Betonrecycling neu gedacht - Rement treibt die Kreislaufwirtschaft im Bau voran
01.05.2026 38 min Klaus Reichert
Zusammenfassung & Show Notes
Am konkreten Projekt mit Innovationscoaching nachhaltig innovativer werden und strukturiert Methoden, Teams & Führungskräfte entwickeln - ganz einfach mit meinem geförderten Beratungsprogramm. Der Link zum nächsten Schritt: https://www.klausreichert.de/coaching/
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Wie lässt sich Beton vollständig recyceln? Und welche Rolle spielt CO2-Speicherung im Beton für die Dekarbonisierung der Bauindustrie? In Episode 160 des Smart Innovation Podcast spricht Innovationscoach Dr. Klaus Reichert mit Robert Schleinhege, CEO des Startups Rement.
Das Unternehmen entwickelt ein Verfahren, mit dem sich Betonabfälle vollständig recyceln lassen – ohne Downcycling. Gleichzeitig wird CO2 in wertvolle Baustoffe umgewandelt.
Im Gespräch geht es um chemisches Betonrecycling, nachhaltige Baustoffe und neue Geschäftsmodelle für Baustoffrecycling. Robert Schleinhege erläutert, wie Rement die Kreislaufwirtschaft im Bau vorantreibt, warum die Zementindustrie vor einem tiefgreifenden Wandel steht und welche Chancen sich für Innovationsteams, Bauunternehmen und Investoren ergeben.
Kapitel
00:00 Einführung und Vorstellung von Rement
03:12 Warum Betonrecycling neu gedacht werden muss
08:45 Wie Rement Betonabfälle vollständig recycelt
15:20 CO2-Speicherung im Beton und neue Wertstoffe
22:10 Kreislaufwirtschaft Bau: Chancen und Herausforderungen
29:40 Geschäftsmodell, Skalierung und Marktpotenzial
37:15 Was Innovationsteams von Rement lernen können
42:30 Ausblick auf die Zukunft nachhaltigen Bauens
Die wichtigsten Themen im Überblick
Betonrecycling statt Downcycling
Rement hat ein Verfahren entwickelt, das Abbruchbeton in seine wertvollen Bestandteile zerlegt. Statt minderwertiger Weiterverwendung entstehen hochwertige Rohstoffe für neue Anwendungen. Das verbessert die Ressourceneffizienz der Bauindustrie und stärkt die zirkuläre Wertschöpfungskette Bau.
CO2-Nutzung in der Baustoffindustrie
Ein zentraler Baustein des Verfahrens ist die CO2-Speicherung im Beton. Kohlendioxid wird chemisch gebunden und in Calciumcarbonat umgewandelt. So entstehen nachhaltige Baustoffe, während gleichzeitig Emissionen reduziert werden. Ein wichtiger Hebel für die Dekarbonisierung der Bauindustrie.
Innovationen für nachhaltige Bauwirtschaft
Das Gespräch zeigt, wie technologische Innovation, Circular Economy und Unternehmertum zusammenwirken. Rement steht exemplarisch für neue Geschäftsmodelle im Baustoffrecycling. Es geht um Skalierung, Markteintritt und die Frage, wie Startups etablierte Industrien transformieren können.
--
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/betonrecycling-neu-gedacht-rement-treibt-die-kreislaufwirtschaft-im-bau-voran/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels. Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut und kreativer Business Coach für Innovation. Ich begleite Unternehmen auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Das Unternehmen entwickelt ein Verfahren, mit dem sich Betonabfälle vollständig recyceln lassen – ohne Downcycling. Gleichzeitig wird CO2 in wertvolle Baustoffe umgewandelt.
Im Gespräch geht es um chemisches Betonrecycling, nachhaltige Baustoffe und neue Geschäftsmodelle für Baustoffrecycling. Robert Schleinhege erläutert, wie Rement die Kreislaufwirtschaft im Bau vorantreibt, warum die Zementindustrie vor einem tiefgreifenden Wandel steht und welche Chancen sich für Innovationsteams, Bauunternehmen und Investoren ergeben.
Kapitel
00:00 Einführung und Vorstellung von Rement
03:12 Warum Betonrecycling neu gedacht werden muss
08:45 Wie Rement Betonabfälle vollständig recycelt
15:20 CO2-Speicherung im Beton und neue Wertstoffe
22:10 Kreislaufwirtschaft Bau: Chancen und Herausforderungen
29:40 Geschäftsmodell, Skalierung und Marktpotenzial
37:15 Was Innovationsteams von Rement lernen können
42:30 Ausblick auf die Zukunft nachhaltigen Bauens
Die wichtigsten Themen im Überblick
Betonrecycling statt Downcycling
Rement hat ein Verfahren entwickelt, das Abbruchbeton in seine wertvollen Bestandteile zerlegt. Statt minderwertiger Weiterverwendung entstehen hochwertige Rohstoffe für neue Anwendungen. Das verbessert die Ressourceneffizienz der Bauindustrie und stärkt die zirkuläre Wertschöpfungskette Bau.
CO2-Nutzung in der Baustoffindustrie
Ein zentraler Baustein des Verfahrens ist die CO2-Speicherung im Beton. Kohlendioxid wird chemisch gebunden und in Calciumcarbonat umgewandelt. So entstehen nachhaltige Baustoffe, während gleichzeitig Emissionen reduziert werden. Ein wichtiger Hebel für die Dekarbonisierung der Bauindustrie.
Innovationen für nachhaltige Bauwirtschaft
Das Gespräch zeigt, wie technologische Innovation, Circular Economy und Unternehmertum zusammenwirken. Rement steht exemplarisch für neue Geschäftsmodelle im Baustoffrecycling. Es geht um Skalierung, Markteintritt und die Frage, wie Startups etablierte Industrien transformieren können.
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Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/betonrecycling-neu-gedacht-rement-treibt-die-kreislaufwirtschaft-im-bau-voran/
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Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels. Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags.
Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut und kreativer Business Coach für Innovation. Ich begleite Unternehmen auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Transkript
Robert Schleinhege: Und da wir eben
einen Rohstoff erzeugen aus CO2 und
Abbruchbeton, der viel hochwertiger
ist als das Ausgangsmaterial der
Zementproduktion, sprechen wir
eben auch von echtem Upcycling.
Also wir sind am Ende in
den Qualitäten der Rohstoffe
besser als die ursprünglichen
Ausgangsmaterialien des Betons.
Dieser Wertschöpfungsgrad ist eben
auch notwendig, damit man am Ende in
verfahrenstechnische Anlagen investieren
kann, die dieses Betonproblem, was
wir zu Anfang skizziert haben, dann
auch vollumfänglich lösen können.
