Fassadenbegrünung - GreenTech am Bau optimiert die Klimatisierung
29.06.2026 52 min Klaus Reichert
Zusammenfassung & Show Notes
Am konkreten Projekt mit Innovationscoaching nachhaltig innovativer werden und strukturiert Methoden, Teams & Führungskräfte entwickeln - ganz einfach mit meinem geförderten Beratungsprogramm. Der Link zum nächsten Schritt: https://www.klausreichert.de/coaching/
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Fassadenbegrünung bietet weit mehr als reine Ästhetik. Im Smart Innovation Podcast Episode 167 spricht Klaus Reichert mit Jonathan Müller (Helix Pflanzensysteme) über Fassadenbegrünung als wirksame Klimainnovation. Der Beitrag zeigt, wie Vertikalbegrünung und GreenTech am Bau die biologische Klimatisierung von Gebäuden und ihrer Umgebung optimiert und eine messbare Ökosystemleistung erbringen kann.
Kapitelübersicht
00:00 Messbare Ökologie der Fassadenbegrünung
02:00 Vorstellung Jonathan Müller und Helix Pflanzensysteme
04:00 Maßgeschneiderte Konzepte mit hohem architektonischen Anspruch
09:00 Sofort grüne Lösungen durch gärtnerische Vorkultur
14:00 Der Fassadenbegrüner als notwendiger Fachplaner am Bau
20:00 Messbare Ökosystemleistung und thermische Gebäudeentlastung
25:00 Vorgaben der Kommunen zur Gebäudebegrünung im Stadtraum
30:00 Einsparungen bei der Klimatisierung und der Zeitfaktor
36:00 Handwerk trifft GreenTech am Bau
43:00 Markenbildung und das lösungsorientierte Produktportfolio
48:00 Drei praktische Tipps für Bauherren und Architekten
Vertiefung
Professionelle Fassadenbegrünung ist eine wirksame Klimainnovation und eine technische Weiterentwicklung, die weit über dekorative Zwecke hinausgeht. Jonathan Müller beschreibt die Pflanze als echtes Baumaterial, das wie eine zweite Hautschicht die Hitze vom Bauwerk fernhält. Messungen der Universität Stuttgart unterstützen diese Funktion. Die Vertikalbegrünung schluckt zudem Straßenlärm, fördert die urbane Biodiversität und kann das Umgebungsklima verbessern. Eine messbare Ökosystemleistung trägt zur Optimierung der Klimatisierung von Gebäuden direkt und nachhaltig bei.
Die Integration von GreenTech am Bau und Fachplanung
Um die positiven Effekte optimal zu nutzen, muss die Vertikalbegrünung frühzeitig in den Planungsprozess einfließen. Jonathan Müller sieht den Fassadenbegrüner als eigenständigen Fachplaner an der Schnittstelle zwischen Hochbauarchitektur und Landschaftsarchitektur. Eine frühzeitige Abstimmung zu technischen Faktoren wie Wasserversorgung und Strombedarf macht diese Form des nachhaltigen Bauens einfacher und günstiger. Die Systeme verbinden dabei automatisierte Bewässerungstechnologien mit traditionellem gärtnerischen Handwerk.
Qualitätssicherung durch Vorkultur und kontinuierliche Pflege
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für funktionierende Pflanzensysteme ist die professionelle Vorkultur. Helix Pflanzensysteme setzt auf sofort grüne Lösungen aus dem eigenen Betrieb in Stuttgart. Die Pflanzen wachsen unter idealen Gewächshausbedingungen auf, um an der Baustelle direkt ihre Schutzfunktion zu erfüllen. Jonathan Müller warnt vor Billiglösungen, die ohne Pflegekonzept installiert werden. Pflanzen sind lebende Systeme, die eine dauerhafte Pflege erfordern. Die kontinuierliche Wartung sichert die architektonische Qualität und den langfristigen Erhalt der biologischen Klimatisierung Gebäude.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/fassadenbegruenung-greentech-am-bau-optimiert-die-klimatisierung/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Kapitelübersicht
00:00 Messbare Ökologie der Fassadenbegrünung
02:00 Vorstellung Jonathan Müller und Helix Pflanzensysteme
04:00 Maßgeschneiderte Konzepte mit hohem architektonischen Anspruch
09:00 Sofort grüne Lösungen durch gärtnerische Vorkultur
14:00 Der Fassadenbegrüner als notwendiger Fachplaner am Bau
20:00 Messbare Ökosystemleistung und thermische Gebäudeentlastung
25:00 Vorgaben der Kommunen zur Gebäudebegrünung im Stadtraum
30:00 Einsparungen bei der Klimatisierung und der Zeitfaktor
36:00 Handwerk trifft GreenTech am Bau
43:00 Markenbildung und das lösungsorientierte Produktportfolio
48:00 Drei praktische Tipps für Bauherren und Architekten
Vertiefung
Professionelle Fassadenbegrünung ist eine wirksame Klimainnovation und eine technische Weiterentwicklung, die weit über dekorative Zwecke hinausgeht. Jonathan Müller beschreibt die Pflanze als echtes Baumaterial, das wie eine zweite Hautschicht die Hitze vom Bauwerk fernhält. Messungen der Universität Stuttgart unterstützen diese Funktion. Die Vertikalbegrünung schluckt zudem Straßenlärm, fördert die urbane Biodiversität und kann das Umgebungsklima verbessern. Eine messbare Ökosystemleistung trägt zur Optimierung der Klimatisierung von Gebäuden direkt und nachhaltig bei.
Die Integration von GreenTech am Bau und Fachplanung
Um die positiven Effekte optimal zu nutzen, muss die Vertikalbegrünung frühzeitig in den Planungsprozess einfließen. Jonathan Müller sieht den Fassadenbegrüner als eigenständigen Fachplaner an der Schnittstelle zwischen Hochbauarchitektur und Landschaftsarchitektur. Eine frühzeitige Abstimmung zu technischen Faktoren wie Wasserversorgung und Strombedarf macht diese Form des nachhaltigen Bauens einfacher und günstiger. Die Systeme verbinden dabei automatisierte Bewässerungstechnologien mit traditionellem gärtnerischen Handwerk.
Qualitätssicherung durch Vorkultur und kontinuierliche Pflege
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für funktionierende Pflanzensysteme ist die professionelle Vorkultur. Helix Pflanzensysteme setzt auf sofort grüne Lösungen aus dem eigenen Betrieb in Stuttgart. Die Pflanzen wachsen unter idealen Gewächshausbedingungen auf, um an der Baustelle direkt ihre Schutzfunktion zu erfüllen. Jonathan Müller warnt vor Billiglösungen, die ohne Pflegekonzept installiert werden. Pflanzen sind lebende Systeme, die eine dauerhafte Pflege erfordern. Die kontinuierliche Wartung sichert die architektonische Qualität und den langfristigen Erhalt der biologischen Klimatisierung Gebäude.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/fassadenbegruenung-greentech-am-bau-optimiert-die-klimatisierung/
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Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Transkript
Jonathan Müller: Die Grünfassade
macht ja deutlich mehr.
Also messbare Ökologie, wir reden
von Ökosystemleistung, was die
Pflanzen und die Fassade kann.
Also sie kühlt, sie verdunstet Wasser, sie
fördert Biodiversität, also wenn wir so
an Trittsteinbiotope im Stadtraum denken.
Sie dämmt, hat eine akustische
Wirkung, also sie schluckt
tatsächlich Straßenlärm und so weiter.
Und all das sind einfach… ökologische
Faktoren die berücksichtigt werden
sollten und auch… In der Argumentation
für eine oder gegen eine grüne
Fassade angewandt werden, weil keine
anderen Materialien, also ein Putz hat
relativ wenig Biodiversitätsförderung
und klar, eine Dämmung dämmt unsere
Gebäude, aber der sommerliche
Wärmeschutz von Fassadenbegrünung,
wenn man sich das mal anguckt da gibt
es messbare Studien, die sind super.
Ich habe wahnsinnige
Temperaturunterschiede und die
Pflanze, es wirkt wie eine zweite
Hautschicht eigentlich und hält
die ganze Hitze vom Gebäude weg.
Klaus Reichert: Innovation
entwerfen und Zukunft einfach machen.
Hallo, Klaus Reichert hier.
Ich bin unabhängiger Berater, kreativer
Business Coach und erfahrener Experte
für Smart Innovation und Business Design.
Ich arbeite remote aus
Baden-Württemberg heraus.
Gemeinsam mit engagierten
Innovationsverantwortlichen und ihren
Teams mache ich Unternehmen innovativer.
Von Visionen, über frische Ideen
und agilen Innovationsmethoden hin
zur Innovationsstrategie, neuen
Geschäftsmodellen, nachhaltigen
Produkten und digitalen Services.
So entstehen innovative,
agile Organisationen mit
Vision, Dynamik und Energie.
Sowie den passenden Vorgehensweisen,
Neues auch enkeltauglich zu entwerfen
und Zukunft einfach zu machen.
Im Smart Innovation Podcast
spreche ich mit engagierten und
kreativen Menschen über Innovation,
Unternehmertum und Verantwortung,
gerade im Kontext des Klimawandels.
Bei unseren Live-Aufnahmen
zum Innovationspodcast können
Interessierte Fragen stellen.
So wird Innovation lebendig
und einfach umsetzbar.
Denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.
Fassadenbegrünung kann sehr viel
zur Klimatisierung am Gebäude,
um das Gebäude herum beitragen.
Fassadenbegrünung ist ein Thema,
das es schon lange gibt, das sich
laufend weiterentwickelt, das immer
aufwendiger wird und immer mehr
Funktionen dann auch erfüllen kann.
