kosten nie als
Ausgaben irgendwie gesehen werden.
Jürgen Kroder: Ja, ja genau.
Dass Mitarbeiter dann mit
der Zeit ver-- Ja, egal.
Anderes Thema, anderer Podcast.
Genau.
Und man kann natürlich sehr viel, wenn
man pfiffig ist und weiß, wie's geht, kann
man sich auch selber mit KI fortbilden.
Natürlich kommt auf das, kommt's auf das
Thema drauf an, aber selbst so 'n ChatGPT
kann 'n guter ChatGPT-Trainer sein.
Klaus Reichert: Mhm.
Ja, was ich auch manchmal so
spannend find, ist, du kannst ja
auch sagen: "Bitte schreib mir einen
Prompt, wie ich am besten jetzt
Folgendes mit dir machen kann", ne.
Und, und dann, äh, kommen
Sachen dabei raus, an die du
selbst nie gedacht hättest.
Jürgen Kroder: Genau, das ist
ja dieser Überraschungseffekt
und darum geht's am Ende.
Herumzuspielen, herumzuexperimentieren.
Die KI-Tools können alle schon ziemlich
viel und auch viel, viel mehr, als die
meisten Menschen denken eigentlich.
Und es kommen ja ständig
neue Sachen hinzu.
Also allein zu verfolgen, was ist jetzt
in ChatGPT, Gemini und diesen anderen
allgemeinen Tools, die es da draußen
gibt, zu verfolgen, was da jeden Tag
Neues erscheint, das ist schon eigentlich
eine Aufgabe für eine Maschine.
Das kannst du als normaler Mensch schon
fast gar nicht mehr erschau-- erfassen
und auch gar nicht mehr testen irgendwie.
Klaus Reichert: Ja, da macht's aber auch
Sinn, dass man sozusagen jemand hat, den,
den man da quasi mit einbeziehen kann, ja.
Äh, du, du bist ja nicht nur, du
machst das ja nicht nur so zum
Beispiel bei Workshops, du hast ja
auch die, die Webseite KI Känguru.
Jürgen Kroder: Genau, kikaenguru.de.
Klaus Reichert: De, ja.
Ähm, wobei ich glaube, wenn
man KI Känguru bei Google
eingibt, kommt man auch hin, ja.
Also ich mein, das ist
schon sehr außergewöhnlich.
Wie bist du auf den Namen gekommen?
Jürgen Kroder: Ja, das ist 'ne witzige
Geschichte, weil ich bin ja ursprünglich,
also ich bin selbstständig seit vielen
Jahren und hab so das Hauptstandbein
als One-Man-Marketing-Agentur.
Also ich bin 'ne One-Man-Show und
somit 'ne Ein-Mann-Marketing-Agentur
und arbeite für viele kleine
und selbstständige Unternehmen.
Und da war es klar, als dann ChatGPT
und Co. rauskam, damit muss ich
arbeiten, das muss ich ausprobieren,
weil's eben mein Ding ist.
Bin da immer wieder re-- mehr
reingerutscht und hab mir jetzt
eben durch ChatGPT und andere Tools
eben so meine Mitarbeiter aufgebaut.
Also quasi ein Defizit
ausgenutzt oder eine Lücke.
Und da hab ich dann eben verschiedene
KI-Tools jetzt, auch so Mini-Agenten mir
gebaut, die wie so kleine Mitarbeiter
digital um mich herumwuseln und mich
unterstützen können bei der Arbeit.
Und da hab ich mich oft mit Freunden
oder bekannten Unternehmern ausgetauscht,
die eben halt noch nicht so in dem
Hype drin waren oder halt mal so in
ChatGPT irgendwas eingegeben haben
und dann so bisschen ernüchtert waren.
Und dann kam das halt, wie so oft
durch das Gespräch kam raus: „Hey
Jürgen, mach doch mal so KI-Consulting,
KI-Beratung, ist doch ziemlich cool.
Und glaub, grad so kleine,
mittelständische Unternehmen, die
haben da einfach noch Defizite.
Das ist eh meine Zielgruppe.
Ich arbeite hauptsächlich nur für KMUs.
Und so kam ich dann eben in das
Thema rein und wollte natürlich am
Anfang so 'n typischen Namen nehmen
wie KI-Consultant oder bla bla bla.
Halt so austauschbare Namen, sag ich
irgendwie, aber vielleicht für SEO,
also für Google-Optimierung ganz gut.
Und dann meinte meine Tochter damals:
„Ach Papa, das doch alles langweilig."
Weil mit der hab ich mich darüber
unterhalten, wie halt Kinder so
sind und dann sind sie auch ehrlich.
Und die meinte auf jeden Fall, das
muss so, so, äh, so KK, also KI
und dann muss das zweite Ding auch
'n K sein, so 'ne Alliteration.
Mach doch irgendwas mit Tieren.
Klar, wie halt so 'n zehnjähriges
Kind dann eben denkt und redet.
Und dann haben wir wirklich zusammen
herumexperimentiert und herumgesponnen,
was, wie könnte das Ding heißen?
KI-Katze, KI bla bla bla.
Und dann kamen wir relativ schnell
zu Känguru, weil ja 'n Känguru quasi
sinnbildlich 'n Beutel voller Ideen hat
und sich manchmal auch durchboxen muss.