Also wir können wirklich viel CO2
am Ende wieder in die Reaktion
bringen, in die Speicherung bringen.
Und wir können eben vor allem
Abbruchbeton zu 100% in neue Produkte
übersetzen, ohne dass etwas übrig bleibt.
So wird dann eben aus grauem
Abbruchbeton weiße Farbpigmente.
Für diverse Industrien.
Und das ist eben die
konkrete Idee, die wir haben.
Und wir haben einen technisch eleganten
Ansatz, um diese Rohstoffe so zu erzeugen.
Klaus Reichert: Innovation entwerfen
und Zukunft einfach machen.
Hallo, Klaus Reichert hier.
Ich bin unabhängiger Berater, kreativer
Business Coach und erfahrener Experte
für Smart Innovation und Business Design.
Ich arbeite remote aus
Baden-Württemberg heraus.
Gemeinsam mit engagierten
Innovationsverantwortlichen und ihren
Teams mache ich Unternehmen innovativer.
Von Visionen, über frische Ideen
und agilen Innovationsmethoden hin
zur Innovationsstrategie, neuen
Geschäftsmodellen, nachhaltigen
Produkten und digitalen Services.
So entstehen innovative,
agile Organisationen mit
Vision, Dynamik und Energie.
Sowie den passenden Vorgehensweisen,
Neues auch enkeltauglich zu entwerfen
und Zukunft einfach zu machen.
Im Smart Innovation Podcast
spreche ich mit engagierten und
kreativen Menschen über Innovation,
Unternehmertum und Verantwortung,
gerade im Kontext des Klimawandels.
Bei unseren Live-Aufnahmen
zum Innovationspodcast können
Interessierte Fragen stellen.
So wird Innovation lebendig
und einfach umsetzbar.
Denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.
Heute bin ich im Gespräch
mit Robert Schleinhege.
Er ist Mitgründer und CEO von
Rement, einem Startup aus Karlsruhe,
das im Baubereich Riesenpotenziale
für Nachhaltigkeit hebt.
Ich bin schon sehr gespannt auf
unser Gespräch und vor allem auf
die Details dessen was das Startup
denn tatsächlich genau auch macht.
Hallo Robert, schön, dass du
heute mit dabei bist im Podcast.
Robert Schleinhege: Hallo Klaus
vielen Dank für die Einladung
Ich freue mich aufs Gespräch.
Klaus Reichert: Robert, ihr arbeitet
an einem Thema, das die Welt bewegt.
Beziehungsweise aus dem Unbeweglichen
dann wieder etwas macht, aus einem der
größten CO2-Entstehungs... Bereichen
und Ressourcen Verschwendungen fast,
wieder etwas macht, im Baubereich.
Das ist einer der größten Bereiche in
dem Energie gebunden ist, in dem CO2
entsteht und in dem Baustoffe verwendet
werden, die irgendwann mehr oder weniger
einfach so auf der Deponie landen.
Ihr macht da was ganz, ganz Spezielles.
Kannst du uns kurz erklären bitte?
Einfach mal als Einleitung, was das
genau ist, womit sich Rement beschäftigt.
Robert Schleinhege: Wir beschäftigen
uns mit Abbruchbetonrecycling.
Beton ist einer der größten
Abfallströme der Menschheit, verbraucht
riesige Mengen fossiler Ressourcen.
30 Milliarden Tonnen im Jahr und
verursacht auch 8% der globalen
CO2-Emissionen, vor allem für
die Produktion von Zement.
Beton ist gleichzeitig auch
einer der größten Abfallströme.
Deswegen konzentrieren wir uns
darauf, Abbruchbeton und CO2 in neue
nachhaltige Produkte zu recyceln.
Wir entwickeln eine
Betonrecycling-Technologie.
Klaus Reichert: Hört sich ungeheuer
spannend an, vor allem wenn man sich
überlegt, du hast ja gerade Zahlen
genannt, für wie viel Material, für wie
viel CO2, für wie viel Rohstoffe auch, die
ja dann im Recycling wieder gehoben werden
können, das jetzt dann auch betrifft.
Du hast schon gesagt, es
geht um den Baubereich.
Da haben wir doch eigentlich
gar kein Problem, oder?
Ich war mal Architekt.
Ich habe das so vor mir, diese
wunderschönen Sichtbetonbauteile,
diese Decken und Stützen und so weiter.
Die werden gebaut.
Das Gebäude steht für die Ewigkeit
und ist dann stabil und brandsicher
und was weiß ich noch so alles.
Wo haben wir jetzt eigentlich ein Problem?
Robert Schleinhege: Wir sind
nicht per se gegen Beton.
Beton ist eben funktionstüchtig.
Ist günstig.
Ist verfügbar.
Und wir denken auch nicht, dass
die Menschheit davon abkommen
wird, Beton einzusetzen.
Trotzdem können wir nicht leugnen, dass
Beton große Umweltauswirkungen hat.
Und vor allem auch perspektivisch
ein Ressourcenproblem.
Die Welt baut immer mehr.
Wüstensand, beispielsweise, lässt
sich nicht für Beton einsetzen und
wir müssen uns überlegen, wo wir
eigentlich in 50 oder 100 Jahren die
Ressourcen für Beton herbekommen.
Und wie wir auch eben die
Betonindustrie oder die Zementindustrie
langfristig dekarbonisieren können.
Und wir denken, dass eben ein
ganz, ganz großes Potenzial,
um diese Fragen zu beantworten,
am Ende... im Recycling liegt.
Und unser Ziel ist es, eine neue
Technologie zu entwickeln, die eben
die Möglichkeiten der Recyclingbranche
hier nochmal deutlich erweitert.
Aktuell wird eben branchenüblich
mechanisches Recycling eingesetzt von
hunderten Baustoffrecyclingunternehmen
in Deutschland und tausenden in der Welt.
Dieses mechanische Recycling ist eben
ausreichend um Abbruchbeton wieder einem
Wert oder einer Anwendung zuzuführen.
Aber es ist eben nicht ausreichend um
diese großen Probleme, Defossilisierung
und Dekarbonisierung endgültig zu lösen.
Und das hat auch gar nichts damit
zu tun, dass die Branche konservativ
ist oder das nicht möchte oder was
auch immer, sondern... das Potenzial
vor allem in Deutschland, mit den
technischen Möglichkeiten, die
man eben hat, ist ausgeschöpft.
Abbruchbeton wird zu ganz großen
Anteilen wieder verwertet.