Gerade in einer Zeit, in der der
Klimawandel uns auch dazu zwingt sehr
viel mehr auf das Thema Klimatisierung,
angenehme Außenflächen, angenehme
Klimatisierung in Gebäude und so weiter
und so weiter zu beachten und zu erzeugen.
Ich würde es einfach auch schon als
Klimainnovation bezeichnen und es
ist definitiv Green Tech am Bau.
Ich unterhalte mich heute mit Jonathan
Müller von Helix Pflanzensysteme
aus Kornwestheim bei Stuttgart.
Hallo Jonathan, schön, dass
du heute mit dabei bist.
Jonathan Müller: Hi Klaus, danke
für die Einladung ich freue mich.
Klaus Reichert: Es geht ja
heute um alle möglichen Themen.
Mir sind so ein paar
Stichworte eingefallen.
Das eine ist sowas wie vertikale
Begrünungssysteme im urbanen Raum.
Das geht um nachhaltig bauen.
Es geht vielleicht auch so
ein bisschen um Schwammstadt.
Es geht um Klimatisierung, Klimawandel
in der Stadt, Klimatisierung in Gebäuden.
Da könnte man wahrscheinlich noch
viel, viel mehr Stichworte dazu machen.
Was wir aber auch noch ansprechen
sollten, ist das Thema Produkte und
das Produktportfolio das ihr aufgebaut
habt und gleichzeitig eben auch, wie
ihr mit Marken und Markennamen umgeht.
Das hat mich nämlich auch sehr beeindruckt
was man da bei euch alles so sehen kann.
Und last but not least, würde ich sagen,
kann man sogar auch über das Thema
Unternehmensnachfolge sprechen, oder?
Jonathan Müller: Das
hört sich alles gut an.
Haben wir sechs Stunden Zeit oder was?
Das sind schon sehr viele Themen,
aber klar, sehr gern gehen wir rein.
Klaus Reichert: Ja, wir schneiden
es dann in Einzelteile zusammen.
Jonathan Müller: Sehr gut, ja.
Ich will es keinem
zumuten so viel Laberei.
Aber ja, es gibt viel zu
erzählen, auf jeden Fall.
Klaus Reichert: Ja, also, wenn ich
jetzt auf deine Webseite gehe, den Link
machen wir auch in die Show Notes rein,
sodass man es leichter finden kann.
Und da steht sowas dann wie, wir bieten
maßgeschneiderte, sofortgrüne Lösungen
mit hohem architektonischen Anspruch
und messbarer ökologischer Wirkung.
Wow, da steckt jetzt viel drin.
Lass uns das vielleicht mal
zu Anfang entpacken was das
dann so im Einzelnen bedeutet.
Jonathan Müller: Sehr gerne.
Ich merke gerade, ich kenne den Satz
natürlich, weil ich mit involviert
war ihn zu schreiben, aber das stimmt,
da steckt alles drin, was wir machen.
Klaus Reichert: Was ich da jetzt rauslese
aus diesem Satz in dem ja wirklich
viel drin steckt, ist maßgeschneidert.
Das heißt also, es ist nicht einfach
irgendwas, was man so hinklatscht,
sondern da gehört dazu, dass irgendjemand
natürlich am Beraten und Planen ist.
Dann haben wir sowas wie sofort grün
finde ich praktisch eine Lösung,
das Wort finde ich auch interessant,
architektonischer Anspruch.
Ja, und messbar ökologisch.
Also jetzt haben wir es natürlich
noch nicht erläutert aber lass
uns doch einfach mal einsteigen,
so einfach eins nach dem anderen.
Maßgeschneidert.
Was bedeutet das für euch?
Jonathan Müller: Also ich bin vom
Hintergrund aus Architekt und du
kennst es, Architektur ist nie
aus der Retorte und wenn, dann ist
es ganz furchtbare Architektur.
Also Architektur ist für mich im
Verständnis immer maßgeschneidert und
so bringe ich das als Architekt auch
in mein heutiges Tun bei Helix rein.
Wir gucken uns jedes Projekt
an, jede Anfrage neu an und
individuell entscheiden wir, welches
Produkt passt denn eigentlich.
Eine Pflanzenfassade ist
nicht eine Pflanzenfassade.
Es gibt wahnsinnig viele
unterschiedliche Herangehensweise.
Und deswegen ist es immer maßgeschneidert.
Auch wenn wir Pflanzpläne, also die
tatsächliche Gestaltung nachher entwerfen,
ist mein Anspruch schon nicht, keine
Ahnung, Pflanzmuster Nürnberg aus der
Tasche zu ziehen und es da drauf zu
klatschen, sondern lass doch mit dem
Kunden eine individuelle maßgeschneiderte
grüne Lösung schaffen, die einfach zu
dem Ort passt, aber auch zu dem Gebäude.
Und deswegen auf jeden
Fall maßgeschneidert.
Klaus Reichert: Also da ist schon mal
Ort, das ist ja eine wichtige Sache
in der Architektur selber, die Art und
Weise des Gebäudes auch, vielleicht
einen bestimmten Ausdruck den das
Gebäude hat oder den die Auftraggeber
eben dann vielleicht auch möchten.
Das ist in jedem Fall
immer ein großes Thema.
Und es ist auch immer das Ergebnis einer
Beratung die ihr vorne herweg macht.
Jonathan Müller: Absolut.
Ich gehe da sogar noch eins weiter.
Die Gestaltung, da habe ich natürlich ein
Herz drauf, ich will, dass es natürlich
auch gut ausschaut, aber wir versuchen
vor allem auch mal rauszukriegen,
woher kommt das Interesse für Grün?
Also geht es hier um ein bisschen Ästhetik
und ein bisschen ein Deko-Element?
Oder geht es hier darum, nee, wir wollen
durch die Begrünung tatsächlich das
Klima des Ortes des Gebäudes verändern.
Oder geht es darum, Biodiversität
zu fördern am Gebäude?
Also ich habe so viele Anwendungen, die
ich eigentlich in der Fassadenbegrünung
eine Lösung habe und das gilt es
rauszufinden und dann eben eine
maßgeschneiderte Antwort zu finden.
Klaus Reichert: Da ist es natürlich
sehr günstig dass du… Du bist Architekt,
also das heißt, du hast sozusagen
diese architektonische Grundlage,
diesen architektonischen Hintergrund.
Theoretisch könnte man jetzt vielleicht
noch zu diesem Thema Unternehmensnachfolge
dann auch springen das machen
wir jetzt aber im Moment nicht.
Aber ich glaube, verraten können
wir schon, dass du natürlich das
Fachwissen auch, was die Pflanzen
hast, hast, aber auch noch natürlich
jemand Starken im Hintergrund, der
da natürlich der voll Superprofi ist.
Jonathan Müller: Kompliment gebe ich
gerne so weiter an den Vollprofi.
Also es ist in der Tat so, dass
ich aus einem Gartenbau, aus
einer Gartenbaufamilie komme.
Mein Vater ist auch noch im
Unternehmen, der ist klassisch
Gärtnermeister, viele Jahre als Gärtner
gearbeitet, unser Produktionsgärtner.
Also wir haben eine Gärtnerei, wo wir
quasi Topfpflanzen für die Gartencenter
und für den Handel produzieren.
Und ich glaube, diese zwei
Schnittstellen braucht es für
das Thema Fassadenbegründung.
Jemand, der sich mit Bauen auskennt und
jemand, der sich mit Pflanze auskennt.
Wir sind kein Fassadenbauer, der irgendwie
ein Sandwich-Panel verkauft und jetzt
auch ein grünes Produkt anbietet.
Nee, wir haben nur die
Pflanzen für die Fassade.
Wir brauchen dann auch Partner,
die sich um andere Themen kümmern.
Aber das ist, wie ich finde, eine ideale
Schnittstelle für das, was wir tun.
Architektur und Gartenbau.
Und das vereinen wir in der
Familiengeschichte tatsächlich.
Klaus Reichert: Wie ich das
gesehen habe, dachte ich, wow,
das passt sehr gut zusammen.
Das ist auch vor allem eine
tolle Weiterentwicklung.
Das darf man ja auch nicht vergessen.
Eine Generation zur nächsten kann zwar
sein, dass sie zum Beispiel eins zu eins
den Betrieb in dem Sinne weiterführt.
Aber für mich in der Wahrnehmung ist
es so, dass du es eigentlich eher…
für dich weiterentwickelt hast.
Das hat eine gewisse Kompromisslosigkeit
vielleicht, aber du tust halt dann
das, was für dich das Richtige
ist, greifst aber trotzdem noch
das auf, was eben schon da ist.
Also hast eine gute Basis mit
der du dann auch umgehen kannst.
Jonathan Müller: Ja,
perfekt zusammengefasst.
Ich muss die Lorbeeren so ein
bisschen meinem Vater weitergeben.
Da habe ich noch Architektur studiert.
Da hat der sich schon mit dem Thema
Vertikalbegrünung auseinandergesetzt.
Also es ist nicht komplett mein eigener
Impuls dass wir die Richtung gehen.
Da gab es Grundsätze, die
waren schon da, gelegt.
Aber es hat sich schon, da bin ich
auch stolz das sagen zu dürfen,
es hat sich schon viel geändert.
Mit der Zeit 2018 und 2017 bin ich
so voll dann eingestiegen nachdem
ich als Architekt gearbeitet habe.
Und da war die Zeit reif, also der
Markt war plötzlich da, dass Leute
grüne Lösungen gebraucht haben und
gleichzeitig haben wir uns als Unternehmen
natürlich komplett verändert und eher
so eine Schwesterfirma daraus gemacht.
Also diese Produktionsgartenbäume gibt
es weiterhin und das ist auch so die
Identität, das will ich auch gar nicht,
dass es aufhört, da kommen wir her.