Und dann fand ich das einfach
super und hab das übernommen.
Klaus Reichert: Ja, fällt
auf, ja, bleibt auch im Kopf.
Das find ich, find ich
auch 'ne gute Sache.
Wir werden's natürlich in den Show
Notes verlinken, sodass, äh, man da
auch gleich nachgucken kann, weil,
äh, wir sind ja, hatten den Einstieg
dazu gefunden über das Thema: Wie
kann ich mich weiter informieren, ja?
Was, wie kann ich sozusagen
mit diesen Neuigkeiten umgehen?
Wie kann ich davon lernen?
Wie kann ich, äh, so 'n bisschen
Hilfestellungen auch dazu bekommen?
Und das findet man eben da auch.
Ja, es gibt natürlich unendlich viel
Information zum Thema KI-Einsatz in
all den möglichen Medien und, äh,
viele, viele sind dann auch sehr,
sehr spra-branchenspezifisch und
benutzen dann auch branchenspezifische
Worte, was dann wieder den Zugang zu
den Menschen einfacher machen kann.
Ich find es interessant, dass
du gesagt hast, dass du eben
'n Haufen, äh, KI-Mitarbeiter
um dich herum aufgebaut hast.
Also mir geht's genauso.
Ich hab auch eben so
'n, 'n KI-Team, gebaut.
Dieser Podcast hier zum Beispiel
hat sehr viel KI-Unterstützung auch
in, im Grunde auf allen Schritten
des Weges, bis es dann tatsächlich
live kommt und kommuniziert wird.
Da muss ich sagen, was ich da
merke, ist, KI ist ja nicht nur mehr
Hände, wie der PC damals sozusagen
'nem Menschen gebracht hat, ja.
Also plötzlich konnt man gut schreiben,
gut rechnen, gut drucken, gut was
weiß ich alles machen mit 'nem PC.
Und dann kam das Internet, da
kam so, ich sag mal, extra Wissen
oder so was dazu plötzlich, ja.
Man musste nicht mehr irgendwie
groß in Lexikon gucken oder mal
irgendjemand fragen oder so.
Man ging einfach zu Google.
Und jetzt kommt irgendwie neben den
Händen, neben dem Wissen, mehr Hirn dazu.
Wissen ist nicht immer so, also find
ich jetzt nicht ganz so wichtig,
aber dafür kann man's natürlich auch
nutzen, sondern einfach mehr das
einzusetzen, um, ähm, wie 'n Mensch
im Grunde auch, äh, jemanden zu haben,
der ganz spezielle Aufgaben übernehmen
kann und auch zum Teil mitdenkt.
Das ist ja fast schon
das Gruslige manchmal.
Jürgen Kroder: Ja, und das mit dem mehr
Hirn stimm ich dir grundsätzlich zu, auch
wenn natürlich künstliche Intelligenz,
also KI, jetzt noch nicht perfekt ist.
Und das ist das, wo manche Menschen
noch enttäuscht sind, wenn eben ChatGPT
und Co. nicht ganz so schlau antworten
oder manchmal sogar falsche Antworten
geben, weil sie sagen: „Ist das doch
die Superintelligenz, wie man sie
aus Science-Fiction-Filmen kennt?"
Nein, ist sie noch nicht.
Sie tut so, aber sie ist es noch nicht.
Und am Ende gilt immer noch dieses
alte Prinzip: Shit in, shit out.
Also jetzt mal so ganz provokant gesagt.
Weil ChatGPT, Gemini und Co. sind
alles Werkzeuge und du musst wissen,
wie man die richtig einsetzt.
Und wie gesagt, das sind sehr
mächtige Werkzeuge, auch Werkzeuge,
die man leider missbrauchen kann.
Und das ist so ähnlich wie mit 'nem
Messer, das ist immer so mein Sinnbild.
Es gibt drei, vier Menschen, ein Messer.
Der erste Mensch wird sich damit 'n Brot
schneiden, der zweite wird mit seinem
Messer das Brot beschmieren mit irgendwas.
Der dritte wird das Messer
vielleicht nutzen, um einen anderen
Menschen umzubringen und der
vierte nimmt das Messer, um daraus
was Wunderschönes zu schnitzen.
Und darum geht's auch bei KI.
Du kannst damit Brot schneiden, du
kannst leider auch jemanden virtuell
umbringen oder Missbrauch damit machen.
Du kannst aber auch wunderbare
Dinge damit kreieren.
Und genau darum geht's, das
Werkzeug sinnvoll einzusetzen.
Klaus Reichert: Danke, dass du's so sagst.
Da würd ich auch gerne, auf 'n
paar Beispiele, äh, zu sprechen
kommen, sodass man das sich
wieder besser vorstellen kann.
Wenn wir das mal 'n bisschen praktischer
sehen, wenn wir was Tolles damit
machen wollen, was Tolles erzeugen
wollen, zum Beispiel für Marketing
oder, oder Organisation oder, oder
Produktentwicklung oder so was.
Sind natürlich jetzt verschiedene
Themen, verschiedene Stichworte.
Fällt dir da ein, zwei, drei
Beispiele ein, sodass man das
vielleicht gleich nachvollziehen kann?
Jürgen Kroder: Ja, auf jeden Fall.