Aber es gibt eben noch nicht
die technischen Möglichkeiten,
hier eine klimaneutrale
Kreislaufwirtschaft zu erzielen,
was das langfristige Ziel sein muss.
Und wir möchten eben diese
technische Perspektive öffnen,
dass das in Zukunft möglich ist.
Klaus Reichert: Ich habe das ja vorhin
auch im Grunde vollkommen falsch gesagt.
Ein Gebäude steht erstmal
nicht unendlich lange.
Das ist ganz klar.
Das wird dann abgebrochen.
Wer das schon mal beobachtet
hat, das ist furchtbar spannend.
Es ist ja viel Stahl
in dem Stahlbeton drin.
Der wird dann in jedem Falle
heute schon rausgenommen, sodass
man ihn wiederverwerten kann.
Aber was davon übrig ist, ist
eben etwas, was dann vielleicht
zerkleinert im Straßenbau landet.
Robert Schleinhege: Genau, ja.
Das ist aktuell der größte Verwertungsweg.
Klaus Reichert: Genau, das heißt es
ist im Grunde, es ist ein Downcycling,
es entspricht eigentlich nicht dem
Wert des Produktes das man da hat.
Und es ist ja auch keine
Kreislaufwirtschaft, die damit entsteht.
Wir nehmen quasi, wir nutzen den Wert
nicht, der da eigentlich drin steckt.
Was ich jetzt verstehe ist, dass ihr
sagt, Okay, wir haben das verstanden.
Da gibt es ein Problem.
Da können wir was tun.
Und ihr macht jetzt das nicht einfach
so, dass es klein zerbrochen wird
und dann kleinere Bestandteile sind,
sondern ihr zerlegt das Ganze irgendwie.
Habe ich das so richtig verstanden?
Robert Schleinhege: Genau, also wir haben
eine chemische Recycling-Technologie
entwickelt, die eben im Vergleich zu
mechanischen Ansätzen die Rohstoffe
die im Beton enthalten sind, deutlich
sortenreiner voneinander trennen kann.
Es muss klar sein, wenn man im
Recycling tätig ist, ist die
Messlatte oder der Wettbewerb
sind weiterhin fossile Ressourcen.
Und man muss eben Wege finden,
Ressourcen aus Recyclingquellen zu
gewinnen, die aber trotzdem die gleichen
Qualitäten und die gleichen Preise
haben wie die fossilen Alternativen.
Das heißt, man braucht eine
relativ gute Idee, technisch und
man braucht auch die richtigen
Zielprodukte, die dann auch mal eine
Wirtschaftlichkeit später ermöglichen.
Und ich glaube, uns ist es gelungen
hier... eine gute Kombination aus
Zielprodukten und einem technisch
eleganten Ansatz, um diese zu
gewinnen, eben zusammenzustellen,
dass das eben auch möglich ist.
Also dass wir eben auch zirkuläre
Ressourcen zu Marktpreisen und Qualitäten
perspektivisch anbieten können.
Klaus Reichert: Wenn wir jetzt mal
drauf gucken, wir haben im Beton
haben wir solche Sachen wie Zement.
Sand, wir haben verschiedene Kiesel
in verschiedenen Größen, vielleicht
noch ein paar Zuschlagstoffe die wir
brauchen, vielleicht für Frostsicherheit
und was weiß ich noch so alles.
Sand, denkt man ja so, ist ja eh genug
da, das hast du vorhin schon angesprochen,
ist natürlich nicht der Fall.
Zement ist etwas, was ungeheuer
viel Energie braucht, um
es überhaupt zu erzeugen.
Und dann Kiesel, Kies in verschiedenen
Größen ist etwas, was wir hier zwar in
der Karlsruher Gegend natürlich sehr
viel haben, ja aus den Kiesgruben heraus.
Aber was grundsätzlich natürlich
auch ein wichtiger Stoff ist, den
man dann wieder verwenden möchte.
Jetzt hast du gesagt, ihr nutzt
das Ganze, um etwas Neues zu
generieren, was dann auch wieder
nachgefragt wird im Baubereich.
Was kommt denn aus dem Verfahren, von
dem wir sprechen, am Ende raus, was man
dann eben auch wiederverwenden kann bzw.
auch wiederverkaufen kann,
wo es Menschen gibt, Firmen
gibt, die das dann auch kaufen?
Robert Schleinhege: Also um jetzt
etwas spezifischer zu werden.
Wir setzen auch weiterhin darauf,
dass das uns vorgelagert Abbruchbeton
mechanisch verwertet wird.
Das heißt eben nach dem Abriss wird
das Material zu Baustoffrecyclinghöfen
gebracht oder mobil auf der Baustelle
verwertet und halt vor allem in
Stücke gebrochen mit Brechanlagen.
Danach wird das Material auch häufig
noch mit Siebanlagen in verschiedene
Fraktionsgrößen unterteilt.
Und hierbei entsteht eine grobe Fraktion
und in der Regel eine feine Fraktion.
Die grobe Fraktion kann man relativ gut
beispielsweise im Straßenbau, aber auch
zum Beispiel neuen Beton als Ersatz
für Kies, also als Gesteinskörnung,
Recyclinggesteinskörnung, einsetzen.
Wir fokussieren uns
auf das feine Material.
Also die feinen 30 bis 40 Prozent der
Masse mit Korngrößen unter 4 Millimetern.
So kann man sich das vorstellen.
Also im Prinzip eine
Sandfraktion, wenn man so will.
Dieses Material hat relativ wenig
Verwertungsmöglichkeiten, enthält
aber besonders hohe Anteile
an den Inhaltsstoffen, die für
uns am Ende interessant sind.
Und unser Fokus liegt jetzt eben
darauf, dieses feine Abbruchmaterial
sortenrein zu zersetzen.
Und gleichzeitig CO2 zu speichern.
Also wir nutzen auch ein Stück weit den
Fakt, dass Zement basisch ist und eben
CO2 in Wasser, also Kohlensäure sauer.
Das bedeutet, wir nutzen Kohlensäure
auch als Betriebsmittel, also
CO2 auch als Betriebsmittel, um
Zementverbindungen zu zersetzen.
Und wir können dann eben im Anschluss
den Sand, der in diesem Feinabbruchbeton
enthalten ist, wieder überwiegend von
diesen Zementanhaftungen befreien,
sodass man diesen wieder... in
neuen Anwendungen einsetzen kann.
Zum Beispiel in Beton, aber Sand wird
auch in ganzen Menge anderer Produkte
genutzt wo auch ebenfalls dieser
Sand wieder eingesetzt werden könnte.
