Fassadenbegrünung - GreenTech am Bau optimiert die Klimatisierung

29.06.2026 52 min Klaus Reichert

Zusammenfassung & Show Notes

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Fassadenbegrünung bietet weit mehr als reine Ästhetik. Im Smart Innovation Podcast Episode 167 spricht Klaus Reichert mit Jonathan Müller (Helix Pflanzensysteme) über Fassadenbegrünung als wirksame Klimainnovation. Der Beitrag zeigt, wie Vertikalbegrünung und GreenTech am Bau die biologische Klimatisierung von Gebäuden und ihrer Umgebung optimiert und eine messbare Ökosystemleistung erbringen kann.

Kapitelübersicht
00:00 Messbare Ökologie der Fassadenbegrünung
02:00 Vorstellung Jonathan Müller und Helix Pflanzensysteme
04:00 Maßgeschneiderte Konzepte mit hohem architektonischen Anspruch
09:00 Sofort grüne Lösungen durch gärtnerische Vorkultur
14:00 Der Fassadenbegrüner als notwendiger Fachplaner am Bau
20:00 Messbare Ökosystemleistung und thermische Gebäudeentlastung
25:00 Vorgaben der Kommunen zur Gebäudebegrünung im Stadtraum
30:00 Einsparungen bei der Klimatisierung und der Zeitfaktor
36:00 Handwerk trifft GreenTech am Bau
43:00 Markenbildung und das lösungsorientierte Produktportfolio
48:00 Drei praktische Tipps für Bauherren und Architekten

Vertiefung
Professionelle Fassadenbegrünung ist eine wirksame Klimainnovation  und eine technische Weiterentwicklung, die weit über dekorative Zwecke hinausgeht. Jonathan Müller beschreibt die Pflanze als echtes Baumaterial, das wie eine zweite Hautschicht die Hitze vom Bauwerk fernhält. Messungen der Universität Stuttgart unterstützen diese Funktion. Die Vertikalbegrünung schluckt zudem Straßenlärm, fördert die urbane Biodiversität und kann das Umgebungsklima verbessern. Eine messbare Ökosystemleistung trägt zur Optimierung der Klimatisierung von Gebäuden direkt und nachhaltig bei.

Die Integration von GreenTech am Bau und Fachplanung
Um die positiven Effekte optimal zu nutzen, muss die Vertikalbegrünung frühzeitig in den Planungsprozess einfließen. Jonathan Müller sieht den Fassadenbegrüner als eigenständigen Fachplaner an der Schnittstelle zwischen Hochbauarchitektur und Landschaftsarchitektur. Eine frühzeitige Abstimmung zu technischen Faktoren wie Wasserversorgung und Strombedarf macht diese Form des nachhaltigen Bauens einfacher und günstiger. Die Systeme verbinden dabei automatisierte Bewässerungstechnologien mit traditionellem gärtnerischen Handwerk.

Qualitätssicherung durch Vorkultur und kontinuierliche Pflege
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für funktionierende Pflanzensysteme ist die professionelle Vorkultur. Helix Pflanzensysteme setzt auf sofort grüne Lösungen aus dem eigenen Betrieb in Stuttgart. Die Pflanzen wachsen unter idealen Gewächshausbedingungen auf, um an der Baustelle direkt ihre Schutzfunktion zu erfüllen. Jonathan Müller warnt vor Billiglösungen, die ohne Pflegekonzept installiert werden. Pflanzen sind lebende Systeme, die eine dauerhafte Pflege erfordern. Die kontinuierliche Wartung sichert die architektonische Qualität und den langfristigen Erhalt der biologischen Klimatisierung Gebäude.

Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/fassadenbegruenung-greentech-am-bau-optimiert-die-klimatisierung/

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Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.

Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/

Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.

Transkript

Jonathan Müller: Die Grünfassade macht ja deutlich mehr. Also messbare Ökologie, wir reden von Ökosystemleistung, was die Pflanzen und die Fassade kann. Also sie kühlt, sie verdunstet Wasser, sie fördert Biodiversität, also wenn wir so an Trittsteinbiotope im Stadtraum denken. Sie dämmt, hat eine akustische Wirkung, also sie schluckt tatsächlich Straßenlärm und so weiter. Und all das sind einfach… ökologische Faktoren die berücksichtigt werden sollten und auch… In der Argumentation für eine oder gegen eine grüne Fassade angewandt werden, weil keine anderen Materialien, also ein Putz hat relativ wenig Biodiversitätsförderung und klar, eine Dämmung dämmt unsere Gebäude, aber der sommerliche Wärmeschutz von Fassadenbegrünung, wenn man sich das mal anguckt da gibt es messbare Studien, die sind super. Ich habe wahnsinnige Temperaturunterschiede und die Pflanze, es wirkt wie eine zweite Hautschicht eigentlich und hält die ganze Hitze vom Gebäude weg. Klaus Reichert: Innovation entwerfen und Zukunft einfach machen. Hallo, Klaus Reichert hier. Ich bin unabhängiger Berater, kreativer Business Coach und erfahrener Experte für Smart Innovation und Business Design. Ich arbeite remote aus Baden-Württemberg heraus. Gemeinsam mit engagierten Innovationsverantwortlichen und ihren Teams mache ich Unternehmen innovativer. Von Visionen, über frische Ideen und agilen Innovationsmethoden hin zur Innovationsstrategie, neuen Geschäftsmodellen, nachhaltigen Produkten und digitalen Services. So entstehen innovative, agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie. Sowie den passenden Vorgehensweisen, Neues auch enkeltauglich zu entwerfen und Zukunft einfach zu machen. Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Unternehmertum und Verantwortung, gerade im Kontext des Klimawandels. Bei unseren Live-Aufnahmen zum Innovationspodcast können Interessierte Fragen stellen. So wird Innovation lebendig und einfach umsetzbar. Denken Sie daran, es gibt kein Ende von Innovation, nur Starts. Fassadenbegrünung kann sehr viel zur Klimatisierung am Gebäude, um das Gebäude herum beitragen. Fassadenbegrünung ist ein Thema, das es schon lange gibt, das sich laufend weiterentwickelt, das immer aufwendiger wird und immer mehr Funktionen dann auch erfüllen kann. Gerade in einer Zeit, in der der Klimawandel uns auch dazu zwingt sehr viel mehr auf das Thema Klimatisierung, angenehme Außenflächen, angenehme Klimatisierung in Gebäude und so weiter und so weiter zu beachten und zu erzeugen. Ich würde es einfach auch schon als Klimainnovation bezeichnen und es ist definitiv Green Tech am Bau. Ich unterhalte