Also grundsätzlich geht's erst mal
darum, mit so einer KI zum KI-Tool,
also wir reden in der, in der Regel
ja von solchen großen Sprachmodellen,
also wie ChatGPT, Gemini und Co,
sich mit denen erst mal richtig und
zielgerichtet auszutauschen, dass man
auch nicht so viele Schleifen drehen muss.
Und darum geht's erst mal
so die Basics zu kennen.
Das ist das sogenannte RTF Framework.
Ich weiß, schon wieder englische Begriffe,
aber das steht für Role Task Format,
also Rolle, Aufgabe und Ausgabeformat.
Und das ist, find ich, das Grundlegende,
wenn du anfängst, mit irgendeiner KI
dich auszutauschen, sei es zu chatten
oder mit einer KI zu reden, dass du
ganz klar überlegst: Welche Rolle soll
denn die KI für dich jetzt einnehmen?
Also wenn du zum Beispiel was fürs
Marketing machst oder für Social Media
einen LinkedIn-Post machst, dann musst
du der KI vorsagen: „Du, liebe KI, bist
jetzt ein Experte für LinkedIn-Posts zum
Beispiel, LinkedIn-Marketing." Oder wenn
du damit Produkte entwickeln willst, sagst
du: „Du bist jetzt ein Experte für Jobs
to be done, diese Methode, oder für die
TRIZ-Methode oder für die SIT-Methode."
Also gib der KI erst mal einen Rahmen
vor, über welches Fachgebiet ihr redet.
Dann kann die sich darauf
schon mal einstellen.
Danach gibst du ganz klar die Aufgaben,
also die Ergebnisse, die du eigentlich
haben willst, und nicht den Weg dorthin.
Und du möchtest, musst
natürlich auch sagen, welches
Ausgabeformat soll das alles sein.
Also will ich jetzt einen Text,
will ich eine Excel-Liste, will
ich ein PDF zum Runterladen?
Auch das ist schon mal eine
wichtige, wichtige Grundlage.
Sag ich jetzt einfach so als Basics, weil
da gehen schon viele Menschen falsch ran.
Die sagen zum Beispiel: „ChatGPT,
erklär mir was über Quantenphysik",
oder: „ChatGPT, schreibe mir eine
Rede für den sechzigsten Geburtstag."
Na ja, aber wer ist denn die Zielgruppe?
Was ist die Rolle?
Wie witzig soll das sein?
Was für ein Ausgabeformat brauchst du?
Klaus Reichert: Ja.
Jürgen Kroder: Also das heißt, man
muss schon mal anfangen, in, in
der Basis versuchen, effizient mit
so einer KI sich auszutauschen.
Klaus Reichert: Das Spannende
ist ja, das funktioniert ja,
ich sag mal, für jedes Tool.
Das ist gar nicht mal toolspezifisch.
Das kannst du bei, äh, äh, Gemini, das
kannst du bei Claude, das kannst du bei
was weiß ich benutzen und das solltest
du ja auch benutzen, einfach weil du
dann das bessere Ergebnis bekommst.
Jürgen Kroder: Genau, genau.
Und jetzt, weil du nach was
Praktischem gefragt hast: Wir
hatten's ja vorhin auch mal vom Thema
Produktentwicklung und Ähnlichem.
Und ich hab ja grad schon mal, äh,
gesagt, es gibt ja verschiedene
Frameworks, Methoden, Vorgehensweisen,
wie man ein Produkt entwickeln kann
oder ein Produkt optimieren kann.
Da gibt's ja zum Beispiel die
Jobs-to-be-done-Methode, das
SIT und so weiter und so fort.
Du kennst die ganzen Sachen, ja Klaus.
Und da kann man auch dann sagen:
„So, liebe KI, ich hab grad so 'ne
Idee für eine ganz tolle App, eine
App für Senioren über siebzig Jahre,
die sich noch mal verlieben wollen.
Und jetzt sei doch bitte mal ein
Spezialist für das Thema Jobs to be done.
Und bitte tausche mit mir interaktiv
darüber aus, ob meine Idee gut ist.
Und dann weiß schon mal die KI: Aha, es
geht um Produkt, Produktverfeinerung,
Feedback geben, Jobs to be done,
diese Methode soll verwendet werden.
Dann ist sie schon mal, ähm, geframed
oder gibt 'n Priming, also 'ne Vorprägung.
Und dann wird die anfangen, mit
dir dich auszutauschen und wird
sie sagen: „Ja toll, okay, ich bin
jetzt so in diese Rolle geschlüpft.
Jetzt erzähl doch mal deine Idee."
Und dann fängst du an, diese Idee zu
erzählen, indem du's einfach eintippst
oder was viele Menschen eigentlich
auch gar nicht so oft tun, indem sie
mit ChatGPT und Co einfach reden.
Und das find ich wirklich das Beste.
Das mach ich super oft, dass grad wenn
ich so irgendwas ganz Abstruses im Kopf
hab oder mal was schärfen will, dann geh
ich raus aus meinem Büro, geh raus in
die Natur und rede in mein Handy rein.