Und aus diesen Zementverbindungen,
genau, da gibt es prinzipiell
verschiedenste Möglichkeiten,
auf die man abzielen könnte.
Es gibt auch technologische Ansätze, die
versuchen, aus, wenn man so will, altem
Zement wieder neuen Zement zu machen.
Das ist nicht unser Ansatz.
Es ist relativ regulatorisch
schwierig, Zement zu ersetzen.
Deswegen fokussieren wir uns danach
stattdessen auf andere Anwendungen.
Und zwar die Verwendung
von Calciumcarbonat als
Füllstoff und Farbpigment.
Zement enthält ganz viel Calcium.
Und Calcium-Oxid mit CO2, was wir in
die Reaktion bringen möchten und binden
möchten, ergibt Calcium-Carbonat.
Und Calcium-Carbonat ist das
meistgenutzte Farbpigment auf der Welt.
Also das, was Kunststoffe, was
Wandfarbe, was Papier weiß macht,
ist ganz, ganz oft Calcium-Carbonat.
Calcium-Carbonat ist auch das
Ausgangsprodukt für die Zementproduktion.
Aber das Calciumcarbonat,
was wir erzeugen, ist viel
viel hochwertiger als das.
Also viel reiner, viel weißer,
die Partikel sind viel feiner.
Also es hat eine ganz
bestimmte Kristallstruktur.
Und da wir eben einen Rohstoff erzeugen
aus CO2 und Abbruchbeton, der viel
hochwertiger ist als das Ausgangsmaterial
der Zementproduktion, sprechen wir
eben auch von echtem Upcycling.
Also wir sind am Ende in
den Qualitäten der Rohstoffe
besser als die ursprünglichen
Ausgangsmaterialien des Betons.
Dieser Wertschöpfungsgrad ist eben
auch notwendig, damit man am Ende in
verfahrenstechnische Anlagen investieren
kann, die dieses Betonproblem, was
wir zu Anfang skizziert haben, dann
auch vollumfänglich lösen können.
Also wir können wirklich viel CO2
am Ende wieder in die Reaktion
bringen, in die Speicherung bringen.
Und wir können eben vor allem
Abbruchbeton zu 100% in neue Produkte
übersetzen, ohne dass etwas übrig bleibt.
So wird dann eben aus grauem
Abbruchbeton weiße Farbpigmente.
Für diverse Industrien.
Und das ist eben die
konkrete Idee, die wir haben.
Und wir haben einen technisch eleganten
Ansatz, um diese Rohstoffe so zu erzeugen.
Klaus Reichert: Hört sich nach Magic an.
Für jemand, der überhaupt keine Ahnung
von Chemie und was weiß ich noch so
alles hat, denkt man jetzt gerade,
naja Bahnhof, Bahnhof, Bahnhof Bahnhof.
Schön, dass ihr draufgekommen seid.
So geht es mir jetzt zumindest gerade.
Robert Schleinhege: So
magisch ist es gar nicht.
Jeder kann gerne mal vorbeikommen
und sich das bei uns anschauen.
Klaus Reichert: Ihr habt eine Pilotanlage?
Robert Schleinhege: Genau, ja.
Klaus Reichert: Das heißt, da
kann man dann auch sehen, wie das
Ganze grundsätzlich funktioniert.
Was ich jetzt mitgenommen
habe, sind verschiedene Sachen.
Das eine ist natürlich, eure
Zielgruppe sind wahrscheinlich
sowas wie Recyclingbetriebe, die
Betonrecycling jetzt schon machen.
Die haben dann jetzt schon
Maschinen, um das Ganze eben zu
zerkleinern in die unterschiedlichen
Größen die du angedeutet hast.
Und ich sage es mal vereinfacht, ihr
liefert dem eine Maschine, diesem Betrieb.
Und die können dann danach
nach dem, was sie jetzt machen,
Robert Schleinhege: Noch
einen Schritt weiter gehen.
Klaus Reichert: In eure Maschine reingeben
und dann kommt am Ende eben dieses weiße
Farb oder dieses Farbpulver raus, das
dann wiederum von euch oder anderen eben
gekauft und weiterverarbeitet werden kann.
Robert Schleinhege: Genau.
Und eben Sand.
Der halt häufig auch im direkten
Umfeld von Baustoffrecyclingunternehmen
wieder eingesetzt werden kann.
Also Recyclingunternehmen in dem Bereich
sind häufig auch Teil von Bauunternehmen,
von Transportbetonunternehmen
oder von Zementunternehmen.
Das bedeutet, diese
Verwertungsmöglichkeiten existieren oft
schon, in dem eigenen direkten Umfeld.
Klaus Reichert: Man muss den Sand nicht
irgendwo von anderswo herholen, sondern
es entsteht quasi aus dem Abbruchmaterial,
das man hat und es wird mehr oder weniger
gleich in den neuen Beton reingegeben,
den man direkt auf dem Gelände auch
wieder produziert, in vielen Fällen.
Zum Beispiel, genau.
Was ich da ganz spannend finde, auch
in dem Zusammenhang, ist, das ist
etwas, was man irgendwie so... Für uns
so, sich zum Teil sehr schwierig es
vorzustellen, aber es gibt ja, du hast
es vorhin schon auch gesagt, Wüstensand
ist nicht geeignet, um Beton zu machen.
Es gibt tatsächlich Gegenden, da gibt es
Sand nicht, da wird trotzdem aber viel
gebaut und dieser Sand wird von weit
her teilweise auch mit, ja, eigenartigen
Methoden wahrscheinlich abgebaut.
Dann transportiert.
Wenn man da so an der Ecke der Welt ist,
wir reden jetzt zum Beispiel auch von, ich
sag mal Saudi-Arabien oder sowas, da könnt
ihr natürlich gleich Anlagen liefern,
die helfen aus dem Abbruchmaterial,
was es ja dann auch wahrscheinlich
zunehmend irgendwann gibt, gleich
Material für den Neubauten zu schaffen.
Robert Schleinhege: Genau, also
prinzipiell ist unser Ansatz anwendbar
eigentlich in allen Ballungsgebieten der
Welt, wo eben zumindest dieser relativ
sortenreine Abriss und diese mechanische
Aufbereitung vom Bauschutt danach
schon mal einigermaßen etabliert ist.
Aber die arabische Welt ist
da auch ein Beispiel für.
Genau, also in der Straße von Hormuz,
da ist nicht nur die Logistik für Öl zum
Beispiel blockiert, sondern auch für Sand.