Aber jetzt hat sich einfach noch ein
weiterer Unternehmenszweig aufgebaut.
Wo wir das Wissen anwenden können.
Klaus Reichert: Jetzt vielleicht
sofort grüne Lösungen in diesem Ganzen.
Heißt das dann auch, dass ihr in
diesem Produktionsbetrieb gleich
diese Pflanzen sozusagen zieht
zusammenstellt und so weiter, sodass
ihr das quasi auch die Qualität
von vornherein kontrollieren könnt?
Jonathan Müller: Vielleicht solltest
du bei Helix anfangen, weil du
hast es perfekt zusammengefasst.
Ich kriege das gar nicht so gut zusammen,
organisiert wie du es jetzt gesagt hast.
Aber jede Person, die sich mit dem
Thema Gebäudebegrünung und wenn es
nur das eigene Einfamilienhäuschen mit
ein bisschen Fassadenbegrünung ist.
Jeder, der sich damit auseinandersetzt,
kann ich nur raten das Thema Vorkultur,
also mit maximal viel Pflanze ans Gebäude
anzutreten, kann ich jedem das mitgeben,
weil das ist wirklich ein Erfolgsgeheimnis
warum wir auch erfolgreich in der
Qualität sind mit dem, was wir tun.
Wir arbeiten nicht mit kleinen Pflänzchen,
die dann irgendwo an ein Gebäude gepackt
werden, sondern sofort grün heißt für mich
auch, dass wir die Gärtnerei im Rücken
haben, die uns ja stärkt in dem Business,
können wir ganz viel vorbereiten.
Und zwar bei uns in idealen Verhältnissen.
Im Gewächshaus, auf dem Boden,
können wir einfach mit einem gewissen
Zeitvorlauf so viel Grün an die Baustelle
bringen, dass die Pflanze einfach
ein einfaches Spiel hat, dann auch
erfolgreich an der Fassade hochzuranken.
Und vielleicht ein Bild, jeder kennt
mal so ein Parkhaus in irgendeiner
Stadt, wo so ein kleines Pflänzchen
vor das Gebäude gesetzt wurde und noch
ein Seil gespannt wird, mit ganz viel
Hoffnung und vielleicht ein bisschen
Regen, soll das mal begrünt werden.
Das ist auch Fassadenbegrünung, aber wir
haben halt für uns verstanden, wir haben
Kunden, die wollen Schnelllösungen, die
wollen auch messbar Schnelllösungen,
dass wir sagen können, hey, wir brauchen,
keine Ahnung, drei Jahre und dann hat
die Pflanze das erreicht, was ihr wollt.
Oder wir haben auch Systeme
die sofort grün sind.
Und das… Das spricht viel für Qualität,
das kann auch nicht jeder, eine gute
Vorkultur so vorzubereiten, dass das
funktioniert und das ist eigentlich ein
ganz, ganz wichtiger Teil, der einfach gut
funktioniert bei der Vertikalbegrünung.
Klaus Reichert: Klar, es gibt da sicher
eine riesen Bandbreite an Stufen,
an Umsetzungsformen und, und und.
Du hast ja auch schon gesagt, so
am Drahtsaal ein kümmerliches Ding
hochwachsen ist auch Fassadenbegrünung.
Jonathan Müller: Ja absolut.
Klaus Reichert: Jetzt kommen wir aber
vielleicht gleich und wir können das
dann später wieder zusammenmischen zu
dem hohen architektonischen Anspruch.
Dieses eine Kabel mit der
Micker-Pflanze, das ist halt nicht
der hohe architektonische Anspruch.
Gleichzeitig könnte man ja sagen, Mensch,
jetzt machst du mir, also ich war ja auch
mal Architekt wobei das Thema Fassade
war mir… Persönlich eigentlich nie so
recht wichtig, weil ja etwas von innen
nach außen wirken muss, finde ich und
natürlich Form follows Function und
all diese Sachen, mit denen man dann
ja groß geworden ist in der Moderne.
Aber jetzt machst du es ja so, oder
jetzt macht ihr es ja so, dass ihr die
schönen Fassaden, die der Architekt
oder die Architektin geplant hat,
jetzt macht ihr die wieder weg.
Jetzt versteckt ihr die
hinter den Blättern.
Wie geht es mit dem hohen
architektonischen Anspruch zusammen?
Jonathan Müller: Ich bin voll
bei dir, wenn es eine rein
dekorative Fassadenbegrünung ist.
Wo ich wirklich für brenne sind Entwürfe,
die die Pflanze als Baumaterial verstehen.
Also du hast ja gerade beschrieben,
jetzt habe ich eine tolle Putz-,
Beton- oder sonst was Fassade und jetzt
hänge ich da ein paar Pflanzen davor.
Ich gehe so weit und sage, hey, was
ist, wenn die begrünte Fassade geplant
wirklich die vorderste Ebene ist?
Also wenn durch Begrünung eigentlich
Teil der Architektur eine neue
Materialität dazu gewinnt.
Und da gibt es tolle Entwürfe
die … Ja, einfach auf die
Begrünung setzen als Material.
Da gibt es keine Fassade dahinter,
da gibt es keine zweite Ebene und das
ist nicht nur ein rein dekoratives
Element, sondern das Teil des Entwurfs.
Und dann bin ich bei solchen Entwürfen
wirklich dabei, wo ich sage, das hat
einen architektonischen Anspruch und
genügt auch meinem architektonischen
Anspruch, den ich gerne hätte in unseren
Projekten, dass das funktioniert.
Auch wir haben mal ein dekoratives
Projekt, wo einfach quasi ein
grüner Rahmen gesetzt wurde und ein
kleines grünes Bild hingehängt ist.
Aber es gibt schöne Entwürfe.
Der Bosco Verticale wäre ein
normales Hochhaus in Mailand.
Da haben wir jetzt nichts mehr zu
tun, aber das kennen vielleicht
einige deiner ZuhörerInnen.
Und der Bosco Verticale ist
heute ein grünes Hochhaus.
Warum?
Weil die Bäume und die Pflanzen
an der Fassade natürlich
das prägende Element sind.
Und da kann mir keiner erzählen
dass der Architekt dahinter
eine tolle Fassade geplant hat.
Nee, die grüne Fassade ist die Fassade.
Dann funktioniert das.
Klaus Reichert: Man muss es
also im Hinterkopf behalten.
Jetzt würde ich aber sehen, ihr
bringt da Komplexität vielleicht dazu.
Das heißt also, wir haben nicht nur
irgendwie eine Kommune die über Baugesetze
oder sowas dann mitentscheidet und
Vorgaben macht, wie so eine Fassade
sein darf oder auch nicht sein darf.
Dann haben wir noch jemanden, der
das Ganze braucht, in dem Gebäude
was tun möchte, deswegen auch baut.
Dann gibt es noch mindestens
einen Architekten, Architektin
und ganz am Ende kommt ihr.
Ist das die richtige Reihenfolge
oder wann kommt ihr mit dazu?
Jonathan Müller: Lange Zeit war
das die richtige Reihenfolge.
Ich saß regelmäßig an so Planertreffen
mit irgendwie Elektrofachplaner,
Sanitärfachplaner, Landschaftsarchitekt,
Architekt und so weiter.
Und irgendwann habe ich dann für
mich mal festgestellt, warte mal, ihr
werdet hier gerade alle eigentlich
bezahlt für euer Fachplanertum und
ich sitze hier auf Akquisebasis als
hätte ich nichts Besseres zu tun dabei.
Und dann ist mir aufgefallen, hey, also
das Bauen macht es definitiv so nicht
leichter aber die Fassadenbegrünung,
wenn die jemand ernsthaft betreiben
möchte und eben weg von diesem
Bild des Parkhauses, wo der Pflanze
sich selbst überlassen wird.
Und wenn es ein gestaltendes
Element des Entwurfs sein soll,
dann ist der Fassadenbegrüner
eigentlich ein Fachplaner.
Also der hat genauso eine
Existenzbestätigung wie jetzt eben ein
Sanitär- oder ein Elektrofachplaner.
Und dann gibt es die Projekte wo wir
relativ früh mit am Tisch sitzen.
Was super ist, weil es macht das
Bauen günstiger und einfacher
wenn frühzeitig schon das Thema
Fassadenbegrünung mit beabsichtigt wird.
Und wir sind in dieser Nische zwischen
Architektur und Landschaftsarchitektur.
Die Landschaftsarchitekten, sehr
verallgemeinert, die hören quasi am Bau,
am Gebäude auf, weil dann sind es eher die
Außenanlagen, die da beschäftigt werden.
Und die Hochbauarchitekten sagen, oh
Pflanze, nee, haben wir nichts mit am Hut.
Und da in dieser Nische machen wir
uns breit, weil wir natürlich auch
viele Schnittstellen zum Wasser und
zum Strom und so weiter haben, weil
wir natürlich Technik brauchen.
Und ja, manchmal kommen
wir ganz spät ins Projekt.
Das sind meistens nicht
die einfachen Projekte.
Manchmal kommen wir relativ
früh schon in Planungsphasen.
Wir bauen dieses Jahr ein Projekt,
da habe ich seit vier Jahren,
bearbeite ich da dran rum.
Meistens sehr viel auf Akquise
und die Bauzeiten du kennst, die
Planungen die werden immer größer.
Und nach vier Jahren
bauen wir das jetzt auch.
Und dann haben wir auch ein Projekt
das innerhalb von einem halben
Jahr quasi von Erstkontakt bis zur
Umsetzung mal realisiert wurde.
Also es variiert total.