Ich schwätze dann eben zusammen mit
ChatGPT oder anderen KI-Tools, die ich
einsetze und rede wirklich mit denen,
weil ich's dann auch viel flüssiger und
natürlicher erklären kann, was ich will
Klaus Reichert: Das kommt ja bei,
ich sag mal, Google-Telefonnutzer,
die können das schon länger nutzen.
Die iPhone-Nutzer, die werden so langsam
dazu animiert, das eben so auch zu nutzen.
Äh, das kommt ja immer mehr für alles, was
man am Smartphone macht, am Telefon macht.
Ähm, guter Hinweis, find ich.
Kann man natürlich tatsächlich
nicht machen, wenn man so mit zehn
anderen im Büro sitzt, aber, äh, ich
versteh schon, dass man da natürlich
tatsächlich 'n Gesprächspartner
oder -partnerin dann finden kann.
Jürgen Kroder: Genau und ich kann
auch jeden dazu animieren, das mal zu
machen, weil das Kuriose ist ja, als vor
vielen, vielen Jahren Siri erschienen
ist oder Alexa erschienen ist, da
ging das ja los mit diesem smarten
Assistent, mit dem man reden kann.
Und Siri hat es ja dann, oder Apple hat
ja dann ganz gut den Weg hinbekommen mit
Siri und dann ist es aber trotzdem oft
so dieser Kommandomodus: Siri, schreib
'ne E-Mail für mich, Siri öffnet die
und die App, Siri ruft den und den an.
Und mit Alexa oder Amazon
Echo, die Hardware dazu.
Also wenn man gerade mal heutzutage
versucht, mit dem alten Alexa-Gerät noch
zu kommunizieren, ist ja grauenhaft.
Also jede zweite Antwort: Das kann
ich nicht, das weiß ich nicht oder sie
versteht dich und macht irgendwas anderes.
Also da sind, glaub ich, auch viele
Menschen schon komplett so enttäuscht,
was KI, weil das wurde uns damals
ja auch ein bisschen so als KI
verkauft, was es kann oder nicht kann.
Und das bemerk ich bei ganz vielen Leuten,
dass sie jetzt 'ne Scheu haben, jetzt
mit ChatGPT oder Co. zu reden, weil sie
da halt auch so 'n Chatfenster sehen.
Und deswegen will ich jedem nur
zu sagen: Rede mit einer KI.
Klaus Reichert: Man ist gewohnt, dass
das nicht richtig funktioniert, ja.
Und das Spannende ist, man
kann tatsächlich relativ
flüssig sich unterhalten.
Und zwar auch nicht nur, weil es
in Anführungszeichen intelligent
ist, sondern auch, weil es nicht
mehr so, ähm, so prozessual, so in
Schritten immer nur funktioniert, ne.
Man, man kann auch dem anderen
ins Wort fallen oder man kann
auch sagen: "Oh, lass mal".
Jürgen Kroder: Weil du es vorhin
meintest, so mit Beispielen
und Interaktionen und so.
Ich lese auch, dass viele Menschen
mit dem ersten Ergebnis, das sie von
Perplexity und all den KI-Tools da
draußen kriegen, auch zufrieden sind.
Sehe ich ganz und gar nicht so.
Also selbst wenn man 'n guten Prompt hat,
ein, einen super Prompt sich erschaffen
hat, den man eben lange niedergeschrieben
hat oder reingesprochen hat nach eben
verschiedenen Sachen, wie ich's ja auch
schon erklärt hab, wie zum Beispiel RTF
oder so, dann sehen die: Ah, okay, da hab
ich jetzt 'n Ergebnis bekommen, hab 'n
Text bekommen, hab 'n Konzept bekommen
für meine Marketingstrategie, wie auch
immer, und dann wird das ausgedruckt
sinnbildlich und abgeheftet und fertig.
Nee, nee, also ich seh das als rohe
Masse, als erstes Konzept an, egal wie
gut ich gepromptet hab und egal wie gut
das Ergebnis auf den ersten Blick wirkt.
Und dann fängt eigentlich
die eigentliche Arbeit an.
Klaus Reichert: Ja.
Jürgen Kroder: Wie in so 'nem
kreativen Team ja auch so.
Du setzt dich ja auch nicht mit fünf
Leuten in einen Raum, dann sagt einer 'ne
Idee und dann geht ihr alle wieder raus.
Nee.
Klaus Reichert: Manchmal
läuft's so ab, ja.
Das ist meistens traurig.
Jürgen Kroder: Oder man zieht's
in die Länge und redet in drei
Stunden immer noch drum herum,
ohne auf eine Lösung zu kommen.
Klaus Reichert: Ja, guter Punkt.
Äh, vor allem auch, was ich spannend
find, jetzt mal aus 'ner ganz praktischen
Art, äh, äh, oder aus 'nem praktischen
Blickwinkel drauf, äh, die, die Chats
bleiben ja erhalten und die haben in
der Regel haben sie ja 'ne URL, 'n
Link, mit dem man sie wiederfinden kann.
Ähm, ich weiß nicht, wie lang das
gespeichert wird, keine Ahnung.
Also ich, aber ich geh immer wieder
drauf zurück und kann so dann an die
bestehenden Inhalte, Gespräche und
Ergebnisse und so was dann natürlich
auch anknüpfen, wenn ich neue
vertiefende Fragen zum Beispiel auch hab.