Aber auch die Niederlande zum
Beispiel, da wird auch sehr viel
gebaut und der Sand wird auch
häufig zum Beispiel aus der Region
Karlsruhe, dann eben antransportiert.
Klaus Reichert: Ihr löst also
recht große Probleme, finde ich.
Das ist so etwas, wo man erst mal
drauf guckt, es nicht versteht
und dann, je mehr man das so hört,
merkt, welches Potenzial, welches
Riesenpotenzial, dann dahinter steckt.
Was ich jetzt verstanden habe,
ist, ihr seid ein Unternehmen, das
einen Prozess sozusagen entwickelt.
Dann entsprechend daraus Maschinen
entwirft, die bauen lasst.
Wie geht es denn hier dann weiter?
Es entsteht auf der einen Seite
ja der Bedarf an Maschinen,
Maschinenbau natürlich.
Da ergeben sich wahrscheinlich auch
Montageaufgaben natürlich, neben
der Herstellung der Maschinen.
Wartungsaufgaben, aber auch
so Sachen wie, wohin mit dem
Material, was hinten bei rauskommt.
Wie ist so da das Geschäftsmodell
an dem ihr arbeitet?
Robert Schleinhege: Also man muss
erstmal sagen, die Maschinen, die wir
bauen, perspektivisch im kommerziellen
Maßstab, die sind schon sehr groß.
Man muss schon von Anlagen sprechen.
Das sind wirklich große
verfahrenstechnische Anlagen.
Wir sind aktuell im
Pilot-Technikums-Maßstab Das
ist so unsere Anlagengeneration
3 in der wir aktuell sind.
Und es gibt noch, ja, die nächste
Generation ist dann der erste
der kleinkommerzielle Maßstab.
Und danach werden dann Anlagen
umgesetzt, die einen großkommerziellen
Maßstab erreichen und dann eben
auch von Recyclingunternehmen
betrieben werden sollen.
Genau.
Das Servicemodell was darum entsteht
ist eben das, was am Ende der
Kunde dann nachfragt und benötigt.
Also natürlich Wartung und Service ist
natürlich eigentlich standardmäßig dabei.
Und ja die Anbindung oder die
Unterstützung in der Anbindung
der weiteren Rohstoffströme
sind dann eben nach Bedarf.
Also wir gehen davon aus, dass
Unternehmen, die die Anlagen nutzen,
schon über Abbruchbeton verfügen,
aber vielleicht nicht unbedingt über
CO2, was eingespeist werden könnte.
Wir gehen davon aus, dass fast
immer eigentlich auch schon ein
Nutzungskanal da ist für die
Gesteinskörnung, also den Sand.
Für das gefällte Calciumcarbonat, was wir
erzeugen häufig auch, aber nicht immer.
Auch hier können wir natürlich
unterstützen, damit, dass wir
hier Unternehmen zusammenbringen.
Am Ende ist unser Ziel, dass diese neue
zirkuläre Wertschöpfungskette funktioniert
und wir möchten das ermöglichen.
Ohne dass wir selber
diese Wertschöpfungskette
vollständig abbilden müssen.
Klaus Reichert: Ihr verkauft
am Ende die Anlagen.
Wartung Service und was
so alles auch dazugehört.
Aber es ist nicht so, dass ihr euch
in dem Sinne als Rohstofffirma seht,
die das dann zum Beispiel wieder
einsammelt und bündelt und dann gebündelt
wieder weiterverkauft zum Beispiel.
Robert Schleinhege: Genau, ja.
Also am Ende denken wir, das ist der
schnellste Weg, um etwas zu bewegen,
ist die Unternehmen, die schon diesen
Auftrag haben, aus Abbruchbeton das
Bestmögliche rauszuholen, die Möglichkeit
zu geben, das noch besser zu tun.
Klaus Reichert: So skaliert es
natürlich auch viel leichter Es bleibt
in der Verantwortung und auch im
Geschäft des einzelnen Betriebes drin
und davon gibt es mehrere hundert,
würde ich mal sagen, in Deutschland.
Wie viele haben wir so
ungefähr in Deutschland?
Robert Schleinhege: Genau,
es sind einige hundert.
Die müssen schon eine gewisse
Größe haben, damit unsere
Anlagen für die relevant sind.
Vorrangig in den Großstädten
aktiv sein und Material aus
diesem Gebiet eben auch bekommen.
Aber es gibt überall
Baustoffrecyclingunternehmen.
Klaus Reichert: Zum Glück muss man sagen,
das ist ein Riesenfortschritt natürlich.
Das ist ja auch nicht auf
Deutschland beschränkt.
Das ist im Grunde ein weltweites Thema.
Gibt es da dann vielleicht auch
Unterschiede in der Zusammensetzung
von Beton oder sowas auf dem ihr achten
müsst, dass es zum Beispiel in der
Türkei einen anderen Beton gibt wie
jetzt hier oder wie zum Beispiel in
Italien oder in Afrika, sodass ihr da
das Verfahren darauf anpassen müsstet?
Robert Schleinhege: Ja, also in den
Zusatzstoffen aber auch in der genauen
Art der Gesteinskönnung gibt es schon
Unterschiede auch in Deutschland regional.
Also der Rheinsand der sieht anders
aus als Sand in anderen Regionen.
Also natürlich in der Entwicklung
überprüfen wir solche Effekte.
Bis jetzt sieht es danach aus, dass
wir da relativ unabhängig sind und dass
die Technologie immer anwendbar ist.
Klaus Reichert: Du hast gesagt, ihr habt
eine Pilotanlage, ihr seid in Karlsruhe.
Da kann man auch, wenn man jetzt Interesse
hat, jetzt als Unternehmen das vielleicht
später auch mal einzusetzen, kann man
sicher bei euch vorbeikommen und das
auch natürlich angucken und anfassen.
Robert Schleinhege: Ja,
das kann man absolut.
Genau, also unsere Aufgabe als
Startup ist es eben, diese Technologie
Schritt für Schritt immer größer
und immer konkreter zu machen.
Rement ist natürlich gestartet
im Labor, eigentlich wie
jedes Deep Tech Unternehmen.
Wo wir erstmal geschaut haben, sind
die grundlegenden Reaktionsgleichungen
den existent, die wir benötigen.
Also funktioniert ganz
grundlegend die Chemie.
Lässt sich dieser Abbruchbeton zersetzen.
Lassen sich die Produkte erzeugen.
Der zweite Schritt war dann eben der
erste verfahrenstechnische Prototyp
mit einem kontinuierlichen Prozess.