mich heute mit Jonathan Müller von Helix Pflanzensysteme aus Kornwestheim bei Stuttgart. Hallo Jonathan, schön, dass du heute mit dabei bist. Jonathan Müller: Hi Klaus, danke für die Einladung ich freue mich. Klaus Reichert: Es geht ja heute um alle möglichen Themen. Mir sind so ein paar Stichworte eingefallen. Das eine ist sowas wie vertikale Begrünungssysteme im urbanen Raum. Das geht um nachhaltig bauen. Es geht vielleicht auch so ein bisschen um Schwammstadt. Es geht um Klimatisierung, Klimawandel in der Stadt, Klimatisierung in Gebäuden. Da könnte man wahrscheinlich noch viel, viel mehr Stichworte dazu machen. Was wir aber auch noch ansprechen sollten, ist das Thema Produkte und das Produktportfolio das ihr aufgebaut habt und gleichzeitig eben auch, wie ihr mit Marken und Markennamen umgeht. Das hat mich nämlich auch sehr beeindruckt was man da bei euch alles so sehen kann. Und last but not least, würde ich sagen, kann man sogar auch über das Thema Unternehmensnachfolge sprechen, oder? Jonathan Müller: Das hört sich alles gut an. Haben wir sechs Stunden Zeit oder was? Das sind schon sehr viele Themen, aber klar, sehr gern gehen wir rein. Klaus Reichert: Ja, wir schneiden es dann in Einzelteile zusammen. Jonathan Müller: Sehr gut, ja. Ich will es keinem zumuten so viel Laberei. Aber ja, es gibt viel zu erzählen, auf jeden Fall. Klaus Reichert: Ja, also, wenn ich jetzt auf deine Webseite gehe, den Link machen wir auch in die Show Notes rein, sodass man es leichter finden kann. Und da steht sowas dann wie, wir bieten maßgeschneiderte, sofortgrüne Lösungen mit hohem architektonischen Anspruch und messbarer ökologischer Wirkung. Wow, da steckt jetzt viel drin. Lass uns das vielleicht mal zu Anfang entpacken was das dann so im Einzelnen bedeutet. Jonathan Müller: Sehr gerne. Ich merke gerade, ich kenne den Satz natürlich, weil ich mit involviert war ihn zu schreiben, aber das stimmt, da steckt alles drin, was wir machen. Klaus Reichert: Was ich da jetzt rauslese aus diesem Satz in dem ja wirklich viel drin steckt, ist maßgeschneidert. Das heißt also, es ist nicht einfach irgendwas, was man so hinklatscht, sondern da gehört dazu, dass irgendjemand natürlich am Beraten und Planen ist. Dann haben wir sowas wie sofort grün finde ich praktisch eine Lösung, das Wort finde ich auch interessant, architektonischer Anspruch. Ja, und messbar ökologisch. Also jetzt haben wir es natürlich noch nicht erläutert aber lass uns doch einfach mal einsteigen, so einfach eins nach dem anderen. Maßgeschneidert. Was bedeutet das für euch? Jonathan Müller: Also ich bin vom Hintergrund aus Architekt und du kennst es, Architektur ist nie aus der Retorte und wenn, dann ist es ganz furchtbare Architektur. Also Architektur ist für mich im Verständnis immer maßgeschneidert und so bringe ich das als Architekt auch in mein heutiges Tun bei Helix rein. Wir gucken uns jedes Projekt an, jede Anfrage neu an und individuell entscheiden wir, welches Produkt passt denn eigentlich. Eine Pflanzenfassade ist nicht eine Pflanzenfassade. Es gibt wahnsinnig viele unterschiedliche Herangehensweise. Und deswegen ist es immer maßgeschneidert. Auch wenn wir Pflanzpläne, also die tatsächliche Gestaltung nachher entwerfen, ist mein Anspruch schon nicht, keine Ahnung, Pflanzmuster Nürnberg aus der Tasche zu ziehen und es da drauf zu klatschen, sondern lass doch mit dem Kunden eine individuelle maßgeschneiderte grüne Lösung schaffen, die einfach zu dem Ort passt, aber auch zu dem Gebäude. Und deswegen auf jeden Fall maßgeschneidert. Klaus Reichert: Also da ist schon mal Ort, das ist ja eine wichtige Sache in der Architektur selber, die Art und Weise des Gebäudes auch, vielleicht einen bestimmten Ausdruck den das Gebäude hat oder den die Auftraggeber eben dann vielleicht auch möchten. Das ist in jedem Fall immer ein großes Thema. Und es ist auch immer das Ergebnis einer Beratung die ihr vorne herweg macht. Jonathan Müller: Absolut. Ich gehe da sogar noch eins weiter. Die Gestaltung, da habe ich natürlich ein Herz drauf, ich will, dass es natürlich auch gut ausschaut, aber wir versuchen vor allem auch mal rauszukriegen, woher kommt das Interesse für Grün? Also geht es hier um ein bisschen Ästhetik und ein bisschen ein Deko-Element? Oder geht es hier darum, nee, wir wollen durch die Begrünung tatsächlich das Klima des Ortes des Gebäudes verändern. Oder geht es darum, Biodiversität zu fördern am Gebäude? Also ich habe so viele Anwendungen, die ich eigentlich in der Fassadenbegrünung eine Lösung habe und das gilt es rauszufinden und dann eben eine maßgeschneiderte Antwort zu finden. Klaus Reichert: Da ist es natürlich sehr günstig dass du… Du bist Architekt, also das heißt, du hast sozusagen diese architektonische Grundlage, diesen architektonischen Hintergrund. Theoretisch könnte man jetzt vielleicht noch zu diesem Thema Unternehmensnachfolge dann auch springen das machen wir jetzt aber im Moment nicht. Aber ich glaube, verraten können wir schon, dass du natürlich das Fachwissen auch, was die Pflanzen hast, hast, aber auch noch natürlich jemand Starken im Hintergrund, der da natürlich der voll Superprofi ist. Jonathan Müller: Kompliment gebe ich gerne so weiter an den Vollprofi. Also es ist in der Tat so, dass ich aus einem Gartenbau, aus einer Gartenbaufamilie komme. Mein Vater ist auch noch im Unternehmen, der ist klassisch Gärtnermeister, viele Jahre als Gärtner gearbeitet, unser Produktionsgärtner. Also wir haben eine Gärtnerei, wo wir quasi Topfpflanzen für die Gartencenter und für den Handel produzieren. Und ich glaube, diese zwei Schnittstellen braucht es für das Thema Fassadenbegründung. Jemand, der sich mit Bauen auskennt und jemand, der sich mit Pflanze auskennt. Wir sind kein Fassadenbauer, der irgendwie ein Sandwich-Panel verkauft und jetzt auch ein grünes Produkt anbietet. Nee, wir haben nur die Pflanzen für die Fassade. Wir brauchen dann auch Partner, die sich um andere Themen kümmern. Aber das ist, wie ich finde, eine ideale Schnittstelle für das, was wir tun. Architektur und Gartenbau. Und das vereinen wir in der