Jürgen Kroder: Genau, und du kannst
diese Chats ja auch je nach Tool auch
weitergeben an andere Menschen und die
können dann an diesem Ding anknüpfen
oder sogar parallel daran arbeiten.
Klaus Reichert: Das ist ja ein
ganz, ganz wichtiger Punkt, wenn
man in der Unternehmensanwendung,
äh, oder über Unternehmensanwendung
dann eben auch sprechen.
Marketing, wenn wir's jetzt ganz
praktisch haben, da fällt mir natürlich
ganz, ganz grob erst mal Texte ein
oder irgendwas für Social Media, ne.
Äh, ich weiß, dass das jetzt
nicht unbedingt nur Marketing
ist, ist mir schon auch klar.
Ähm, aber, aber da ist natürlich super,
super, super einfach, äh, zu nutzen
und mit teilweise sehr professionellen
Ergebnissen auch, was vielleicht Kurzvideo
oder, oder Grafik eben auch angehen kann.
Ähm, hast du, hast du ir-, ähm, irgendwie
'n Tipp, wie man dann das aber hinkriegt,
dass es zum Beispiel über viele Hinweise,
Texte, Posts, Schriften, Blogposts und so
weiter, vielleicht auch Broschüren, man
es schaffen kann, dass man so 'ne Art,
ähm, Markensprache erhalten kann, grafisch
oder auch textlich, über diese vielen
Ergebnisse hinaus, die man produziert?
Jürgen Kroder: Ja, auf jeden Fall.
Auch das ist eigentlich
sehr einfach mit KI.
Du hast es ja schon gesagt, du hast
diese Chats, die man archiviert,
wo man vieles rausholen kann.
Aber was viel smarter ist, das
hab ich zuletzt für 'nen Kunden
gemacht, für den hab ich so einen
Blog komplett neu aufgezogen.
Das war so 'n komplett verwaister
Blog, wo verschiedene Leute was eben
geschrieben haben und meine Strategie
war es, erst mal die alten Sachen
gradezuziehen und dann darauf aufbauend
weitere Blogartikel zu schreiben.
Klaus Reichert: Mhm.
Jürgen Kroder: Und dieses Unternehmen
oder diese Firma hat auch so, oder die
Mitarbeiter haben 'n ganz speziellen
Stil gehabt, zu, zu schreiben,
Sachen zu erklären, haben auch ihre
eigene Fachsprache gehabt, die ich
jetzt als Mensch zwar hätte schon
kopieren können, ich hab einfach
bisschen Ahnung davon, aber trotzdem
wär's sehr zeitaufwendig gewesen.
Also was hab ich gemacht?
Ich hab all diese Texte, die ich von den,
äh, Mitarbeitern hatte und die in diesem
alten Blog da drin waren, alle in die KI
reingeschmissen und hab gesagt: „Bitte
analysier jetzt mal diese Texte auf den
Stil, auf die Länge, auf die Fachbegriffe,
auf die, auf die Branche und so weiter.
Beschreib mir diesen Stil." Und dann
im nächsten Schritt hab ich dann durch
diese Stilbeschreibungen mir einen Prompt
schreiben lassen, den ich wieder dann
für einen kleinen Agenten genutzt hab.
Und mit diesem Agenten lass ich jetzt
immer die zukünftigen Blogbeiträge
vorschreiben, weil die genau in dieser
Sti-- diesem Stil und dieser Sprache von
diesem Mitarbeiter, dieser Firma sind.
Klaus Reichert: Mhm.
Gut, also so wird quasi diese
Firmensprache, am Leben gehalten.
Es entsteht so, so 'n Eindruck nach außen
aus einem Guss auch, kann man sagen.
Und, die, die Lesenden, die potenziellen
Kunden, die Kunden und so weiter, die
erkennen quasi dann auch die Firma daran
wieder, was ja schon 'n wichtiger Punkt
auch für Marke und Branding, schon ist.
Verstanden, cool.
Gibt's noch etwas, was dir einfällt,
äh, wo, wo man dann sagen kann:
Mensch, das wär jetzt 'n praktischer,
einfacher Einsatz oder erster
Einsatz für KI in Unternehmen?
Jürgen Kroder: Auch 'n
Beispiel aus meinem Alltag.
'Ne kleinere Firma, die aber
halt einfach 'ne Fluktuation
hat, wie's in jeder Firma ist.
Also die war nicht besonders hoch,
aber da kommen halt Leute und
gehen und Studenten und so weiter.
Und es ist ja immer so, dieses Onboarding,
den Leuten mitzuteilen, wie die Firma
tickt, wo was ist, worauf man achten
muss, das ist ja echt aufwendig.
Und dann fangen welche an, irgendwelche
Word-Dokumente zu schreiben,
die auszudrucken, bla, blubb.
Also ganz viel analoger Kram.
Auch das kannst du, wenn das mal
irgendwann niedergeschrieben wird
oder wenn das Leute vielleicht mal
aufgezeichnet haben mit Videos,
mit Tonaufnahmen, wie auch immer,
auch das kannst du in entsprechende
KI-Tools reinhauen und daraus so
'n interaktiven Chatbot machen.
Das heißt dann einerseits so 'n Chatbot,
der proaktiv schon mal die ersten
Schritte erläutert, wenn man neu in
der Firma ist, aber auch genauso, wenn
jemand eine Frage hat, zum Beispiel:
Wie rechne ich jetzt meinen Urlaub ab?