Wo man dann wirklich den Abbruchbeton
reingibt und schon relativ stark
automatisiert am Ende die Produkte
die wir erzeugen möchten, erhält.
Und das aktuelle Stadium, also
die dritte Generation, wenn man so
will, ist jetzt eine Pilotanlage,
die nicht mehr im Labor ist.
Sondern in Realumgebung
genutzt werden kann.
Das kann man sich so vorstellen, dass
jetzt mittlerweile drei Container
bei uns eben ausgestattet sind mit
verfahrenstechnischen Bauteilen,
mit elektronischen Bauteilen.
Und diese Anlage kann jetzt
eben schon etwas größere Mengen
Abbruchbeton sehr autonom verarbeiten,
und die Produkte erzeugen.
Und sie ist eben auch mobil,
sodass man sie eben auch, wenn man
möchte, in die Betriebsumgebung
des Anwenders transportieren und
da vor Ort integriert in seiner
Wertschöpfungskette betreiben kann.
Klaus Reichert: Aber um das klar zu
sagen, es ist so noch nicht, es ist noch
nicht das... ja, das geplante Produkt.
Das ist noch nicht die Anlage,
die ihr wirklich verkaufen wollt.
Sondern es ist etwas, wo man es
dann eben auch demonstrieren kann.
Wo man es direkt vor Ort ausprobieren
kann, wo man es dann auch sehen
kann, wie es funktioniert und
deswegen auch im Container, sodass
man quasi kleinere Mengen dann
direkt vor Ort verarbeiten kann.
Robert Schleinhege:
Genau, das ist die Idee.
Also der echte kommerzielle Maßstab
ist dann schon deutlich größer.
Beton ist einfach ein Riesenstoffstrom
und es macht einfach Sinn, dass
die Anlagen dann auch wirklich
Kilotonnen Maßstab erreichen.
Klaus Reichert: Ja, ihr seid ja
schon ziemlich weit gekommen.
Ihr habt zum Beispiel auch den Lothar
Späth Award gerade verliehen bekommen.
Das war eine sehr schöne Veranstaltung.
Jetzt gibt es natürlich noch
sehr viel, was vor euch liegt.
Was sind denn so die nächsten
Schritte, die für euch jetzt anstehen?
Robert Schleinhege: Wir haben Rement
erst im Januar 2025 gegründet.
Wir haben eben in der jüngeren
Vergangenheit vor allem eben
unsere Pilotanlage montiert, in
Betrieb genommen in Karlsruhe.
Das Team aufgebaut darum.
Und der nächste große Schritt
ist jetzt, und damit geht es dann
schon in den nächsten Wochen los.
Diese Pilotanlage in einer realen
Betriebsumgebung zu betreiben mit
einer Handvoll Unternehmen, die
dann zusammen eine potenzielle
zirkuläre Wertschöpfungskette mit
unserer Technologie abbilden könnten.
Das bedeutet, dass die Unternehmen dabei
sind, die die Ausgangsmaterialien stellen.
Und eben Unternehmen dabei sind,
die am Ende unsere Rohstoffe in
ihren Anwendungen nutzen können.
Und das ist jetzt eben das große
nächste Ziel, dass wir zeigen,
dass unsere Technologie die Lücke
zwischen den mineralischen Abfällen
und den Endanwendungen unserer
Produkte, ja, ohne Probleme schließen
kann, ohne dass weitere Vor- oder
Nachbereitungsschritte notwendig sind.
Dass am Ende alle Projektteilnehmer
sagen können, das hat funktioniert, jetzt
brauchen wir das so nur noch größer.
Und genau, das ist jetzt so
der technische nächste Schritt.
Also die Integration des Technikums
in die reale Wertschöpfungskette.
Und genau, parallel starten wir
dann langsam auch mit der Planung
einer ersten kommerziellen Anlage.
Eben auf Grundlage dieser Daten, die wir
dann in diesen Pilotprojekten generieren.
Klaus Reichert: Das heißt, ihr
erbringt den nächsten Beweisschritt
sozusagen, dass es funktioniert.
Die Leute können das vor Ort
nutzen, können das anfassen.
Da werden natürlich sehr viele
Zweifel dann auch, die ja bei neuen
Sachen manchmal zu Recht, manchmal
nicht zu Recht auch eben da sind.
Zweifel aus dem Weg geräumt.
Und es kommen dann natürlich
auch neue Aufgaben auf euch zu.
Wenn du sagst ihr wollt eine
kommerzielle Anlage entwerfen, da
kommt ihr dann plötzlich in eine ganz
andere Dimension auch wieder rein.
Das ist auch größer, mehr
Material und, und und.
Da gibt es sicher auch dann
Bedarf für weitere Finanzierung.
Wie schaut es da aus?
Seid ihr da auf der Finanzsuche?
Robert Schleinhege: Sind wir tatsächlich.
Also Rement ist Investoren finanziert
und natürlich auch Fördergeld finanziert.
Gleichzeitig ist die Kombination
eben wichtig für das, was wir machen.
Die Pilotanlage beispielsweise, die wurde
vom Exist Forschungstransfer finanziert.
Das ist das größte
Ausgründungsförderprogramm in
Deutschland und wurde eben in
Kollaboration mit dem KIT entwickelt.
Dieses Programm eben betrieben, wo wir
ganz eng mit dem Institut für Massivbau
und Baustofftechnologie zusammenarbeiten.
Rement hat aber auch schon eine
Investorenfinanzierungsrunde eben gemacht,
um das Team aufzubauen in der Firma.
Und eben auch ein Stück weit diese
Pilotprojekte auch dann dafür
Working Capital einfach zu haben.
Und es wird sicherlich noch weitere
Finanzierungsrunden eben geben, um immer
jeweils den nächsten Schritt zu gehen.
Und genau, also wie du es richtig
gesagt hast, bald steht die nächste
Finanzierungsrunde an, um dann eben
das Team nochmal auszubauen, damit wir
auch Kapazitäten haben, mit der Planung
der kommerziellen Anlage zu beginnen.
Klaus Reichert: Wir werden eure
Kontaktdaten natürlich auch mit
verlinken in den Shownotes, sodass
potenzielle Interessierte sich
dann auch bei euch melden können.
Was ich ziemlich klasse finde in eurem
Zusammenhang ist, Investoren, die dürfen
dann auch mal Minibagger fahren, oder?
Wenn sie an der Anlage sind
und es dann angucken können.
Robert Schleinhege: Also ich
denke, jeder Investor hat seine
spezifischen Stärken und Interessen,
aber die dürfen sich so einbringen.