Familiengeschichte tatsächlich. Klaus Reichert: Wie ich das gesehen habe, dachte ich, wow, das passt sehr gut zusammen. Das ist auch vor allem eine tolle Weiterentwicklung. Das darf man ja auch nicht vergessen. Eine Generation zur nächsten kann zwar sein, dass sie zum Beispiel eins zu eins den Betrieb in dem Sinne weiterführt. Aber für mich in der Wahrnehmung ist es so, dass du es eigentlich eher… für dich weiterentwickelt hast. Das hat eine gewisse Kompromisslosigkeit vielleicht, aber du tust halt dann das, was für dich das Richtige ist, greifst aber trotzdem noch das auf, was eben schon da ist. Also hast eine gute Basis mit der du dann auch umgehen kannst. Jonathan Müller: Ja, perfekt zusammengefasst. Ich muss die Lorbeeren so ein bisschen meinem Vater weitergeben. Da habe ich noch Architektur studiert. Da hat der sich schon mit dem Thema Vertikalbegrünung auseinandergesetzt. Also es ist nicht komplett mein eigener Impuls dass wir die Richtung gehen. Da gab es Grundsätze, die waren schon da, gelegt. Aber es hat sich schon, da bin ich auch stolz das sagen zu dürfen, es hat sich schon viel geändert. Mit der Zeit 2018 und 2017 bin ich so voll dann eingestiegen nachdem ich als Architekt gearbeitet habe. Und da war die Zeit reif, also der Markt war plötzlich da, dass Leute grüne Lösungen gebraucht haben und gleichzeitig haben wir uns als Unternehmen natürlich komplett verändert und eher so eine Schwesterfirma daraus gemacht. Also diese Produktionsgartenbäume gibt es weiterhin und das ist auch so die Identität, das will ich auch gar nicht, dass es aufhört, da kommen wir her. Aber jetzt hat sich einfach noch ein weiterer Unternehmenszweig aufgebaut. Wo wir das Wissen anwenden können. Klaus Reichert: Jetzt vielleicht sofort grüne Lösungen in diesem Ganzen. Heißt das dann auch, dass ihr in diesem Produktionsbetrieb gleich diese Pflanzen sozusagen zieht zusammenstellt und so weiter, sodass ihr das quasi auch die Qualität von vornherein kontrollieren könnt? Jonathan Müller: Vielleicht solltest du bei Helix anfangen, weil du hast es perfekt zusammengefasst. Ich kriege das gar nicht so gut zusammen, organisiert wie du es jetzt gesagt hast. Aber jede Person, die sich mit dem Thema Gebäudebegrünung und wenn es nur das eigene Einfamilienhäuschen mit ein bisschen Fassadenbegrünung ist. Jeder, der sich damit auseinandersetzt, kann ich nur raten das Thema Vorkultur, also mit maximal viel Pflanze ans Gebäude anzutreten, kann ich jedem das mitgeben, weil das ist wirklich ein Erfolgsgeheimnis warum wir auch erfolgreich in der Qualität sind mit dem, was wir tun. Wir arbeiten nicht mit kleinen Pflänzchen, die dann irgendwo an ein Gebäude gepackt werden, sondern sofort grün heißt für mich auch, dass wir die Gärtnerei im Rücken haben, die uns ja stärkt in dem Business, können wir ganz viel vorbereiten. Und zwar bei uns in idealen Verhältnissen. Im Gewächshaus, auf dem Boden, können wir einfach mit einem gewissen Zeitvorlauf so viel Grün an die Baustelle bringen, dass die Pflanze einfach ein einfaches Spiel hat, dann auch erfolgreich an der Fassade hochzuranken. Und vielleicht ein Bild, jeder kennt mal so ein Parkhaus in irgendeiner Stadt, wo so ein kleines Pflänzchen vor das Gebäude gesetzt wurde und noch ein Seil gespannt wird, mit ganz viel Hoffnung und vielleicht ein bisschen Regen, soll das mal begrünt werden. Das ist auch Fassadenbegrünung, aber wir haben halt für uns verstanden, wir haben Kunden, die wollen Schnelllösungen, die wollen auch messbar Schnelllösungen, dass wir sagen können, hey, wir brauchen, keine Ahnung, drei Jahre und dann hat die Pflanze das erreicht, was ihr wollt. Oder wir haben auch Systeme die sofort grün sind. Und das… Das spricht viel für Qualität, das kann auch nicht jeder, eine gute Vorkultur so vorzubereiten, dass das funktioniert und das ist eigentlich ein ganz, ganz wichtiger Teil, der einfach gut funktioniert bei der Vertikalbegrünung. Klaus Reichert: Klar, es gibt da sicher eine riesen Bandbreite an Stufen, an Umsetzungsformen und, und und. Du hast ja auch schon gesagt, so am Drahtsaal ein kümmerliches Ding hochwachsen ist auch Fassadenbegrünung. Jonathan Müller: Ja absolut. Klaus Reichert: Jetzt kommen wir aber vielleicht gleich und wir können das dann später wieder zusammenmischen zu dem hohen architektonischen Anspruch. Dieses eine Kabel mit der Micker-Pflanze, das ist halt nicht der hohe architektonische Anspruch. Gleichzeitig könnte man ja sagen, Mensch, jetzt machst du mir, also ich war ja auch mal Architekt wobei das Thema Fassade war mir… Persönlich eigentlich nie so recht wichtig, weil ja etwas von innen nach außen wirken muss, finde ich und natürlich Form follows Function und all diese Sachen, mit denen man dann ja groß geworden ist in der Moderne. Aber jetzt machst du es ja so, oder jetzt macht ihr es ja so, dass ihr die schönen Fassaden, die der Architekt oder die Architektin geplant hat, jetzt macht ihr die wieder weg. Jetzt versteckt ihr die hinter den Blättern. Wie geht es mit dem hohen architektonischen Anspruch zusammen? Jonathan Müller: Ich bin voll bei dir, wenn es eine rein dekorative Fassadenbegrünung ist. Wo ich wirklich für brenne sind Entwürfe, die die Pflanze als Baumaterial verstehen. Also du hast ja gerade beschrieben, jetzt habe ich eine tolle Putz-, Beton- oder sonst was Fassade und jetzt hänge ich da ein paar Pflanzen davor. Ich gehe so weit und sage, hey, was ist, wenn die begrünte Fassade geplant wirklich die vorderste Ebene ist? Also wenn durch Begrünung eigentlich Teil der Architektur eine neue Materialität dazu gewinnt. Und da gibt es tolle Entwürfe die … Ja, einfach auf die Begrünung setzen als Material. Da gibt es keine Fassade dahinter, da gibt es keine zweite Ebene und das ist nicht nur ein rein dekoratives Element, sondern das Teil des Entwurfs. Und dann bin ich bei solchen Entwürfen wirklich dabei, wo ich sage, das hat einen architektonischen Anspruch und genügt auch meinem architektonischen Anspruch, den ich gerne hätte in unseren Projekten, dass das funktioniert. Auch wir haben mal ein dekoratives Projekt, wo einfach