Klaus Reichert: Okay, aber wenn wir es
jetzt wirklich, wenn wir einen optimalen
Ablauf sehen würden, dann wäre es schon
sinnvoll, dass ihr zumindest mal, mit
ersten Gesprächen gleich am Anfang
mit dabei seid, so wie die Aufgabe
auch formuliert wird, die Bauaufgabe,
die Anforderungen und so weiter.
Aber spätestens dann als Fachberater
zum Beispiel für die Architekten,
wenn es dann darum geht, bestimmte
Fassaden quasi dann auch zu machen.
Gestaltung darf ja gerne beim
Architekten bleiben, aber dass diese
Menschen dann auch das verstehen, wie
man mit dem Ganzen gestalten kann.
Ich glaube, das ist wahrscheinlich
der wichtigste Faktor.
Jonathan Müller: Ja wenn man
so Wettbewerbe jetzt ist ein
super Architektur-Podcast,
aber ich liebe es ein bisschen.
Wenn man sich so Wettbewerbe anschaut
sieht man manchmal in so 3D-Visualisierung
wieder Riesenbäume auf Dächern wachsen.
Und das sieht toll aus und die
Gestaltung wird klar, da hat sich
der Planende was dabei gedacht.
Ich gucke da mittlerweile drauf,
okay, wie soll denn ein Baum auf
einer 20 cm Deckenplatte wachsen?
Also da wird dann, hört so dieser
Gedanke, wo wechseln eigentlich die
Bäume hin und wo ist das Wurzelwerk
und wie viel Aufbau braucht denn so
eine Dachbegrünung, Fassadenbegrünung?
Also da sind wir dann dabei, um
die Architektur zu unterstützen
als Fachplaner, genau.
Dass das auch Realität wird, was
die Leute sich ausgedacht haben.
Klaus Reichert: Da gibt es ja einen
einfachen Trick, um sowas zu realisieren.
Ich weiß nicht, ob dir die
Messe in Frankfurt präsent ist.
Da gibt es ja diesen Torbau,
glaube ich, da ist alles sehr schön
quadratisch dran und damit die Natur
und die Bäume dazu passen auch in
irgendwelchen Terrassen oben, haben
die dann, ich meine, Kunststoffbäume
dahingestellt, so kugelige.
Die sind gerade so, dass sie in
dieses Raster immer reinpassen.
Jonathan Müller: Ja, da sage
ich jetzt mal nichts dazu.
Alles, was sich Versandbegrünung
schreit oder Natur schreit aber
aus Kunststoff ist, Leute, nee.
Klaus Reichert: Nee das war, glaube
ich so eine Art Mischung aus,
ähm moderne… Und wie heißt das?
Postmoderne.
So in so einer Schnittstelle drin.
Jonathan Müller: Bestimmt
Kind seiner Zeit.
Ob man das heute nochmal so machen
würde, hätte ich jetzt große Zweifel.
Klaus Reichert: Das heißt in
jedem Fall früh mit einplanen.
Vor allem ist es ja ähnlich
auch wie jemand, der ein
Tragwerk macht zum Beispiel.
Der schlägt auch häufig die Hände
über den Kopf zusammen, wenn er dann
sieht, Mensch, da soll so ein Ding 20
Meter spannen und ist dann irgendwie
50 Zentimeter Höhe eingeplant oder so.
Jonathan Müller: Vielleicht muss man
das noch ein bisschen eingrenzen.
Also wir reden jetzt natürlich
von irgendwelchen Bürogebäuden,
größeren Immobilien.
Wir reden jetzt nicht vom
klassischen Einfamilienwohnhaus.
In aller Liebe, da kann man wunderbar
mit ein paar Kletterpflanzen auch
sehr spät noch Lösungen erzeugen.
Und wir reden vom Neubau.
Ich finde es spannend, auch über
ein Bestandsgebäude zu sprechen.
Weil, sind wir ehrlich, die
Architektur heutzutage muss sich
auf… Bestand konzentrieren.
Wir haben nicht mehr grüne
Wiesen und Flächen wo man neue
Pflanzen bebauen darf und kann.
Aber ja, im Idealverhältnis
reden wir von großen Gebäuden, wo
zukünftig die Fassadenbegrünung
frühzeitig mit an Bord ist.
Klaus Reichert: Also klar, selbst
in der Sanierung ist es sinnvoll,
dann in dem Bestandsbereich zu sein.
Aber auch, wenn man irgendwas vielleicht
einfach nur nachträglich mit dazu
macht, ohne dass man das Gebäude jetzt
gerade saniert, weil es vielleicht
schon saniert ist oder das irgendwie
später mal geplant ist, ist es sinnvoll.
Sag mal, was mir gerade als Idee
gekommen ist oder als Frage ist, wenn ich
sozusagen, im Grunde könnte man ja so eine
Fassadenbegrünung als Verlängerung auch
von einem Rasen einer Gartenfläche an,
wie auch immer, Grünfläche eben sehen.
Also es geht dann so rauf.
Kann man dann sagen, okay, man kriegt es
vielleicht sogar hin, dass man den Teil,
den man mit dem Haus überbaut sozusagen,
an der Fassade begrünt hat und deswegen im
Grunde ja zwar, wie heißt es, verschließt
den Boden verschließt aber im Grunde
genauso viel Grün wieder geschaffen hat.
Jonathan Müller: Ja, ist ja
keine Versiegelung von dem
her, du bringst Grün, absolut.
Jetzt bin ich nicht der absolute
Experte, weil ich aus der klassichen
Architektur schon wieder raus bin, aber
die LBO, zumindest in Baden-Württemberg,
hat genau das mal vorgesehen.
Also ich kriege die Zahlen nicht
genau hin, muss man nachschauen,
aber wenn du quasi 100 Prozent
Grundstück hast und davon 50 Prozent
bebaust, versiegelst, entnimmst aus
der Grünfläche, musst du, glaube ich
Faktor 1,2 oder irgendwas zurückgeben.
Das heißt, du kommst gar nicht
drum herum, an die Dach und
die Fassadenflächen zu gehen.
Also das ist gängige Praxis.
Die genauen Zahlen musst
du dir nachschauen, aber
solche Ansätze gibt es ja.
Klaus Reichert: Spannend, da könnten
wir jetzt wahrscheinlich noch
weitermachen, aber ich würde jetzt
gerade mal noch weitergehen zu diesem
Thema messbare ökologische Wirkung.
Was verstehst du denn darunter,
in diesem Satz dem Gesamtsatz den
wir am Anfang angesprochen haben?
Jonathan Müller: Ich bin der
Meinung, Fassadengrünung ist deutlich
mehr als nur eine reine Ästhetik.
Ich freue mich, wenn es schöne
gepflegte grüne Wände gibt,
aber das kann ja viel mehr.
Ich muss meine Arbeit sehr oft
rechtfertigen vor allem bei den
Kosten, im Vergleich zu einem WDVS oder
Natursteinfassade oder einer Holzfassade.
Das sind alles absolut gute
Fassadenelemente, aber die Die
Grünfassade macht ja deutlich mehr.
Also messbare Ökologie, wir reden
von Ökosystemleistung, was die
Pflanzen und die Fassade kann.
Also sie kühlt, sie verdunstet Wasser, sie
fördert Biodiversität, also wenn wir so
an Trittsteinbiotope im Stadtraum denken.
Sie dämmt, hat eine akustische
Wirkung, also sie schluckt
tatsächlich Straßenlärm und so weiter.
Und all das sind einfach… ökologische
Faktoren die berücksichtigt werden
sollten und auch… In der Argumentation
für eine oder gegen eine grüne
Fassade angewandt werden, weil keine
anderen Materialien, also ein Putz hat
relativ wenig Biodiversitätsförderung
und klar, eine Dämmung dämmt unsere
Gebäude, aber der sommerliche
Wärmeschutz von Fassadenbegrünung,
wenn man sich das mal anguckt da gibt
es messbare Studien, die sind super.
Ich habe wahnsinnige
Temperaturunterschiede und die
Pflanze, es wirkt wie eine zweite
Hautschicht eigentlich und hält
die ganze Hitze vom Gebäude weg.
Und das ist ein ökologischer Zweig der
interessanterweise noch recht wenig
abgefragt wird bei uns, es kommt, also vor
fünf, sechs Jahren war das noch deutlich
weniger, aber in Zukunft die relevante
Maxime sein wird für Fassadenbegrünung.
Also Ökosystemleistung
muss man mit betrachten.
Ich denke auch in Unternehmen, Unternehmen
haben ja was weiß ich wie viele
Nachhaltigkeitspflichten ihren Banken
gegenüber, ihren Investoren gegenüber.
Die müssen arbeiten mit solchen
Faktoren, die müssen halt sehen, hey
guck mal, wir verdunsten so und so
viel Wasser, wir haben so und so viel
Hitzeminderung durch Grünfassade.
Das meinen wir so ein bisschen
mit messbarer Ökologie.
Wir können da auch Zahlen
liefen bei Projekten.
Also wenn wir das betreuen, dann machen
wir auch hier und da mal Messungen.
Wir arbeiten da ganz gerne mit der
Uni Stuttgart und Fraunhofer zusammen.
Es wird noch wenig abgefragt
aber ich bin mir sicher, das
wird in Zukunft ganz wichtig.
Klaus Reichert: Glaube ich auch.
Ich habe auch in meiner Doktorarbeit
in den 90ern das Thema Simulation, das
war natürlich noch sehr, sehr einfache
Sachen, hat eine gewisse Rolle gespielt.
Und das ist dann schon toll, wenn
man sagen kann, Mensch, ich habe es
nachgemessen, ich kann es beweisen, ich
kann zeigen, was der Effekt natürlich ist.
Ich muss es nicht einfach immer nur
behaupten und bin dadurch auf weichem
Grund, sondern ich habe gute Argumente für
Sachen, die teilweise so weich erscheinen.