Wie sie das gerne möchten.
Klaus Reichert: Und dann gibt es
Jochen-Schweizer-Gutscheine, wo man quasi
die Investmentanteile zeichnen kann und
dann bei euch erstmal mit dem Bagger
die Anlage irgendwie befüllen kann.
Robert Schleinhege: Ja, also das haben wir
noch nicht einverhandelt, dass wir statt
Anteilen solche Spaßaktionen abgeben.
Aber vielleicht ist es
mal die Überlegung wert.
Klaus Reichert: Crowdfunding.
Robert Schleinhege: Genau.
Klaus Reichert: Ihr seid ein Start-up.
Du hast gesagt, ihr habt
euch gegründet Anfang 2025.
Da gibt es natürlich
eine Vorgeschichte dazu.
Robert Schleinhege: Genau.
Klaus Reichert: Da gab es einiges, was
am KIT stattgefunden hat natürlich,
auch in Laboren und so weiter.
Jetzt müssen wir auch noch
über die Menschen sprechen,
die da mitmachen bei Rement.
Über wen reden wir denn da?
Robert Schleinhege: Also Rement
sind mittlerweile drei Gründer vier
Ingenieure und Ingenieurinnen und
vier Studierende die uns unterstützen.
Und genau, die kamen
natürlich nach und nach dazu.
Jeder hat immer Rement einen
neuen Schwung gebracht, indem
er dem Team beigetreten ist.
Ich habe Rement nicht initial
gegründet oder hatte auch
nicht die technische Idee dazu.
Das war mein Mitgründer Felix.
Der bei uns so das operative
Geschäft verantwortet.
Und ich habe Felix kennengelernt
auf einem Startup-Wettbewerb, dem
Grow-Wettbewerb von der Pioniergarage,
einer KIT-Hochschulgruppe organisiert.
Und das ist eben ein frühphasiger
Startup-Wettbewerb und ich
sass damals im Publikum.
Und mein damaliger Arbeitgeber war
auch Hauptsponsor dieses Wettbewerbs.
Und da habe ich mir natürlich
angeschaut, was gibt es hier für Ideen.
Und die Idee, die Felix vorgestellt
hat, hat mich schon während
des Pitches ziemlich gepackt.
Und dann war eben auf der letzten
Folie dann die Anfrage, wir suchen noch
jemanden nicht technisches, der Themen
wie Finanzierung, Marketing, Vertrieb,
Buchhaltung, alles andere, was man
sich dann auch so vorstellen kann, was
Techniker vielleicht nicht so gerne
selber machen, sozusagen übernimmt.
Und damals habe ich mich direkt eigentlich
entschieden im Pitch, dass ich erstmal
In Teilzeit gehe und mich mal erstmal
zwei Tage die Woche dem Vorhaben widme.
Habe dann auch relativ schnell gemerkt,
dass das eigentlich nicht reicht.
Bin dann auch, habe dann auch Vollzeit
direkt bei Rement Gas gegeben.
Und genau, habe dann mit Felix und auch
weiteren Teammitgliedern angefangen eben
Rement zu konkretisieren mit dem ersten
Preisgeld von diesem Wettbewerb wo die
erste Prototyp-Generation umgesetzt.
Wir haben dann auch schnell gemerkt,
dass, das eben diese Skalierung von
einem Prototyp-Marschstab in den
kommerziellen Marschstab schon etwas
ist, wo Erfahrung nicht schlecht ist.
Und haben dann eben unseren
dritten Mitgründer, den Achim,
unseren jetzigen CTO, dazu geholt.
Er hat eben schon sehr, sehr viele
Anlagen in seiner beruflichen Laufbahn
aus dem Technikums-Maßstab in den
vollen skalierten Maßstab gebracht.
Den haben wir dazu geholt und von seiner
Erfahrung profitieren wir auch sehr.
Und genau, dann eben das Team Schritt für
Schritt vergrößert und die verschiedenen
technischen Disziplinen, die wir eben
benötigen, nach und nach besetzt.
Und genau, wir bauen auch
weiter unser Team aus.
Also wer das hier hört und denkt, das
klingt total spannend, ich bin auch
immer offen für Initiativbewerbung.
Klaus Reichert: Am Ende braucht
man in Anführungszeichen einen
bunten Mix an Skills für ein
Projekt, wie das ihr vorhabt.
Auf der einen Seite natürlich auch diese
Begeisterung, dieses Verstehen dieser
ganzen chemischen, physikalischen,
was weiß ich, genau Vorgänge.
Das ist ja der Kern auch.
Aber auf der anderen Seite
muss man das jetzt dann eben in
dieses Thema Anlagen reinbringen.
Aus dem Labor natürlich, was dann
wiederum eigene Skills braucht.
Da ist schon einiges notwendig um
das dann auf den Weg zu bringen.
Etwas eint aber doch
sicher auch die Leute.
Also was ist die Motivation dazu?
Robert Schleinhege: Jeder, der
unserem Team beigetreten ist im
Laufe der Zeit, hat eigentlich nach
einem Thema gesucht, wo er wirklich
an was sehr Sinnhaftem arbeitet.
Wir haben eben viele
Probleme in der Gesellschaft.
Der Klimawandel verschwindet nicht,
nur weil wir ihn weniger beachten.
Und jeder wollte eigentlich an
einem Thema arbeiten, wo man
ein relevantes Problem löst.
Das ist der Antrieb, der uns alle eint
und dann hat natürlich jeder noch so
seinen individuellen zusätzlichen Antrieb.
Zum Beispiel ich mag es einfach, wenn
Strukturen entstehen und wachsen und jeden
Tag Dinge ein bisschen besser werden.
Unser CTO Achim zum Beispiel ist
Marathonläufer und der mag es einfach,
wenn ein sehr kontinuierlicher
Ausdauer irgendwann zu einem Erfolg
führt über einen längeren Zeitraum.
Felix zum Beispiel mag einfach
große Anlagen und wollte schon
immer große Anlagen entwickeln.
Und das ist auch ganz wichtig, dass man
wirklich starke Motivationstreiber hat,
weil ein Vorhaben wie das, was wir eben
verfolgen, das ist eben nicht in einem
Jahr umgesetzt und dann kann man seine
Früchte ernten, sondern da muss man
auch ein bisschen länger dabei bleiben.
Klaus Reichert: Ja, und einiges
bewegen, Berge bewegen sozusagen.
Robert Schleinhege: Ja, genau.
Klaus Reichert: Also wir reden ja wirklich
von riesigen Mengen an Material, die
euch da theoretisch zur Verfügung stehen,
um dann eben bearbeitet zu werden.