quasi ein grüner Rahmen gesetzt wurde und ein kleines grünes Bild hingehängt ist. Aber es gibt schöne Entwürfe. Der Bosco Verticale wäre ein normales Hochhaus in Mailand. Da haben wir jetzt nichts mehr zu tun, aber das kennen vielleicht einige deiner ZuhörerInnen. Und der Bosco Verticale ist heute ein grünes Hochhaus. Warum? Weil die Bäume und die Pflanzen an der Fassade natürlich das prägende Element sind. Und da kann mir keiner erzählen dass der Architekt dahinter eine tolle Fassade geplant hat. Nee, die grüne Fassade ist die Fassade. Dann funktioniert das. Klaus Reichert: Man muss es also im Hinterkopf behalten. Jetzt würde ich aber sehen, ihr bringt da Komplexität vielleicht dazu. Das heißt also, wir haben nicht nur irgendwie eine Kommune die über Baugesetze oder sowas dann mitentscheidet und Vorgaben macht, wie so eine Fassade sein darf oder auch nicht sein darf. Dann haben wir noch jemanden, der das Ganze braucht, in dem Gebäude was tun möchte, deswegen auch baut. Dann gibt es noch mindestens einen Architekten, Architektin und ganz am Ende kommt ihr. Ist das die richtige Reihenfolge oder wann kommt ihr mit dazu? Jonathan Müller: Lange Zeit war das die richtige Reihenfolge. Ich saß regelmäßig an so Planertreffen mit irgendwie Elektrofachplaner, Sanitärfachplaner, Landschaftsarchitekt, Architekt und so weiter. Und irgendwann habe ich dann für mich mal festgestellt, warte mal, ihr werdet hier gerade alle eigentlich bezahlt für euer Fachplanertum und ich sitze hier auf Akquisebasis als hätte ich nichts Besseres zu tun dabei. Und dann ist mir aufgefallen, hey, also das Bauen macht es definitiv so nicht leichter aber die Fassadenbegrünung, wenn die jemand ernsthaft betreiben möchte und eben weg von diesem Bild des Parkhauses, wo der Pflanze sich selbst überlassen wird. Und wenn es ein gestaltendes Element des Entwurfs sein soll, dann ist der Fassadenbegrüner eigentlich ein Fachplaner. Also der hat genauso eine Existenzbestätigung wie jetzt eben ein Sanitär- oder ein Elektrofachplaner. Und dann gibt es die Projekte wo wir relativ früh mit am Tisch sitzen. Was super ist, weil es macht das Bauen günstiger und einfacher wenn frühzeitig schon das Thema Fassadenbegrünung mit beabsichtigt wird. Und wir sind in dieser Nische zwischen Architektur und Landschaftsarchitektur. Die Landschaftsarchitekten, sehr verallgemeinert, die hören quasi am Bau, am Gebäude auf, weil dann sind es eher die Außenanlagen, die da beschäftigt werden. Und die Hochbauarchitekten sagen, oh Pflanze, nee, haben wir nichts mit am Hut. Und da in dieser Nische machen wir uns breit, weil wir natürlich auch viele Schnittstellen zum Wasser und zum Strom und so weiter haben, weil wir natürlich Technik brauchen. Und ja, manchmal kommen wir ganz spät ins Projekt. Das sind meistens nicht die einfachen Projekte. Manchmal kommen wir relativ früh schon in Planungsphasen. Wir bauen dieses Jahr ein Projekt, da habe ich seit vier Jahren, bearbeite ich da dran rum. Meistens sehr viel auf Akquise und die Bauzeiten du kennst, die Planungen die werden immer größer. Und nach vier Jahren bauen wir das jetzt auch. Und dann haben wir auch ein Projekt das innerhalb von einem halben Jahr quasi von Erstkontakt bis zur Umsetzung mal realisiert wurde. Also es variiert total. Klaus Reichert: Okay, aber wenn wir es jetzt wirklich, wenn wir einen optimalen Ablauf sehen würden, dann wäre es schon sinnvoll, dass ihr zumindest mal, mit ersten Gesprächen gleich am Anfang mit dabei seid, so wie die Aufgabe auch formuliert wird, die Bauaufgabe, die Anforderungen und so weiter. Aber spätestens dann als Fachberater zum Beispiel für die Architekten, wenn es dann darum geht, bestimmte Fassaden quasi dann auch zu machen. Gestaltung darf ja gerne beim Architekten bleiben, aber dass diese Menschen dann auch das verstehen, wie man mit dem Ganzen gestalten kann. Ich glaube, das ist wahrscheinlich der wichtigste Faktor. Jonathan Müller: Ja wenn man so Wettbewerbe jetzt ist ein super Architektur-Podcast, aber ich liebe es ein bisschen. Wenn man sich so Wettbewerbe anschaut sieht man manchmal in so 3D-Visualisierung wieder Riesenbäume auf Dächern wachsen. Und das sieht toll aus und die Gestaltung wird klar, da hat sich der Planende was dabei gedacht. Ich gucke da mittlerweile drauf, okay, wie soll denn ein Baum auf einer 20 cm Deckenplatte wachsen? Also da wird dann, hört so dieser Gedanke, wo wechseln eigentlich die Bäume hin und wo ist das Wurzelwerk und wie viel Aufbau braucht denn so eine Dachbegrünung, Fassadenbegrünung? Also da sind wir dann dabei, um die Architektur zu unterstützen als Fachplaner, genau. Dass das auch Realität wird, was die Leute sich ausgedacht haben. Klaus Reichert: Da gibt es ja einen einfachen Trick, um sowas zu realisieren. Ich weiß nicht, ob dir die Messe in Frankfurt präsent ist. Da gibt es ja diesen Torbau, glaube ich, da ist alles sehr schön quadratisch dran und damit die Natur und die Bäume dazu passen auch in irgendwelchen Terrassen oben, haben die dann, ich meine, Kunststoffbäume dahingestellt, so kugelige. Die sind gerade so, dass sie in dieses Raster immer reinpassen. Jonathan Müller: Ja, da sage ich jetzt mal nichts dazu. Alles, was sich Versandbegrünung schreit oder Natur schreit aber aus Kunststoff ist, Leute, nee. Klaus Reichert: Nee das war, glaube ich so eine Art Mischung aus, ähm moderne… Und wie heißt das? Postmoderne. So in so einer Schnittstelle drin. Jonathan Müller: Bestimmt Kind seiner Zeit. Ob man das heute nochmal so machen würde, hätte ich jetzt große Zweifel. Klaus Reichert: Das heißt in jedem Fall früh mit einplanen. Vor allem ist es ja ähnlich auch wie jemand, der ein Tragwerk macht zum Beispiel. Der schlägt auch häufig die Hände über den Kopf zusammen, wenn er dann sieht, Mensch, da soll so ein Ding 20 Meter spannen und ist dann irgendwie 50 Zentimeter Höhe eingeplant oder so. Jonathan Müller: Vielleicht muss man das noch ein bisschen eingrenzen. Also wir reden jetzt natürlich von irgendwelchen Bürogebäuden, größeren Immobilien. Wir reden jetzt nicht vom klassischen Einfamilienwohnhaus. In aller Liebe, da