Also, angenommen, es verbessert
auch zum Beispiel die Klimatisierung
in den Büros oder die Flächen um
das Gebäude herum, dann ist es
etwas, was sich sofort auswirkt,
zum Beispiel auf die Produktivität
und das Wohlbefinden der Menschen,
die in dem Büro dann auch arbeiten.
Und am Ende kann ich Strom damit
sparen für die Klimatisierung.
Jonathan Müller: Ja, vielleicht
ein Beispiel, weil ich es
gerade im Präsent habe.
Also die Uni Stuttgart hat das mal
gemessen, die haben eine Betonwand
genommen und die Oberflächentemperatur
gemessen und das war ein warmer
Julitag und du siehst halt, über die
Nachtauskühlung kommt die Fassade
morgens so mit 20 Grad an der
Oberfläche und heizt sich dann auf
Mittagssonne, Nachmittagssonne, ich
glaube auch so 45 Grad hoch, also 25
Grad Temperaturunterschied zwischen
Tag und Nacht und so schwingt es
quasi jeden Tag hoch und runter.
Und die gleiche Messung hat
stattgefunden hinter dem
Blattvolumen von unserem System.
Selbe Ausrichtung, alles gleich,
nur halt hinter der Fassade.
Und auch da habe ich relativ
konstant diese 20 Grad, weil es
einfach die Außentemperatur war.
Aber diese Ausschläge in diese
Tag-Nacht-Veränderung gibt es ja nicht.
Das heißt, da habe ich
plötzlich 5, 6 Grad Unterschied.
Und ich bin jetzt kein Bauphysiker,
aber das ist ja klar, diese 20 Grad
habe ich nicht Eintrag ins Gebäude.
Und so wie du sagst, dann schlafe ich
da besser, weil ich die Hitze nicht
drin habe, ich arbeite da besser.
Das wird sich sofort auswirken.
Und was noch nicht passiert, das
ist noch nicht monetarisierbar.
Also Leute haben noch keine… Alle
sind sich bewusst, in einem grünen
Kontext kann ich besser arbeiten und
leben, aber was ist es denn wert?
Bei einer PV-Anlage kann ich relativ
schnell rechnen, wann sich die
rentiert, wann die sich amortisiert hat.
Bei Begrünung ist es so
sehr schwammig alles noch.
Also diese Monetarisierung, diese
Ökosystemleistung, ich glaube, also
diesen Code muss man noch knacken und dann
ist das ein Riesenhebel für das Thema.
Aber wenn man mal im Sommer vor so
einer grünen Wand steht und du spürst
wie diese Verdunstungskälte, es
ist wirklich, es sich esoterischer
an, als es eigentlich gedacht ist,
aber es ist total faszinierend.
Klaus Reichert: Ich könnte mir
vorstellen, dass es gerade dann leicht
nachrechenbar ist, wenn man in einem
Projekt ist, wo man zum Beispiel
ein Bestandsgebäude erneuern möchte.
Erneuern muss, aufwerten sozusagen.
Da gehören heute in vielen
Fällen Überlegungen zum
Thema Klimaanlage mit dazu.
Das sind von vornherein erstmal
Kosten natürlich für die Maschinen,
für die Geräte selber, aber
natürlich auch Betriebskosten, die
dann am Ende wahrscheinlich sogar
viel höher liegen wie eben diese
Investitionskosten, die ursprünglichen.
Und wenn man in diesem Zusammenhang,
also in so einem Use Case und so einem
Projektumfeld dann gleich euer Thema mit
dazu bringt, kann man es wahrscheinlich
ganz konkret auch wieder ausrechnen.
Jonathan Müller: Wahrscheinlich schon, ja.
Klaus Reichert: Durch
Gebäudesimulationen dann.
Jonathan Müller: Genau da gibt
es ein ganz cooles Startup aus
Österreich, die machen genau sowas.
Die ganzen Quartiere können die so
ein bisschen kartieren und berechnen.
Da zählt jeder Stadtbaum, da
zählt jeder Dach und Versandbühne.
Die Tools gibt es, ja gebe ich dir recht.
Klaus Reichert: Gutes Stichwort, das
du gerade sagst, Stadt, Stadtraum.
Das sind ja auch so Themen, mit
denen wir uns zusätzlich zunehmend
beschäftigen müssen, dürfen, können.
Und die Städte heizen sich
natürlich auch sehr stark auf.
Je heißer es wird, desto sonnenintensiver
es wird, desto länger die Sonne scheint.
Je mehr Klimaanlagen dann auch
in der Stadt selbst sind und, und
und dann ist das natürlich sehr
schnell auch eine Umgebung in der
man vielleicht nicht so gerne ist.
Jetzt zeigt sich natürlich, dass es
extrem hilfreich ist für das Klima in
der Stadt, zum Beispiel kleine Parks
zu haben, einen Haufen Pflanzen, Bäume.
Und so weiter, auch Flächen
wo etwas versickern kann.
Das ist wieder gut fürs Grundwasser
aber teilweise eben auch gut für die
Klimatisierung selbst in der Stadt.
Wenn wir das weiterdenken, ist
so das Stichwort Schwammstadt
natürlich auch noch mit dabei.
Ich würde sagen, auch in so einem
großen Kontext könnte man euch da mit
der Fassadenbegrünung auch anschließen.
Wie siehst du das?
Wie ist da so die Entwicklung, dass
man das quasi aus dem Städtebau,
aus den Kommunen heraus, aus dem
Stadtplanungsamt oder wer immer auch
das dann macht, mit vorantreibt.
Und da hat man ja dann auch durchaus
die Möglichkeiten, das zum Beispiel
über ein Baurecht oder dann eben
auch zum Beispiel vorzuschreiben.
Jonathan Müller: Das findet schon statt.
Als großes Beispiel, wir
sitzen bei Stuttgart.
Die Stadt Stuttgart treibt
das sehr energisch voran.
Da gibt es ich weiß jetzt nicht genau
den Wortlaut, aber da gibt es ganze
Quartiere, wo klar festgestellt ist, dass
30 Prozent, glaube ich der Gebäudehülle
begrünt werden müssen bei Neubauten.
Und wie das jetzt mit Fensterflächen ist.
Also da gibt es Feinheiten, aber
30 Prozent steht so im Raum.
Und jetzt muss sich quasi die Investoren
damit abfinden, weil es natürlich auch
erhebliche Kostenänderungen sind, dass
wenn die dann ein Gebäude hinsetzen
wollen, das Dach und Fassadenbegründung
dann Teil davon sein wird.
Ich finde es gut, dass Städte das machen.
Auch Frankfurt macht
das, glaube ich ähnlich.
Klar, man muss halt gucken, dass man
seine Bauträger dann nicht verprellt,
weil das sind natürlich Kosten, die dann
auch, wenn wir an die Unterhaltskosten
denken, an die MieterInnen und die
EigentümerInnen weitergetragen werden.
Aber ein Stück weit ist es der Hebel,
den eine Stadt, eine Kommune hat, um
mehr Grünfläche in die Städte zu bringen.
Eine Stadt hat ja nicht so viel
Eigenbestand an Gebäuden, den
müssen sie natürlich genauso
betrachten, das ist schon richtig.
Aber es muss ja irgendwie
weitergetragen werden durch
eben ein Baurecht und so weiter.
Und vielleicht nochmal, weil du es
angesprochen hast, die Fassadenbegrünung
ist nicht die Lösung aller
Probleme, die wir in Stadt haben.
Also die Stadtbäume haben eine
deutlich höhere Ökosystemleistung und
jede Grünfläche, hast du ja gesagt.
Ich glaube, die Fassaden ist einfach
noch, die Städte haben kapiert dass
die Fassaden noch nicht erschöpftes
Potenzial eigentlich hat für eine
klimatische Veränderung unserer Kommunen.
Und deswegen finde ich es gut,
dass es solche Voranschreiten gibt.
Ja, befördert natürlich auch die Branche.
Also klar, wir profitieren am Ende auch
davon, dass natürlich sich Leute mit
dem Thema auseinandersetzen müssen.
Dann wiederum gibt es nochmal eine
Qualitätsfrage, aber das führt
vielleicht zu weit, weil natürlich
verschiedene Investoren verschieden
intensiv das Thema Begrünung angehen.
Also da sind wir jetzt wieder bei den
Beispielen, ein kleines Pflänzchen
ist ja auch Fassadenbegrünung.
Kann man so und so machen, da
gibt es Qualitätsunterschiede
aber grundsätzlich finde ich das
Vorangehen der Städte so richtig.
Klaus Reichert: Ich
finde es auch sinnvoll.
Es ist ja nicht immer diese eine
Maßnahme, die dann am Ende die 100%
Ergebnisse bringt, sondern es ist
ein Mix aus verschiedenen Sachen.
Also wenn ich zum Beispiel bei uns gucke
am Gebäude, wir haben eine Dachbegrünung
eine extensive und gerade in den
obersten Stockwerken merkt man das.
Das ist angenehmer trotz
alledem und und und.
Also da kommt dann viel zusammen.
Gut, mit den neuen
Simulationsmöglichkeiten, vielleicht
auch mit KI und sowas wird man das
natürlich viel, viel einfacher dann
auch berechnen und nachweisen können.
Vor allem auch in einem größeren
Maßstab dass man es nicht nur für
ein Gebäude macht, sondern auch
gleich für ein ganzes Quartier, wie
du es vorhin schon angedeutet hast.
Das können wir dann auch verlinken, dass
man da dann auch mal nachgucken kann.
Jetzt haben wir auch gleich noch
eine Frage von Barbara Schmuker,
das passt uns dazu, finde ich.