Oder: Wo muss ich das denn eintragen?
Dann fragt man einfach dieses KI-Tool,
das nur auf diese firmeninternen
Sachen, äh, trainiert wurde und dann
hab ich da einfach 'n Ansprechpartner.
Klaus Reichert: Ja, sehr cool.
Ja.
Also in dem Fall Onboarding, das kann
man natürlich noch sehr stark erweitern
durch, ich sag mal, Unternehmenswissen,
was für Mitarbeitende erst mal wichtig
ist, äh, Dinge, die man vielleicht
früher auch in 'nem Intranet nur
hatte, die man dann einfach ganz,
ganz einfach auch finden kann.
Das ist ja auch immer wieder wichtig.
Das ist ja auch eine der großen,
Vorteile oder großen, äh, Stärken von
Google, dass es auch das irgendwie
Abgefahrenste findet, obwohl du nur
zwei andere Worte dazu eingibst, ne.
Und das können halt
viele von so klassischen
Intranet-Tools eben auch nicht.
Aber da ist natürlich sehr viel
mehr Intelligenz in der Suche drin.
Wissensmanagement generell,
ist da sicher 'n Riesenthema.
Ja, gute, gute Anwendung, äh, kann ich
mir, kann ich mir sehr gut vorstellen.
Jürgen Kroder: Oder auch die
Vereinfachung von Wissen.
KI-Tools, die meisten KI-Tools
basieren eben auf Sprachmodellen.
Dementsprechend können sie sehr gut mit
Sprache umgehen und diese transformieren.
Deswegen heißt ja GPT, also Transformer
steckt da hinten drin in dem Wort.
Und deswegen, du kannst denen, äh,
'ne Betriebsanleitung, äh, geben,
du kannst denen Macbeth geben,
du kannst denen aber auch 'n ganz
normal geschriebenen Text geben.
Da reinballern und dann kannst du denen
sagen: Bitte beschreib mir das mal auf dem
Niveau eines Zwölfjährigen oder gib, stell
mir ein paar Fragen dazu, wie auch immer.
Also du kannst ja auch komplexeste
Inhalte eindampfen lassen und dir
leicht erklären lassen von KI.
Ja.
Das ist ja grad in Firmen, die
halt ganz viel Wissen ansammeln.
Du hast es ja grad eben schon gesagt,
früher hat man dann im internen Chat dann
irgendwelche Links und Videos geteilt zu
irgend 'nem Fachthema: „Hey, schau dir
das mal an und les dir mal das durch."
Das kannst du irgendwann da gar nicht mehr
erfassen, grad wenn du mal im Urlaub bist
oder wenn ein neuer Kollege dazu kommt.
Und das könnte man auch alles in so
'ne KI-Datenbank reinschmeißen und
dann erklärt die KI-Datenbank je
nach deinem Niveau dieses Wissen.
Klaus Reichert: Mhm.
Du, und was ich mir auch immer wieder
denke oder beziehungsweise wo ich immer
wieder total verblüfft bin, ja, ist,
dass KI ja eigentlich keine Sprache
in dem Sinne spricht, ja, sondern alle
Sprachen oder zumindest die gängigsten.
Ja, das heißt also, du gibst was
auf Deutsch ein und du kriegst
auf Englisch das, das Ergebnis,
wenn du es so haben willst.
Ähm, wahrscheinlich könntest du es
auch auf, äh, wenn die, die Basistexte
irgendwie wild gemischt sind, wenn wir
jetzt so 'n Wissensmanagement oder so was
nehmen, kannst du für dich auch als, äh,
als Mitarbeitender sagen: „Mensch, ich,
ich bin halt jetzt nun mal Italiener.
"Gib mir das alles auf
Italienisch aus, bitte."
Jürgen Kroder: Genau.
Und manche Schüler nutzen es
ja für ihre Lateinvokabeln.
Oder ich bin ja ein großer Star-Trek-Fan.
Es gibt auch Menschen, die lernen
Klingonisch mit ChatGPT zusammen,
weil ChatGPT Klingonisch kann.
Klaus Reichert: Wunderbar.
Wo es auch sehr spannend ist, find ich,
und da muss man natürlich auch s-auch
sagen, da gibt es manchmal vielleicht
so 'n bissle Grenzen, weil es 'n bissle
unscharf ist, äh, ist, äh, wir können uns,
äh, für viele Fälle das auch sparen, äh,
unsere Webseiten mehrsprachig zu machen.
Ja, solange das jetzt, äh, äh, nicht
um Lexika und genaueste Bezeichnungen
gehen muss, äh, dann, dann können
wir tatsächlich einfach uns die, die
Arbeit machen, die deutsche oder zum,
also wenn wir jetzt in Deutschland
sind, die Webseite richtig gut zu
machen und dann eben das anbieten,
dass das eben der Browser und so weiter
übersetzt, sodass es quasi jeder auf
der ganzen Welt lesen kann und ich
selbst damit gar nichts vorhalten muss.
Find ich auch 'ne gute Lösung, äh, die
irgendwie auf der Hand liegt, aber doch,
äh, recht, recht, ähm, unbanal ist.