kann man wunderbar mit ein paar Kletterpflanzen auch sehr spät noch Lösungen erzeugen. Und wir reden vom Neubau. Ich finde es spannend, auch über ein Bestandsgebäude zu sprechen. Weil, sind wir ehrlich, die Architektur heutzutage muss sich auf… Bestand konzentrieren. Wir haben nicht mehr grüne Wiesen und Flächen wo man neue Pflanzen bebauen darf und kann. Aber ja, im Idealverhältnis reden wir von großen Gebäuden, wo zukünftig die Fassadenbegrünung frühzeitig mit an Bord ist. Klaus Reichert: Also klar, selbst in der Sanierung ist es sinnvoll, dann in dem Bestandsbereich zu sein. Aber auch, wenn man irgendwas vielleicht einfach nur nachträglich mit dazu macht, ohne dass man das Gebäude jetzt gerade saniert, weil es vielleicht schon saniert ist oder das irgendwie später mal geplant ist, ist es sinnvoll. Sag mal, was mir gerade als Idee gekommen ist oder als Frage ist, wenn ich sozusagen, im Grunde könnte man ja so eine Fassadenbegrünung als Verlängerung auch von einem Rasen einer Gartenfläche an, wie auch immer, Grünfläche eben sehen. Also es geht dann so rauf. Kann man dann sagen, okay, man kriegt es vielleicht sogar hin, dass man den Teil, den man mit dem Haus überbaut sozusagen, an der Fassade begrünt hat und deswegen im Grunde ja zwar, wie heißt es, verschließt den Boden verschließt aber im Grunde genauso viel Grün wieder geschaffen hat. Jonathan Müller: Ja, ist ja keine Versiegelung von dem her, du bringst Grün, absolut. Jetzt bin ich nicht der absolute Experte, weil ich aus der klassichen Architektur schon wieder raus bin, aber die LBO, zumindest in Baden-Württemberg, hat genau das mal vorgesehen. Also ich kriege die Zahlen nicht genau hin, muss man nachschauen, aber wenn du quasi 100 Prozent Grundstück hast und davon 50 Prozent bebaust, versiegelst, entnimmst aus der Grünfläche, musst du, glaube ich Faktor 1,2 oder irgendwas zurückgeben. Das heißt, du kommst gar nicht drum herum, an die Dach und die Fassadenflächen zu gehen. Also das ist gängige Praxis. Die genauen Zahlen musst du dir nachschauen, aber solche Ansätze gibt es ja. Klaus Reichert: Spannend, da könnten wir jetzt wahrscheinlich noch weitermachen, aber ich würde jetzt gerade mal noch weitergehen zu diesem Thema messbare ökologische Wirkung. Was verstehst du denn darunter, in diesem Satz dem Gesamtsatz den wir am Anfang angesprochen haben? Jonathan Müller: Ich bin der Meinung, Fassadengrünung ist deutlich mehr als nur eine reine Ästhetik. Ich freue mich, wenn es schöne gepflegte grüne Wände gibt, aber das kann ja viel mehr. Ich muss meine Arbeit sehr oft rechtfertigen vor allem bei den Kosten, im Vergleich zu einem WDVS oder Natursteinfassade oder einer Holzfassade. Das sind alles absolut gute Fassadenelemente, aber die Die Grünfassade macht ja deutlich mehr. Also messbare Ökologie, wir reden von Ökosystemleistung, was die Pflanzen und die Fassade kann. Also sie kühlt, sie verdunstet Wasser, sie fördert Biodiversität, also wenn wir so an Trittsteinbiotope im Stadtraum denken. Sie dämmt, hat eine akustische Wirkung, also sie schluckt tatsächlich Straßenlärm und so weiter. Und all das sind einfach… ökologische Faktoren die berücksichtigt werden sollten und auch… In der Argumentation für eine oder gegen eine grüne Fassade angewandt werden, weil keine anderen Materialien, also ein Putz hat relativ wenig Biodiversitätsförderung und klar, eine Dämmung dämmt unsere Gebäude, aber der sommerliche Wärmeschutz von Fassadenbegrünung, wenn man sich das mal anguckt da gibt es messbare Studien, die sind super. Ich habe wahnsinnige Temperaturunterschiede und die Pflanze, es wirkt wie eine zweite Hautschicht eigentlich und hält die ganze Hitze vom Gebäude weg. Und das ist ein ökologischer Zweig der interessanterweise noch recht wenig abgefragt wird bei uns, es kommt, also vor fünf, sechs Jahren war das noch deutlich weniger, aber in Zukunft die relevante Maxime sein wird für Fassadenbegrünung. Also Ökosystemleistung muss man mit betrachten. Ich denke auch in Unternehmen, Unternehmen haben ja was weiß ich wie viele Nachhaltigkeitspflichten ihren Banken gegenüber, ihren Investoren gegenüber. Die müssen arbeiten mit solchen Faktoren, die müssen halt sehen, hey guck mal, wir verdunsten so und so viel Wasser, wir haben so und so viel Hitzeminderung durch Grünfassade. Das meinen wir so ein bisschen mit messbarer Ökologie. Wir können da auch Zahlen liefen bei Projekten. Also wenn wir das betreuen, dann machen wir auch hier und da mal Messungen. Wir arbeiten da ganz gerne mit der Uni Stuttgart und Fraunhofer zusammen. Es wird noch wenig abgefragt aber ich bin mir sicher, das wird in Zukunft ganz wichtig. Klaus Reichert: Glaube ich auch. Ich habe auch in meiner Doktorarbeit in den 90ern das Thema Simulation, das war natürlich noch sehr, sehr einfache Sachen, hat eine gewisse Rolle gespielt. Und das ist dann schon toll, wenn man sagen kann, Mensch, ich habe es nachgemessen, ich kann es beweisen, ich kann zeigen, was der Effekt natürlich ist. Ich muss es nicht einfach immer nur behaupten und bin dadurch auf weichem Grund, sondern ich habe gute Argumente für Sachen, die teilweise so weich erscheinen. Also, angenommen, es verbessert auch zum Beispiel die Klimatisierung in den Büros oder die Flächen um das Gebäude herum, dann ist es etwas, was sich sofort auswirkt, zum Beispiel auf die Produktivität und das Wohlbefinden der Menschen, die in dem Büro dann auch arbeiten. Und am Ende kann ich Strom damit sparen für die Klimatisierung. Jonathan Müller: Ja, vielleicht ein Beispiel, weil ich es gerade im Präsent habe. Also die Uni Stuttgart hat das mal gemessen, die haben eine Betonwand genommen und die Oberflächentemperatur gemessen und das war ein warmer Julitag und du siehst halt, über die Nachtauskühlung kommt die Fassade morgens so mit 20 Grad an der Oberfläche und heizt sich dann auf Mittagssonne, Nachmittagssonne, ich glaube auch so 45 Grad hoch, also 25 Grad Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und so schwingt es quasi jeden Tag hoch und runter. Und die gleiche Messung hat stattgefunden hinter dem Blattvolumen von unserem