Wie sparen die Eigentümer bzw.
die Mieter nicht langfristig durch das
Einsparen von Klimaanlagen oder Energie
für die Klimaanlagen in diesem Kontext?
Jonathan Müller: Das ist
schwer zu beurteilen.
Also in Deutschland haben wir
selten im Wohnraum eine Klimaanlage.
Also ich kenne wenige die jetzt
eine Klimaanlage daheim haben, um
ihre eigene Wohnung und ihre vier
Wände ein bisschen runter zu kühlen.
Ich glaube, so in einem Bürokontext groß
gedacht bei größeren Gebäuden schon.
Ich weiß, vor Jahren haben wir das mal
runtergerechnet für einen Interessent,
der hat genau die Frage sich gestellt.
Der muss klimatisieren auf
Arbeitsbedingungen, keine Ahnung,
23 Grad oder was man da hat im Büro.
Und ich weiß, dass damals die Rechnung
nicht aufgegangen ist, also dass
trotzdem die Begrünung natürlich
eine gewisse Leistung hatte, sich
das noch nicht 100 Prozent rechnet.
Also grundsätzlich glaube ich dran,
es gibt Untersuchungen, die mal sowas
sagen, die mal sowas sagen, das ist
ein bisschen schwierig zu sagen.
Klaus Reichert: Ich glaube, was in
dem Zusammenhang halt auch sehr,
sehr häufig vergessen wird, ist.
Der Zeitfaktor.
Gerade bei solchen Themen reden wir
immer über unsere Erfahrungen aus
der Vergangenheit und vielleicht
gerade nochmal die, wenn du willst,
vielleicht zwei Jahre in die Zukunft.
Da gehen wir aber davon aus, dass
es sich nicht groß verändert.
Wenn wir aber mal schauen, dass wir
tatsächlich einen Klimawandel haben,
dass wir eine Erwärmung haben, dass wir
Szenarien haben mit sowas wie in 2100
ist Deutschland ungefähr vom Klima her
so wie heute Norditalien oder Italien.
Und Italien ist ungefähr
so wie Nordafrika.
Solche Verschiebungen, da wird es sich
quasi leicht leben lassen in Skandinavien.
Super, da ist dann richtig angenehm.
Aber bei uns wird es wahrscheinlich so
sein, dass es eben genau das passiert,
was wir und zwar nach und nach natürlich
passiert, wie wir es in Italien,
Griechenland und so weiter sehen, da
sind überall Klimaanlagen angebracht.
Und wenn ich bei uns hier so rumgucke
oder auch teilweise in fast Neubaugebiete
gucke, dann haben die entweder sowas
schon eingebaut, irgendeine Form von
Klimatisierung, kalte Nahwärmenetze
ist da so ein schönes Beispiel, aber
auch bei Fassaden, bei Gebäuden,
die saniert werden, sehe ich sehr,
sehr häufig auch nachträglich
hingedübelte solche Klimageräte.
Unter anderem weil die auch so
günstig sind und bei jedem Mediamarkt
um die Ecke zu kaufen sind.
Jonathan Müller: Ich stimme dir
zu, das wird sich verändern.
Ein ganz spannendes Gebäudetypus, den
ich letztens mich beschäftigt habe.
Ich war bei einem Uniklinikum wir sind
über den Campus gelaufen, haben genau
solche Hitzespots mal analysiert.
Und das ist genau, wie du
sagst, die hatten in einem alten
Gebäude, jedes Patientenzimmer
hatte irgendwie 32 Grad da drin.
Das heißt, die haben jeden Raum mit
einem kleinen Klimagerät ausgestattet.
Das war jetzt kein Neubau, sondern
eine alte Bude, wo man eh mal ran muss.
Und da habe ich auch gesagt, das
müssen wir jetzt mal rechnen.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass
eine Begrünung da nicht gewinnt am Ende.
Weil jede dieser Räume hat ein
kleines Klimagerät gebraucht.
Und ja, die sind günstig, aber dann
schmieren die vielleicht nach fünf
Jahren wieder ab und du brauchst es
nochmal und die haben Betriebskosten.
Wir haben nicht ansatzweise so viel
Strombedarf, wie solche Klimageräte.
Also es ist eine Vielzahl von Punkten.
Und am Ende das Thema, wenn wir
jetzt ans Uniklinikum denken,
was mich da total umtreibt ist
dieser… und dieses Unterbewusste,
wir heilen besser in Grünräumen.
Also ich war am Wochenende
in einer großen Metropole in
Europa und es war brutal warm.
Und wo habe ich mich hingesetzt?
In einen Park, weil ich da ins
Grüne geguckt habe, weil ich
unter Bäumen war, verschattet war.
Das ist ein wahnsinnig spürbar
unterschiedlicher… Unterschied
als so ein versiegelter Hotspot.
Und zu guter Letzt habe ich heute
Morgen, man darf nicht reingehen, aber
auf Social Media mal Kommentare gelesen
bei so einer grünen Intervention, nicht
von uns, habe ich nur wahrgenommen.
Und da schreibt dir jemand drunter,
und das fand ich bezeichnend, ja,
aber was mache ich denn bei 36 Grad
auch auf einem versiegelten Platz?
Da gehe ich in ein
klimatisiertes Shoppingcenter.
Und ich denke, ist das die Zukunft
der Menschheit, bei 36 Grad draußen
in Shoppingcentern abzuholen?
Also, vielleicht habe ich da
einen anderen Lebensentwurf.
Ich bin gerne draußen, auch wenn es
warm ist, aber gerne in den Grünräumen.
Klaus Reichert: Was ich da auch
immer noch ein gutes Beispiel finde,
sind diese Gründerzeitstadtviertel
die so zwischen ganz grob 1870 und
1910 ungefähr gebaut worden sind.
Und da sind München, Schwabing und so, ist
sicher so ein Musterbeispiel auch dafür.
Da gibt es laufend irgendwelche kleinen
Parks, da gibt es laufend irgendeine
Allee, da gibt es laufend,, da läufst
du gar nicht weit und schon hast du
wieder irgendwas Grünes mit dabei.
Und das ist natürlich dann
am Ende auch Lebensqualität.
Jonathan Müller: Da gibt es ja einen
Index, ich weiß nicht, ob du den
kennst, wie irgendwie Anzahl Meter,
Kilometer oder was du von deinem
Zuhause zur nächsten Grünfläche hast.
Und was halt interessant ist,
dass in den eher, also in den, du
hast Schwabing genannt, das ist
natürlich ein sehr wohlhabender
Stadtteil von München, so, weißt du.
Da haben die Leute kurze Wege ins
Grüne und das macht auch was mit
Mieten, das macht auch was mit der
Gesundheit der Menschen, das macht
auch was mit den Einkommenstärken.
Und was interessant ist, dass dieser
Faktor dieser Weg zur nächsten
Grünfläche in eher Randvierteln oder
schwierigen Vierteln immer weniger ist.
Also diese, es gibt eine Verbundenheit
zwischen, wie viel Grünflächezugang
habe ich denn als Mensch und…
Wie gut geht es mir, wie viel
verdiene ich, wo lebe ich und
soziale Problembereiche und das finde
ich faszinierend, dass es Leuten,
denen es eh gut geht, auch viel
mehr Zugang zu Grün ermöglicht wird.
Naja, das macht ein ganz
anderes Kapitel auf.
Klaus Reichert: Ja, aber weißt du,
ich finde, es passt schon gut in
dieses ganze Gespräch hier mit rein,
weil ich komme so ein bisschen zurück
zu diesem Thema Klimainnovation.
Da gibt es natürlich, oder Green
Tech, ja, wir reden ja sehr häufig
da bei Green Tech von irgendwelchen
Maschinen, von irgendwelchen Verfahren.
Von ja, es muss Strom verbraucht
werden, es ist eine Pumpe die
irgendwie und ein Filter und ein
Tralala und ein Schieß mich tot, ja.
Aber hier haben wir so eher ein passives
System, auch wenn ich weiß, dass
da natürlich Technologie dabei ist.
Vor allem auch dann zum Beispiel für
Bewässern Düngen wahrscheinlich auch.
Pflege braucht es natürlich
am Ende auch immer.
Aber das ist Green Tech am Bau für mich.
Also so würde ich das
einfach mal definieren.
Und dadurch kriegt es einen
ganz anderen Stellenwert.
Also ich kann es ja auch monitoren.
Du hast mir mal erzählt, dass es auch
mittlerweile die Möglichkeit gibt, dass
man sozusagen die Insekten und Vögeldichte
und so weiter an so einer Fassade
tatsächlich auch mit KI monitoren kann.
Jetzt sind wir voll im Green Tech Bereich.
Jonathan Müller: Ich bin da bei
dir und da gibt es Lösungen.
Und ja, wir sind abhängig von Technik
dass unsere Systeme funktionieren.
Aber am Ende muss ich immer
wieder die Lanze brechen.
Was wir machen, ist einfaches Handwerk.
Also wir haben Gärtnerinnen und Gärtner,
die ein Verständnis für Pflanzen haben,
die ihre Finger mal dreckig machen wollen.
Also wir sind echt in so einem ganz wilden
Mischmasch aus ganz viel Technik, dass
unsere Systeme funktionieren, aber auch
traditionellem Handwerk, wo es weniger und
weniger Menschen gibt, die Lust haben, mit
Pflanzen zu arbeiten und bei schlechtem
Wetter auf dem Hubsteiger irgendwie
in 20 Meter Höhe eine Pflanze pflegen.
Also das ist beides.
Wir haben ja auch nichts Neues erfunden.
Fassadenbegrünung gibt es schon eh
und je, aber wir haben es natürlich
professionalisiert und da sind wir
abhängig von Greentech ganz klar.