Das ist schon, da kann man schon
vielleicht auch mal den Mut verlieren.
Wie ist denn so euer zeitlicher
Horizont wo ihr dann sagt, Mensch.
Dann läuft zum Beispiel
die erste größere Anlage.
Robert Schleinhege: Ja, genau.
Also wir haben jetzt bis jetzt jedes
Jahr die nächstgrößere Anlage gebaut.
Die kommerzielle Anlage die jetzt
danach kommt, das wird nicht direkt
nächstes Jahr vorhanden sein.
Also wir brauchen jetzt schon
einmal schon ein bisschen Zeit,
diese Pilotprojekte eben zu machen
mit einem Technikumsmaßstab,
um hier Daten zu generieren.
Das ist eben danach schon eine große
Investition, so eine kommerzielle Anlage.
Und wir brauchen auch den Planungsvorlauf
und auch den Genehmigungsvorlauf.
Genau, also nächstes Jahr, Anfang
nächsten Jahres geht es dann wirklich
langsam in die Detailplanung.
Und ja, 2029 soll dann die erste
kommerzielle Anlage dann in Betrieb gehen.
Was ja, was nicht heißt, dass man
schon vorher mit der Planung weiterer
kommerziellen Anlagen beginnen würde.
Klaus Reichert: Ja, das ist
dann so parallel eben zu dem,
wie das dann so abläuft, ja.
ich bin immer wieder verblüfft wenn
ich solche Vorhaben sehe, von solchen
Vorhaben wie jetzt dem euren auch höre.
Und was ich da auch sehe ist, dass da
einiges an, ja, an Erkenntnissen, an
Einsichten und sowas mit dabei ist.
Beobachtungen, ja, dass da einiges
an Mut mit dabei ist, teilweise auch
an, vielleicht an Ignoranz, was das
Ausmaß der Aufgabe dann auch angeht.
Ja, das ist dann gut, weil man sonst gar
nicht anfangen würde unter Umständen.
Da habt jetzt schon einiges
geleistet sozusagen.
Wenn du das mal so überlegen würdest,
was sind denn so drei Tipps die du
anderen mitgeben würdest, anderen,
die quasi vor der Gründung sind, wie
das bei euch vor, sagen wir mal, zwei,
drei, vier Jahren oder sowas war?
Damit die tatsächlich auch solche großen
Sachen angehen und nicht aufgeben.
Robert Schleinhege: Ja, also ich
glaube, ganz wichtig ist, dass
man früh merkt, dass man das nicht
alleine schaffen kann, was man sich da
vornimmt, aber auch nicht schaffen muss.
Also die allergrößte Kunst
liegt eben darin, sich das
Team richtig zusammenzustellen.
Und Teil vom Team sind eben nicht nur die
Mitarbeitenden, das ist natürlich auch
ganz wichtig, also die ersten Mitarbeiter,
die man sich dazu holt die definieren
die Unternehmenskultur für viele Jahre.
Und da braucht es einfach
einen bestimmten Typ Mensch.
Mit einer bestimmten Einstellung
und einer Hands-on-Mentalität.
Und der auch mit Unsicherheit
und Risiken zurechtkommt und
sich trotzdem aufs Wesentliche
fokussieren kann, ist ganz wichtig.
Aber auch die richtige Einbindung
von Partnerunternehmen.
Das ist schon essentiell, dass
man eben sehr, sehr früh merkt,
es gibt ein Interesse von der
Industrie, sich auch einzubinden.
Dass man früh merkt man kann auch schon
mal hier und da mal was verkaufen.
Bevor man in einem kommerziellen
Maßstab Nutzen erbringt, also auch gute
Ideen, auch gute technische Konzepte.
Auch das trifft schon häufig auf
eine Gegenbereitschaft, auf Seite
der Industrie sich da einzubringen
und hier ist auch die Wahl der
ersten Unternehmen ganz entscheidend.
Wir arbeiten auch mit ganz tollen
Unternehmen zusammen, von denen wir viel
lernen und die auch viel von uns lernen.
Die Universität als Partner
richtig einzubinden.
Das ist auch ganz entscheidend im
Deep-Tech-Bereich in Deutschland.
Universitäten sind jetzt nicht von Haus
aus Start-up-Maschinen, die Ausgründung
produzieren, aber trotzdem können die
Ausgründungen schon sehr, sehr gut helfen.
Und hier auch wirklich in der
Tiefe mit Infrastruktur aber
auch mit Expertise unterstützen.
Das funktioniert bei uns auch super.
Und auch die Auswahl der
richtigen Förderprogramme und
Investoren ist ganz entscheidend.
Dass man sich hier strategisch
richtig aufstellt und überlegt,
was sind eigentlich meine Ziele und
was kann jede Partei einbringen.
Und aus diesem gesamten Ökosystem...
Können dann auch hochwertige technische
Produkte auch mit einigermaßen
hoher Geschwindigkeit entstehen.
Aber es ist eben wichtig, dass man
sich dieses ganze Ökosystem frühzeitig
aktiv aufbaut und wachsen lässt.
Und ich würde sagen, das ist auch der
zentrale Treiber hinter dem Erfolg,
den wir bis jetzt hatten, wenn man es
als Erfolg schon bezeichnen kann, aber
ich denke, ja, schon ein Stück weit.
Klaus Reichert: Etwas gemeinsam
auf den Weg bringen, auf andere
aufbauen, gemeinsam mit anderen etwas
machen, damit man gemeinsam wächst.
Robert Schleinhege: Genau.
Klaus Reichert: Robert, vielen
Dank, dass du mit dabei warst.
Ich fand es jetzt heute wiederum
sehr spannend, habe viel gelernt
und wünsche sehr viel Erfolg
für die nächsten Schritte.
Robert Schleinhege: Ja vielen Dank.
Klaus hat mir auch gefallen, das
Gespräch und ja, vielen Dank.
Klaus Reichert: Das war der
Smart Innovation Podcast.
Wir führen diese Gespräche um engagierten
Menschen, die etwas bewegen wollen, eine
pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben.
Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen,
dann abonnieren und bewerten Sie bitte
die Show bei Ihrer Podcast-Plattform.
Für alle, die weiter im Thema bleiben
wollen, Extras zur Episode, ein
Transkript und die Möglichkeit für
Kommentare sind in den Shownotes verlinkt.
Der Smart Innovation Podcast wird
unabhängig produziert von mir, Klaus
Reichert, im Südwesten Deutschlands.
Vielen Dank fürs Zuhören und
denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.