System. Selbe Ausrichtung, alles gleich, nur halt hinter der Fassade. Und auch da habe ich relativ konstant diese 20 Grad, weil es einfach die Außentemperatur war. Aber diese Ausschläge in diese Tag-Nacht-Veränderung gibt es ja nicht. Das heißt, da habe ich plötzlich 5, 6 Grad Unterschied. Und ich bin jetzt kein Bauphysiker, aber das ist ja klar, diese 20 Grad habe ich nicht Eintrag ins Gebäude. Und so wie du sagst, dann schlafe ich da besser, weil ich die Hitze nicht drin habe, ich arbeite da besser. Das wird sich sofort auswirken. Und was noch nicht passiert, das ist noch nicht monetarisierbar. Also Leute haben noch keine… Alle sind sich bewusst, in einem grünen Kontext kann ich besser arbeiten und leben, aber was ist es denn wert? Bei einer PV-Anlage kann ich relativ schnell rechnen, wann sich die rentiert, wann die sich amortisiert hat. Bei Begrünung ist es so sehr schwammig alles noch. Also diese Monetarisierung, diese Ökosystemleistung, ich glaube, also diesen Code muss man noch knacken und dann ist das ein Riesenhebel für das Thema. Aber wenn man mal im Sommer vor so einer grünen Wand steht und du spürst wie diese Verdunstungskälte, es ist wirklich, es sich esoterischer an, als es eigentlich gedacht ist, aber es ist total faszinierend. Klaus Reichert: Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade dann leicht nachrechenbar ist, wenn man in einem Projekt ist, wo man zum Beispiel ein Bestandsgebäude erneuern möchte. Erneuern muss, aufwerten sozusagen. Da gehören heute in vielen Fällen Überlegungen zum Thema Klimaanlage mit dazu. Das sind von vornherein erstmal Kosten natürlich für die Maschinen, für die Geräte selber, aber natürlich auch Betriebskosten, die dann am Ende wahrscheinlich sogar viel höher liegen wie eben diese Investitionskosten, die ursprünglichen. Und wenn man in diesem Zusammenhang, also in so einem Use Case und so einem Projektumfeld dann gleich euer Thema mit dazu bringt, kann man es wahrscheinlich ganz konkret auch wieder ausrechnen. Jonathan Müller: Wahrscheinlich schon, ja. Klaus Reichert: Durch Gebäudesimulationen dann. Jonathan Müller: Genau da gibt es ein ganz cooles Startup aus Österreich, die machen genau sowas. Die ganzen Quartiere können die so ein bisschen kartieren und berechnen. Da zählt jeder Stadtbaum, da zählt jeder Dach und Versandbühne. Die Tools gibt es, ja gebe ich dir recht. Klaus Reichert: Gutes Stichwort, das du gerade sagst, Stadt, Stadtraum. Das sind ja auch so Themen, mit denen wir uns zusätzlich zunehmend beschäftigen müssen, dürfen, können. Und die Städte heizen sich natürlich auch sehr stark auf. Je heißer es wird, desto sonnenintensiver es wird, desto länger die Sonne scheint. Je mehr Klimaanlagen dann auch in der Stadt selbst sind und, und und dann ist das natürlich sehr schnell auch eine Umgebung in der man vielleicht nicht so gerne ist. Jetzt zeigt sich natürlich, dass es extrem hilfreich ist für das Klima in der Stadt, zum Beispiel kleine Parks zu haben, einen Haufen Pflanzen, Bäume. Und so weiter, auch Flächen wo etwas versickern kann. Das ist wieder gut fürs Grundwasser aber teilweise eben auch gut für die Klimatisierung selbst in der Stadt. Wenn wir das weiterdenken, ist so das Stichwort Schwammstadt natürlich auch noch mit dabei. Ich würde sagen, auch in so einem großen Kontext könnte man euch da mit der Fassadenbegrünung auch anschließen. Wie siehst du das? Wie ist da so die Entwicklung, dass man das quasi aus dem Städtebau, aus den Kommunen heraus, aus dem Stadtplanungsamt oder wer immer auch das dann macht, mit vorantreibt. Und da hat man ja dann auch durchaus die Möglichkeiten, das zum Beispiel über ein Baurecht oder dann eben auch zum Beispiel vorzuschreiben. Jonathan Müller: Das findet schon statt. Als großes Beispiel, wir sitzen bei Stuttgart. Die Stadt Stuttgart treibt das sehr energisch voran. Da gibt es ich weiß jetzt nicht genau den Wortlaut, aber da gibt es ganze Quartiere, wo klar festgestellt ist, dass 30 Prozent, glaube ich der Gebäudehülle begrünt werden müssen bei Neubauten. Und wie das jetzt mit Fensterflächen ist. Also da gibt es Feinheiten, aber 30 Prozent steht so im Raum. Und jetzt muss sich quasi die Investoren damit abfinden, weil es natürlich auch erhebliche Kostenänderungen sind, dass wenn die dann ein Gebäude hinsetzen wollen, das Dach und Fassadenbegründung dann Teil davon sein wird. Ich finde es gut, dass Städte das machen. Auch Frankfurt macht das, glaube ich ähnlich. Klar, man muss halt gucken, dass man seine Bauträger dann nicht verprellt, weil das sind natürlich Kosten, die dann auch, wenn wir an die Unterhaltskosten denken, an die MieterInnen und die EigentümerInnen weitergetragen werden. Aber ein Stück weit ist es der Hebel, den eine Stadt, eine Kommune hat, um mehr Grünfläche in die Städte zu bringen. Eine Stadt hat ja nicht so viel Eigenbestand an Gebäuden, den müssen sie natürlich genauso betrachten, das ist schon richtig. Aber es muss ja irgendwie weitergetragen werden durch eben ein Baurecht und so weiter. Und vielleicht nochmal, weil du es angesprochen hast, die Fassadenbegrünung ist nicht die Lösung aller Probleme, die wir in Stadt haben. Also die Stadtbäume haben eine deutlich höhere Ökosystemleistung und jede Grünfläche, hast du ja gesagt. Ich glaube, die Fassaden ist einfach noch, die Städte haben kapiert dass die Fassaden noch nicht erschöpftes Potenzial eigentlich hat für eine klimatische Veränderung unserer Kommunen. Und deswegen finde ich es gut, dass es solche Voranschreiten gibt. Ja, befördert natürlich auch die Branche. Also klar, wir profitieren am Ende auch davon, dass natürlich sich Leute mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Dann wiederum gibt es nochmal eine Qualitätsfrage, aber das führt vielleicht zu weit, weil natürlich verschiedene Investoren verschieden intensiv das Thema Begrünung angehen. Also da sind wir jetzt wieder bei den Beispielen, ein kleines Pflänzchen ist ja auch Fassadenbegrünung. Kann man so und so machen, da gibt es Qualitätsunterschiede aber grundsätzlich finde ich das Vorangehen der Städte so richtig. Klaus