Klaus Reichert: Ich möchte gerne
auf diese Professionalisierung
auch noch zu sprechen kommen, aber
kurz noch dazwischen schieben.
Du hast gesagt, da gibt es
Menschen, die gehen dann los
und stehen auf dem Hubsteiger.
Ich kann mir das gut vorstellen
und ich weiß, dass ich das nicht
machen wollte, da oben auf so
einem wackeligen Ding zu stehen.
Aber was halt vor allem auch dazugehört
für die Leute, die es wirklich können oder
vor allem wenn man es vielleicht schon
eingeplant hat, ist, es ist ja notwendig
so eine Fassade auch zu warten, mal was
zu ergänzen, was vielleicht auch in dem
Wasserbereich zu reparieren und, und und.
Also man darf nicht davon ausgehen, dass
man da einfach mal den Draht spannt und
die Pflanze hochwachsen lässt, sondern
es geht schon auch darum, dass man
da kontinuierlich sich drum kümmert.
Und das ist jetzt vielleicht auch so
etwas, was euch auch noch ausmacht.
Das gehört auch zum
Qualitätsanspruch dazu.
Ihr macht ja sowas eben auch,
nicht nur Planung und Aufbau und so
weiter, sondern eben auch die Pflege.
Jonathan Müller: Also Helix, das
Unternehmen, das ich verantworten
darf, Helix versteht sich für Qualität.
Wir wollen gar nicht Marktführer werden,
wir sind eigentlich schon Qualitätsführer
zumindest in meiner Definition.
Weil wir haben für uns verstanden,
wir haben kein Produkt, das wir
so verkaufen und sagen, lieber
Garten und Landschaftsbau, schraub
das mal deinen Kunden an die Wand.
So funktioniert Fassadenbegrünung in der
Art und Weise wie wir das machen, nicht.
Sondern wir müssen eigentlich
fast schon alles abdecken.
Das Thema Planung, Bauen und Pflege.
Ja, ich möchte die Lanze brechen
für Pflege im Fassadenbegrünung.
Was am Ende an die Fassade
geschraubt wird, ist das eine.
Wer kümmert sich um die Pflanzen?
Das ist eigentlich das Entscheidende
für die Zukunft der kompletten Branche.
Also ich nehme leider immer wieder
wahr, wie auch mal verbrannte Erde
hinterlassen wird von meinen Kollegen
aus der Branche, die einfach nur schnell,
schnell Systeme verkaufen wollen.
Und Fassadenbegrünung, wir
reden hier von lebenden Gärten.
Das ist kein Kunststoff,
das ist lebende Pflanze.
Und jeder, der einen Balkon oder
einen Garten hat, weiß, dass Pflanze
in Natur immer mit Arbeit zu tun hat.
Das geht gar nicht.
Wenn man sich einen Garten sich
selbst überlässt, das wächst natürlich
weiter und so wachsen auch unsere
Fassaden, aber nicht in der Art und
Weise, wie wir das natürlich wollen.
Wir wollen ja schöne Gärten.
Das heißt, am Ende kommt es darauf an, ob
so ein Projekt funktioniert oder nicht.
Der Gärtner die Gärtnerin, wer die
sich kümmert, haben die es im Griff.
Und deswegen haben wir für uns verstanden,
wir arbeiten bundesweit und wir haben
super Partner, mit denen wir auch
zusammenarbeiten, aber die haben das
ähnliche Qualitätsverständnis wie Helix.
Und nach dem gucken wir auch.
Und dann… Dann funktioniert es,
aber ohne Pflege, das ist A und
O. Gebaut wird es relativ schnell
vorbei, aber die Pflege bleibt ewig.
Und die wird auch nicht
weniger über die Jahre.
Das muss auch allen, die sich
für das Thema interessieren,
bewusst sein, dass natürlich auch
Pflegekosten für immer bleiben.
Eine Fassadenbegründung
ist kein Selbstläufer.
Klaus Reichert: Wobei man aber auch
sehr schnell vergisst dass generell für
jedes Gebäude, für jedes Bestandteil
des Gebäudes Pflege notwendig ist.
Jonathan Müller: Absolut.
Klaus Reichert: Ich bin immer wieder
verblüfft wie wenig das… in Deutschland
eine Rolle spielt, wie häufig das auch
regelrecht vernachlässigt wird und man
dann auch in so Schwankungen reinkommt.
Das heißt also, wir haben einen
Neubau, das ist alles oder frisch
renoviert, das ist alles super
und hochwertig und so weiter.
Dann macht man aber irgendwie
15 Jahre lang nichts.
Jetzt ist das ganze fällt auseinander,
es sieht schäbig aus und so was.
Entsprechend sind auch die Bewohner
irgendwie anders drauf, das Umfeld
leidet drunter und, und und.
Dann wird man es noch ein bisschen
runterreiten und nach 25 Jahren
wird es wieder neu gemacht.
Und so hat man immer so Wellenbewegungen.
Und ich kenne es zum Beispiel aus der
Schweiz Ja, da gehört zum Beispiel zur
Wohnung dazu, dass es da natürlich ein
richtig gutes Bad gibt und dass natürlich
eine richtig gute Einbauküche da ist.
Ich weiß nicht, wie das sonst im Land
ist bei uns, aber in Baden-Württemberg
musst du ja noch nicht mal die Küche
irgendwie in der Wohnung haben.
Und was kommt dann dazu?
Jeder baut irgendeinen Dreck ein,
weil er eh weiß, dass er nur zwei
Jahre da drin wohnt so ungefähr.
Und so weiter.
Also das ist halt dieses, selbst eine
Fassade ein Wärmedämmverbundsystem
muss man pflegen, ein begrüntes
Dach muss man pflegen und, und, und.
Aber das muss sich halt auch
durchsetzen als Verständnis bei
den Betreibern, bei den Vermietern,
bei den Wohnungsbaugesellschaften.
Jonathan Müller: Das macht jetzt ein
riesen gesellschaftliches Thema auf,
aber ich gebe dir komplett recht.
Ich habe so das Gefühl, heute kaufen
wir eher neu, als dass man repariert.
Alles wird immer weggeschmissen
und das hat sich schon verändert.
Und das kann man auch auf das Bauen,
auf die Gebäudeindustrie drüber hebeln.
Es wird einfacher gebaut,
es geht schneller, es ist
effizienter aber da leidet ganz
oft die Qualität auch darunter.
Also kann ich dir nur zustimmen.
Und so ist es auch bei
der Fassadenbegrünung.
Wir reden nochmal von lebenden
Gärten und ein gut gepflegter
Garten begeistert die Leute.
Die Leute wollen begeistert werden, die
wollen sich begeistern für grüne Fassaden.
Man sieht in Paris als kleines
Beispiel, da gibt es Fassadenbegrünungen
schon ein bisschen länger, da hat
Patrick Blanc, Botaniker, wahnsinnig
schöne vertikale Gärten gemacht.
Das sind Ausflugsziele mittlerweile
geworden oder denken wir in New York
an die Highline, da hat man über eine
Bahnstrecke, die einfach nicht mehr
genutzt wurde, eine überirdische, als
einer längsten Parks umgebaut und das
hat jetzt, ich weiß nicht, aber ich
habe irgendwann gelesen es hat irgendwie
die Freiheitsstatue als Hotspot der
Touris irgendwie abgelöst und so.
Ja, also grün funktioniert
auch, grün, Leute wollen grün.
Aber das funktioniert nur deswegen,
weil es gepflegte Gärten, gepflegte
Parks sind, wo Leute mit arbeiten, wo
Gärtnerinnen und Gärtner viel Arbeit
reinstecken und das ist einfach ein
ganz wichtiger Teil unserer Arbeit.
Klaus Reichert: Und ein wichtiger
Punkt finde ich, mir sind ja gerade
auch noch eben sowas wie diese
ganzen Landes-, Bundesgartenschauen
eingefallen, wo man ja das tatsächlich
erleben kann, dass so ein Garten
eben gepflegt wird, dass er vor allem
aber auch… mit viel Gestaltungswillen
und Intention angelegt wird.
Also das ist so, man kann einen Freiraum,
man kann eine Grünfläche, egal ob
horizontal oder vertikal, kann man einfach
sehr, sehr bewusst anlegen und kann dann
bestimmte Sachen mit erreichen und machen.
Und dann wird eben auch die Umwelt,
die gelebte belebte Umwelt natürlich
dadurch auf der einen Seite vielleicht
schöner, auf der anderen Seite oder
lebenswerter, aber es kann sicher auch
noch in die andere Richtung gehen.
Ja, aber du hast schon recht, das ist
ein Thema, da könnte man wahrscheinlich
ewig weitermachen und das hat natürlich
auch noch ganz andere Dimensionen.
Das werden wir heute nicht mehr lösen.
Aber worauf ich noch zu sprechen
kommen möchte, ist das Thema
Produkt, Produktportfolio, Marke.
Das sind alles so Punkte, wie ich das
bei euch gesehen habe, die mich sehr
gefreut haben, dass ihr das sehr, sehr
intensiv sehr konsequent anwendet und was
für mich auch ein schönes Zeichen ist,
weil ich habe so diese Prioritäten für
innovative Unternehmen und die sozusagen
Dinge, die man erfüllen muss, damit man
tatsächlich Innovation hervorbringen
kann, als innovativ wahrgenommen wird
und dann entsprechend auch natürlich
quasi auch wachsen kann durch Innovation.
Und eins war natürlich
Marke, Marke befeuern.
Ihr habt verschiedene Marken,
beziehungsweise ihr habt
Produktbezeichnungen auch.
Ihr habt echte Produkte, die man
mehr oder weniger fast im Katalog
bestellen kann und und und.
Dann reden wir von dem Produktportfolio.