Also was mir mal eingefallen ist
vor, ja, das war so Anfang 2025,
ist KI im Innovationsmanagement.
Da hab ich 'n Online-Kurs aufgebaut,
der eben auch so ähnlich ist,
wie du's grad angesprochen hast.
Man muss halt einfach die ersten Schritte
mal lernen, ausprobieren und so weiter,
äh, die Grundlagen kennen und dann sich
eben über die verschiedenen Tools in die
verschiedenen Use Cases einarbeiten oder
andersrum über die Use Cases in die Tools.
Jürgen, jetzt haben wir natürlich
viel darüber gesprochen, wie, wie
sinnvoll, KI ist, wie, wie gut uns
das helfen kann und, dass es da auch
zum Beispiel Herausforderungen im
Bereich Datenschutz geben kann, dass
es da, Möglichkeiten gibt, dass unsere
Daten vielleicht irgendwo anders
landen, dass damit vielleicht auch
die KI trainiert werden und, und, und.
Ja, also das ist nicht ganz
unbanal, äh, das ist 'n sehr, sehr
großes Thema oder große Themen.
Und es kommen natürlich viel,
viel weitere Themen dazu.
Ein ganz wichtiger Trend, der so in
den, in den letzten Monaten hochgekommen
ist, ist, dass gerade Softwarefirmen
sagen: „Mensch, wir brauchen in
Zukunft ja gar keine Leute mehr.
KI programmiert viel besser." Ja.
Und damit sozusagen auch 'n bisschen
in dieses Horn reinstoßen und
sagen: „ KI ersetzt menschliche
Arbeit." Wie siehst du das?
Jürgen Kroder: Ja, ich seh
das sehr kritisch und ich find
das auch eigentlich nicht gut.
Ja, KI wird viele Jobs kosten.
Das ist nun mal so.
Aber das ist bei jeder digitalen
Revolution so gewesen, dass viele
Jobs wegfallen, aber auf der anderen
Seite wieder neue, viele tolle und
auch spannende Jobs entstanden sind.
Ich finde es gefährlich, wenn jetzt viele
Firmen KI einführen, weil sie vor den
Augen die großen Dollarzeichen haben,
zu sagen: „Hey, tschakka, wir führen
jetzt irgendein geiles KI-Tool ein",
oder was auch immer in der Richtung.
Und dann können wir X Prozent
an Mitarbeitern entlassen, weil
die KI übernimmt alle Jobs.
Und das finde ich als ersten
Grundgedanken finde ich das schlecht.
Weil ich finde persönlich, man sollte die
KI als weiteren Mitarbeiter einstellen,
der die Arbeit vielleicht auch effizienter
macht, weil es gibt nun mal viele stupide,
repetitive Aufgaben in Unternehmen,
kennt jeder und es gibt auch viele
Jobs, die muss kein Mensch machen, weil
menschliche Arbeitskraft ist gerade
in Deutschland viel zu teuer geworden.
Und vielleicht kann man dann auch daran
denken, dass man den ein oder andere
Mitarbeiter durch wegrationalisieren kann.
Aber wie es jetzt zu lesen ist in den
Medien, dass man zehntausende Menschen
entlässt oder mehrere hunderte Menschen,
je nach Unternehmensgröße und alle
angeblich durch KI ersetzen kann.
Ich denke, das ist ein Holzweg.
Ich denke, im ersten Schritt geht es
erst mal darum, dieses mächtige Werkzeug,
das ja Menschen schlauer machen kann
und effizienter arbeiten lassen kann
und auch ganz andere Möglichkeiten und
Freiräume gibt für Menschen, anders
zu arbeiten, dass man das vielleicht
auch erst mal nutzt im allerersten
Schritt und eben nicht so die große
Entlassungswelle dann irgendwie
so als großes Ziel irgendwie hat.
Klaus Reichert: Mhm.
Wir haben da ja auch dann
noch ganz andere Probleme.
Ich sage mal, in Mitteleuropa,
mittelfristig, äh, dass wir vielleicht
auch gar niemanden finden, der, äh,
der die Arbeit dann machen kann, ja.
Und da kann natürlich KI vielleicht
auch sehr, sehr hilfreich sein.
In jedem Fall ist immer in gewisser
Weise, auch wenn es KI natürlich schon
seit Jahrzehnten grundsätzlich gibt,
äh, vielleicht noch nicht umgesetzt,
aber zumindest gedanklich, äh,
konzeptionell und seit ein paar Jahren
natürlich auch sehr, sehr intensiv,
kann man jetzt natürlich auch noch
nicht sagen, was alles da ist, aber
kommen wird und wie es sein wird in
fünf, zehn, zwanzig, fünfzig Jahren.
Ähm, das Spannende ist, dass man,
finde ich, lernen muss, damit
umzugehen, dass man das Wichtige,
die wichtigen Vorteile für sich
herausfinden muss und das dann irgendwie
nutzen sollte, um Chancen zu heben.
Jürgen Kroder: Genau.
Und das heißt ja auch oft so sinnbildlich
bisschen, also jetzt aus Sicht eines
Mitarbeiters oder jemand, der einen
Job sucht oder vielleicht gerade
entlassen wurde: Du wurdest nicht
entlassen wegen der KI, sondern du
wurdest entlassen, weil es jemand
gibt, der die KI richtig benutzen kann.