Reichert: Ich finde es auch sinnvoll. Es ist ja nicht immer diese eine Maßnahme, die dann am Ende die 100% Ergebnisse bringt, sondern es ist ein Mix aus verschiedenen Sachen. Also wenn ich zum Beispiel bei uns gucke am Gebäude, wir haben eine Dachbegrünung eine extensive und gerade in den obersten Stockwerken merkt man das. Das ist angenehmer trotz alledem und und und. Also da kommt dann viel zusammen. Gut, mit den neuen Simulationsmöglichkeiten, vielleicht auch mit KI und sowas wird man das natürlich viel, viel einfacher dann auch berechnen und nachweisen können. Vor allem auch in einem größeren Maßstab dass man es nicht nur für ein Gebäude macht, sondern auch gleich für ein ganzes Quartier, wie du es vorhin schon angedeutet hast. Das können wir dann auch verlinken, dass man da dann auch mal nachgucken kann. Jetzt haben wir auch gleich noch eine Frage von Barbara Schmuker, das passt uns dazu, finde ich. Wie sparen die Eigentümer bzw. die Mieter nicht langfristig durch das Einsparen von Klimaanlagen oder Energie für die Klimaanlagen in diesem Kontext? Jonathan Müller: Das ist schwer zu beurteilen. Also in Deutschland haben wir selten im Wohnraum eine Klimaanlage. Also ich kenne wenige die jetzt eine Klimaanlage daheim haben, um ihre eigene Wohnung und ihre vier Wände ein bisschen runter zu kühlen. Ich glaube, so in einem Bürokontext groß gedacht bei größeren Gebäuden schon. Ich weiß, vor Jahren haben wir das mal runtergerechnet für einen Interessent, der hat genau die Frage sich gestellt. Der muss klimatisieren auf Arbeitsbedingungen, keine Ahnung, 23 Grad oder was man da hat im Büro. Und ich weiß, dass damals die Rechnung nicht aufgegangen ist, also dass trotzdem die Begrünung natürlich eine gewisse Leistung hatte, sich das noch nicht 100 Prozent rechnet. Also grundsätzlich glaube ich dran, es gibt Untersuchungen, die mal sowas sagen, die mal sowas sagen, das ist ein bisschen schwierig zu sagen. Klaus Reichert: Ich glaube, was in dem Zusammenhang halt auch sehr, sehr häufig vergessen wird, ist. Der Zeitfaktor. Gerade bei solchen Themen reden wir immer über unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit und vielleicht gerade nochmal die, wenn du willst, vielleicht zwei Jahre in die Zukunft. Da gehen wir aber davon aus, dass es sich nicht groß verändert. Wenn wir aber mal schauen, dass wir tatsächlich einen Klimawandel haben, dass wir eine Erwärmung haben, dass wir Szenarien haben mit sowas wie in 2100 ist Deutschland ungefähr vom Klima her so wie heute Norditalien oder Italien. Und Italien ist ungefähr so wie Nordafrika. Solche Verschiebungen, da wird es sich quasi leicht leben lassen in Skandinavien. Super, da ist dann richtig angenehm. Aber bei uns wird es wahrscheinlich so sein, dass es eben genau das passiert, was wir und zwar nach und nach natürlich passiert, wie wir es in Italien, Griechenland und so weiter sehen, da sind überall Klimaanlagen angebracht. Und wenn ich bei uns hier so rumgucke oder auch teilweise in fast Neubaugebiete gucke, dann haben die entweder sowas schon eingebaut, irgendeine Form von Klimatisierung, kalte Nahwärmenetze ist da so ein schönes Beispiel, aber auch bei Fassaden, bei Gebäuden, die saniert werden, sehe ich sehr, sehr häufig auch nachträglich hingedübelte solche Klimageräte. Unter anderem weil die auch so günstig sind und bei jedem Mediamarkt um die Ecke zu kaufen sind. Jonathan Müller: Ich stimme dir zu, das wird sich verändern. Ein ganz spannendes Gebäudetypus, den ich letztens mich beschäftigt habe. Ich war bei einem Uniklinikum wir sind über den Campus gelaufen, haben genau solche Hitzespots mal analysiert. Und das ist genau, wie du sagst, die hatten in einem alten Gebäude, jedes Patientenzimmer hatte irgendwie 32 Grad da drin. Das heißt, die haben jeden Raum mit einem kleinen Klimagerät ausgestattet. Das war jetzt kein Neubau, sondern eine alte Bude, wo man eh mal ran muss. Und da habe ich auch gesagt, das müssen wir jetzt mal rechnen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Begrünung da nicht gewinnt am Ende. Weil jede dieser Räume hat ein kleines Klimagerät gebraucht. Und ja, die sind günstig, aber dann schmieren die vielleicht nach fünf Jahren wieder ab und du brauchst es nochmal und die haben Betriebskosten. Wir haben nicht ansatzweise so viel Strombedarf, wie solche Klimageräte. Also es ist eine Vielzahl von Punkten. Und am Ende das Thema, wenn wir jetzt ans Uniklinikum denken, was mich da total umtreibt ist dieser… und dieses Unterbewusste, wir heilen besser in Grünräumen. Also ich war am Wochenende in einer großen Metropole in Europa und es war brutal warm. Und wo habe ich mich hingesetzt? In einen Park, weil ich da ins Grüne geguckt habe, weil ich unter Bäumen war, verschattet war. Das ist ein wahnsinnig spürbar unterschiedlicher… Unterschied als so ein versiegelter Hotspot. Und zu guter Letzt habe ich heute Morgen, man darf nicht reingehen, aber auf Social Media mal Kommentare gelesen bei so einer grünen Intervention, nicht von uns, habe ich nur wahrgenommen. Und da schreibt dir jemand drunter, und das fand ich bezeichnend, ja, aber was mache ich denn bei 36 Grad auch auf einem versiegelten Platz? Da gehe ich in ein klimatisiertes Shoppingcenter. Und ich denke, ist das die Zukunft der Menschheit, bei 36 Grad draußen in Shoppingcentern abzuholen? Also, vielleicht habe ich da einen anderen Lebensentwurf. Ich bin gerne draußen, auch wenn es warm ist, aber gerne in den Grünräumen. Klaus Reichert: Was ich da auch immer noch ein gutes Beispiel finde, sind diese Gründerzeitstadtviertel die so zwischen ganz grob 1870 und 1910 ungefähr gebaut worden sind. Und da sind München, Schwabing und so, ist sicher so ein Musterbeispiel auch dafür. Da gibt es laufend irgendwelche kleinen Parks, da gibt es laufend irgendeine Allee, da gibt es laufend,, da läufst du gar nicht weit und schon hast du wieder irgendwas Grünes mit dabei. Und das ist natürlich dann am Ende auch Lebensqualität. Jonathan Müller: Da gibt es ja einen Index, ich weiß nicht, ob du den kennst, wie irgendwie Anzahl Meter, Kilometer oder was du von deinem