Wer auf der Webseite ist, sieht
das ja dann auch ziemlich schnell.
Wie seid ihr denn da so drauf
gekommen, dass das so stimmig wirkt?
Das ist jetzt nicht unbedingt
das klassische Architekturbüro,
wo wir alles machen.
Sondern es sind halt
Produkte für die einzelnen
Leistungsbereiche zum Beispiel da.
Die haben einen Namen.
Helix Pflanzensysteme ist gleichzeitig
auch wieder ein Markennamen.
Jonathan Müller: Das stimmt.
Also das sind mehrere Diskussionen.
Also einerseits ist mir ganz
wichtig, dass der Überbegriff Helix
so ein bisschen über allem steht.
Früher hießen wir immer Müller Gartenbau,
weil mein Nachname natürlich Müller ist
und der von meiner Vorgeneration auch.
Aber mein Vater hat das sehr für
sich verstanden, dass das eigentlich
mehr ist als der Name Müller.
Und Helix hat mehrere Ebenen.
Das kommt ein klasse Produkt, was wir
vertreiben aus dem Produktionsgeschäft,
das ist der Heterahelix, also der Efeu.
Das heißt das ist so ein bisschen aus
dem Namen unseres Produktes entstanden.
Und Helix steht nicht nur für eine
gute Produktion, wo wir Pflanzen
für Märkte produzieren, aber eben
jetzt auch für Gebäudebegrünung.
Und wer bei der Helix Pflanzensysteme,
das ist jetzt mein Unternehmensbereich,
unterwegs ist, der merkt dass, also
ja, unsere Produkte haben Namen.
Aber mir ist eigentlich viel
wichtiger, dass die BesucherInnen
auf der Website sehen, in welchen
Bereichen wir unterwegs sind.
Wir machen mobiles Grün, also das
hat dann, unser mobiles grünes
Zimmer verbirgt sich dahinter.
Wir machen Fassadenbegrünung.
Wir machen Hangbegrünung
und Lärmschutzwände.
Und das sind so Kategorien, wo ich
denke, wenn das die Leute sehen,
dann ist doch schon die Hälfte
gewonnen, ob die nachher eine Biomura
oder eine Elata bei uns kriegen.
Da bin ich dann für zuständig, um
zu beraten, um zu sagen, pass mal
auf, für dein Gebäude macht das
oder das Produkt viel mehr Sinn.
Aber ich glaube, wir wollen es
relativ einfach halten, weil kein
Mensch interessiert sich, ob das
so einen ganz verkopften Namen hat,
sondern die wollen eine Lösung.
Und wir arbeiten lösungsorientiert und
kriegen damit durch unser Portfolio an
Produkten, die es wirklich als Namen und
als Katalog gibt, schaffen wir es aber
einfach, das passende Ergebnis zu finden.
Klaus Reichert: Genau das ist ja so
ein Punkt, man kann dann leichter ein
Ergebnis finden, man kann leichter was
berechnen, man kann leichter drüber
sprechen, man kann es leichter also
mit dem jeweiligen Kunden, Kundin,
man kann es leichter kommunizieren.
Man kann leichter, das ganze planen man
kann leichter ein Budget dafür machen
und, und, und wenn man so klare Kategorien
hat, wenn man so klare Überschriften hat.
Ich weiß gar nicht, wie ich es
noch anders sagen soll, das macht
halt so vieles so viel leichter.
Und natürlich kannst du auch Grauzonen
und Mischungen und so weiter zwischendrin
geben, das ist mir schon auch klar,
aber gerade für diesen ersten Einstieg
in so ein neues Thema ist es ungeheuer
hilfreich und gibt sehr viel Orientierung
und auch Sicherheit für Interessenten.
Jonathan Müller: Danke für das
Feedback, das freut mich, weil dann
geht ja das auf, was wir uns gedacht
haben, als wir auch das Website
neu gestaltet haben und so weiter.
Ja, genau, das war immer
die Intention bei uns.
Klaus Reichert: Ja, weißt du, das ist
ja halt einfach auch meine, das ist Teil
meiner Beratungs und Coaching-Tätigkeit,
auf solche Sachen zu achten und so
was dann auch mit dazu zu bringen.
Und ich bewerte das auch ziemlich
hoch, ich habe da so einen Inno-Check,
wo diese Themen dann abgefragt werden
und da bewerte ich solche Sachen
natürlich genauso hoch wie andere
Themen, die vielleicht mehr so in
diesem Trend- und Visionsbereich
sind oder auch Projektumsetzung.
Ja, das ist ja auch ein wichtiger Teil
von Innovation, weil nur drüber reden
hilft nichts ich muss ja auch mal
machen und PS auf die Straße bringen.
Wir machen den Link zur Webseite
natürlich noch in die Shownotes,
sodass man sich das angucken kann.
Und dass man sich bei euch auch
melden kann, selbst wenn man nur
sagt, hey, ich will ja gar keine grüne
Fassade, aber erzähl mir doch noch
ein bisschen was zu deinen Produkten.
Ich mache das nämlich jetzt gerade
in einem anderen Umfeld einer anderen
Branche, da könnte ich vielleicht
noch ein bisschen was davon lernen.
Jonathan, für den Podcast ist es wichtig,
vom Zuhören ins Machen zu kommen und
idealerweise drei Tipps weiterzugeben,
um Menschen zu helfen, tatsächlich
irgendwas realisieren zu können.
Ich habe mir gedacht, in unserem
Zusammenhang wären zwei… Bereiche
sinnvoll für die drei Tipps.
Das eine wäre, was sollten Auftraggeber
wie Firmen, Kommunen, vielleicht aber auch
Familien, Wohnungsbaugenossenschaften,
wer auch immer.
Wer bauen möchte, wer in der Konzeption
des Gebäudes ist, bevor überhaupt
man so richtig in die Architektur
reinkommt, was sollten die beachten,
wenn es um Fassadenbegrünung geht?
Und die zweite Frage, die ist so ähnlich,
aber im Grunde kommt der Architekt oder
die Architektin nach der Konzeption der
ursprünglichen Konzeption mit dazu, was
sollten die beachten, wenn es um die
Fassadenbegrünung geht, sodass es am
Ende wirklich optimal bei rauskommt?
Jonathan Müller: Ich glaube, ersteres
und es ist relativ egal, ob es jetzt
der Häusles-Bauer ist, wie man im
Schwäbischen sagt, oder ob es jetzt ein
Großkonzern ist mit der Bauabteilung.
Ich glaube, beide Gruppen sollten
sich erstmal überlegen, was wollen sie
erreichen mit einer Fassadenbegrünung?
Ist es eine Ästhetik oder
ist es ein Klimaschutz?
Wo geht die Reise hin und was
wollen wir eigentlich erreichen
mit der Fassadenbegrünung?
Und in dem Zuge empfehle ich
jedem und jeder, sich mal
gebaute Beispiele anzuschauen.
Mal im Sommer vor so einer grünen Wand zu
stehen und das zu spüren und zu merken.
Das sind nicht nur hübsche Bildchen, die
wir auf der Website haben, sondern wir
reden hier von etwas sehr Erlebbarem und
auch da, wenn jemand, Podcast-HörerInnen
von dir… mal einen Tipp brauchen,
in welcher Stadt, wo was gebaut wird,
gerne mir eine Nachricht schicken.
Also ich kenne nicht nur von uns, ich
kenne sehr viele Gebäudebegrünungsprojekte
in ganz Deutschland.
Das ist toll, das mal erleben zu dürfen.
Und das empfehle ich jedem.
Guckt euch mal die Hütten an, stellt euch
mal davor, spürt das mal und dann kommt
auch eine Begeisterung rüber, ganz klar.
Und die zweite Frage, wenn
es dann konkreter wird.
Also was ich echt mittlerweile sehr
gern raten möchte, ist, holt euch
die Fachplaner für Fassadenbegrünung
mit in die Planungsbüros Fassaden
oder in die Konzepte rein.
Und wir machen sowas, es gibt auch tolle
andere auf dem Markt, aber es lohnt sich
einfach einen Fachmann, eine Fachfrau
dazuzuholen, bevor Entscheidungen fix
gestellt und verabschiedet werden.
Und ja, vielleicht braucht es auch
ein kleines Planungsbudget, was dann
die Fassadenbegrüner einfach sich
reinbrainen dürfen, aber das rentiert sich
hinten raus wieder, weil man da Kosten
spart bei den ganzen Schnittstellen.
Also erst überlegen, wo geht die
Reise hin, was will man erreichen,
das ausprobieren, sich angucken.
Und dann wenn es in die konkrete
Umsetzung geht, holt euch Fachleute dazu.
Sehr gerne bei uns, aber es
gibt auch diverse andere Büros.
Klaus Reichert: Ja vielen Dank.
Ich fand es ein interessantes Gespräch
jetzt heute zum Thema, ich sage
immer wieder noch Klimainnovation,
gerade im städtischen Bereich, im
Baubereich Greentech im Baubereich.
Und danke, dass du dir heute die
Zeit genommen hast für das Gespräch.
Jonathan Müller: Sehr gerne.
Vielen Dank für die Einladung.
Klaus Reichert: Das war der
Smart Innovation Podcast.
Wir führen diese Gespräche um engagierten
Menschen, die etwas bewegen wollen, eine
pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben.
Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen,
dann abonnieren und bewerten Sie bitte
die Show bei Ihrer Podcast-Plattform.
Für alle, die weiter im Thema bleiben
wollen, Extras zur Episode, ein
Transkript und die Möglichkeit für
Kommentare sind in den Shownotes verlinkt.
Der Smart Innovation Podcast wird
unabhängig produziert von mir, Klaus
Reichert, im Südwesten Deutschlands.
Vielen Dank fürs Zuhören und
denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.