Klaus Reichert: Ja.
Jürgen Kroder: Und da sind wir wieder
bei dem Eingangsthema, was ich gesagt
hab, mit diesem Vibe Working, dass
man eben KI zum Assistenten macht, zum
Mitarbeiter macht, wie auch immer, zum
Co-, Kooperationspartner macht und eben
man nicht mehr selber vielleicht der
Arbeiter ist, der irgendwas abarbeitet
am PC und Excel-Listen erstellt und
Texte schreibt, sondern ich sag eher
der Dirigent, der vielleicht ein, zwei,
drei, fünf, zehn verschiedene KI-Tools
koordiniert und mit denen in Interaktion
tritt, um Lösungen zu schaffen.
Klaus Reichert: Mhm.
Du, aber da hab ich jetzt zum Abschluss
dann auch noch 'ne spannende Situation.
Also ich kenne Organisationen, große
Organisationen, die sind sowieso hinten
dran, was die, äh, Microsoft Office
Paketversionen und so was angehen, ja.
Die haben also nie das Modernste, weil
sie sagen, da müssen wir einfach noch
warten aus Sicherheitsgründen oder was
immer das auch ist und schon deswegen
halt viele Tools die Mitarbeitenden nicht
bekommen, ähm, und die dann natürlich bei,
äh, KI noch mehr den Daumen drauf haben.
Jetzt gibt's aber jede Menge
Mitarbeitende, die zum Beispiel
halt, vielleicht mit ihren riesen
Excel-Tabellen, dann auch KI nutzen
wollen, weil es eben tatsächliche
Produktivitätsvorteile bringt,
weil es, äh, eben die Arbeit
leichter macht und, und, und.
Hast du irgendwie 'n Argument, wo man
sagen kann, für die Mitarbeitenden
gegenüber auch so einer IT-Abteilung,
mit der man dann tatsächlich
das Neueste bekommen kann oder
erreicht, das Neueste zu kriegen.
Jürgen Kroder: 'Ne gute Frage.
Da gibt's natürlich
verschiedene Ansatzpunkte.
Also klar, jetzt, ich hab's grad eben
schon gesagt, man könnte den Hammer
raus und sagen, ich werd dadurch viel
effizienter, äh, mir kommt schneller zu
Ergebnissen, das kostet die Firma weniger
Geld, wenn ich KI einsetze und so weiter.
Man kann natürlich aber auch, so wie ich's
am Anfang auch meinte, sagen: Gut, wenn
ich jetzt das KI-Tool nicht krieg, dann
nutz ich es halt auf meinem Privat-PC.
Ist natürlich immer 'ne Compliance-Sache,
da, äh, verstößt man gegen Firmenvorgaben.
Und dann ist es ja auch so, dass es
heutzutage die Firmen ja fast schon KI
proaktiv aussperren müssen, weil grad
bei diesen ganzen Microsoft-Produkten
ist ja schon standardmäßig der Copilot
mit drin, eben das KI-Tool von Microsoft.
Dort in Windows 11 ist
das Ding fest verankert.
Also mit ist es heutzutage
fast schon 'ne Aufgabe, KI
rauszukriegen als reinzukriegen.
Oder wenn du auf Google gehst,
ist 'n KI-Assistent drin, selbst
im Acrobat Reader von Adobe ist
'n KI-Tool drin oder bei Amazon.
Also ohne KI ist heut fast nichts mehr.
Klaus Reichert: Mhm.
Jürgen Kroder: Man muss es
halt nur sinnvoll nutzen.
Klaus Reichert: Jürgen, vielen Dank,
dass du dir die Zeit genommen hast.
Ich find, wir brauchen, glaub ich,
heute keine drei Tipps, äh, vom Zuhören
ins Machen zu kommen, weil wir so
über die gesamte, das gesamte Gespräch
eben diese Tipps und, äh, äh, diese,
diese Hinweise auch gegeben haben.
Das war, äh, heute sehr, sehr hilfreich.
Wer sich weiter informieren
will: Wir haben natürlich deine
Webseite in den Show-Notes drin.
Da ist das KI-Känguru auch noch mit
dabei, wo man dann sich kontinuierlich
natürlich auf 'm Laufenden halten kann.
Also danke schön, dass du mit
dabei warst heute und, weiterhin
viel KI-Erfolg für uns alle.
Jürgen Kroder: Ja, vielen Dank für
deine Einladung, Klaus und an alle da
draußen viel Erfolg in Sachen KI und
all den anderen schönen Dingen, die
man so mit digitalen Sachen machen.
Klaus Reichert: Das war der
Smart Innovation Podcast.
Wir führen diese Gespräche um engagierten
Menschen, die etwas bewegen wollen, eine
pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben.
Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen,
dann abonnieren und bewerten Sie bitte
die Show bei Ihrer Podcast-Plattform.
Für alle, die weiter im Thema bleiben
wollen, Extras zur Episode, ein
Transkript und die Möglichkeit für
Kommentare sind in den Shownotes verlinkt.
Der Smart Innovation Podcast wird
unabhängig produziert von mir, Klaus
Reichert, im Südwesten Deutschlands.
Vielen Dank fürs Zuhören und
denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.