Zuhause zur nächsten Grünfläche hast. Und was halt interessant ist, dass in den eher, also in den, du hast Schwabing genannt, das ist natürlich ein sehr wohlhabender Stadtteil von München, so, weißt du. Da haben die Leute kurze Wege ins Grüne und das macht auch was mit Mieten, das macht auch was mit der Gesundheit der Menschen, das macht auch was mit den Einkommenstärken. Und was interessant ist, dass dieser Faktor dieser Weg zur nächsten Grünfläche in eher Randvierteln oder schwierigen Vierteln immer weniger ist. Also diese, es gibt eine Verbundenheit zwischen, wie viel Grünflächezugang habe ich denn als Mensch und… Wie gut geht es mir, wie viel verdiene ich, wo lebe ich und soziale Problembereiche und das finde ich faszinierend, dass es Leuten, denen es eh gut geht, auch viel mehr Zugang zu Grün ermöglicht wird. Naja, das macht ein ganz anderes Kapitel auf. Klaus Reichert: Ja, aber weißt du, ich finde, es passt schon gut in dieses ganze Gespräch hier mit rein, weil ich komme so ein bisschen zurück zu diesem Thema Klimainnovation. Da gibt es natürlich, oder Green Tech, ja, wir reden ja sehr häufig da bei Green Tech von irgendwelchen Maschinen, von irgendwelchen Verfahren. Von ja, es muss Strom verbraucht werden, es ist eine Pumpe die irgendwie und ein Filter und ein Tralala und ein Schieß mich tot, ja. Aber hier haben wir so eher ein passives System, auch wenn ich weiß, dass da natürlich Technologie dabei ist. Vor allem auch dann zum Beispiel für Bewässern Düngen wahrscheinlich auch. Pflege braucht es natürlich am Ende auch immer. Aber das ist Green Tech am Bau für mich. Also so würde ich das einfach mal definieren. Und dadurch kriegt es einen ganz anderen Stellenwert. Also ich kann es ja auch monitoren. Du hast mir mal erzählt, dass es auch mittlerweile die Möglichkeit gibt, dass man sozusagen die Insekten und Vögeldichte und so weiter an so einer Fassade tatsächlich auch mit KI monitoren kann. Jetzt sind wir voll im Green Tech Bereich. Jonathan Müller: Ich bin da bei dir und da gibt es Lösungen. Und ja, wir sind abhängig von Technik dass unsere Systeme funktionieren. Aber am Ende muss ich immer wieder die Lanze brechen. Was wir machen, ist einfaches Handwerk. Also wir haben Gärtnerinnen und Gärtner, die ein Verständnis für Pflanzen haben, die ihre Finger mal dreckig machen wollen. Also wir sind echt in so einem ganz wilden Mischmasch aus ganz viel Technik, dass unsere Systeme funktionieren, aber auch traditionellem Handwerk, wo es weniger und weniger Menschen gibt, die Lust haben, mit Pflanzen zu arbeiten und bei schlechtem Wetter auf dem Hubsteiger irgendwie in 20 Meter Höhe eine Pflanze pflegen. Also das ist beides. Wir haben ja auch nichts Neues erfunden. Fassadenbegrünung gibt es schon eh und je, aber wir haben es natürlich professionalisiert und da sind wir abhängig von Greentech ganz klar. Klaus Reichert: Ich möchte gerne auf diese Professionalisierung auch noch zu sprechen kommen, aber kurz noch dazwischen schieben. Du hast gesagt, da gibt es Menschen, die gehen dann los und stehen auf dem Hubsteiger. Ich kann mir das gut vorstellen und ich weiß, dass ich das nicht machen wollte, da oben auf so einem wackeligen Ding zu stehen. Aber was halt vor allem auch dazugehört für die Leute, die es wirklich können oder vor allem wenn man es vielleicht schon eingeplant hat, ist, es ist ja notwendig so eine Fassade auch zu warten, mal was zu ergänzen, was vielleicht auch in dem Wasserbereich zu reparieren und, und und. Also man darf nicht davon ausgehen, dass man da einfach mal den Draht spannt und die Pflanze hochwachsen lässt, sondern es geht schon auch darum, dass man da kontinuierlich sich drum kümmert. Und das ist jetzt vielleicht auch so etwas, was euch auch noch ausmacht. Das gehört auch zum Qualitätsanspruch dazu. Ihr macht ja sowas eben auch, nicht nur Planung und Aufbau und so weiter, sondern eben auch die Pflege. Jonathan Müller: Also Helix, das Unternehmen, das ich verantworten darf, Helix versteht sich für Qualität. Wir wollen gar nicht Marktführer werden, wir sind eigentlich schon Qualitätsführer zumindest in meiner Definition. Weil wir haben für uns verstanden, wir haben kein Produkt, das wir so verkaufen und sagen, lieber Garten und Landschaftsbau, schraub das mal deinen Kunden an die Wand. So funktioniert Fassadenbegrünung in der Art und Weise wie wir das machen, nicht. Sondern wir müssen eigentlich fast schon alles abdecken. Das Thema Planung, Bauen und Pflege. Ja, ich möchte die Lanze brechen für Pflege im Fassadenbegrünung. Was am Ende an die Fassade geschraubt wird, ist das eine. Wer kümmert sich um die Pflanzen? Das ist eigentlich das Entscheidende für die Zukunft der kompletten Branche. Also ich nehme leider immer wieder wahr, wie auch mal verbrannte Erde hinterlassen wird von meinen Kollegen aus der Branche, die einfach nur schnell, schnell Systeme verkaufen wollen. Und Fassadenbegrünung, wir reden hier von lebenden Gärten. Das ist kein Kunststoff, das ist lebende Pflanze. Und jeder, der einen Balkon oder einen Garten hat, weiß, dass Pflanze in Natur immer mit Arbeit zu tun hat. Das geht gar nicht. Wenn man sich einen Garten sich selbst überlässt, das wächst natürlich weiter und so wachsen auch unsere Fassaden, aber nicht in der Art und Weise, wie wir das natürlich wollen. Wir wollen ja schöne Gärten. Das heißt, am Ende kommt es darauf an, ob so ein Projekt funktioniert oder nicht. Der Gärtner die Gärtnerin, wer die sich kümmert, haben die es im Griff. Und deswegen haben wir für uns verstanden, wir arbeiten bundesweit und wir haben super Partner, mit denen wir auch zusammenarbeiten, aber die haben das ähnliche Qualitätsverständnis wie Helix. Und nach dem gucken wir auch. Und dann… Dann funktioniert es, aber ohne Pflege, das ist A und O. Gebaut wird es relativ schnell vorbei, aber die Pflege bleibt ewig. Und die wird auch nicht weniger über die Jahre. Das muss auch allen, die sich für das Thema interessieren, bewusst sein, dass natürlich auch Pflegekosten für immer bleiben. Eine Fassadenbegründung ist kein Selbstläufer. Klaus Reichert: Wobei man aber auch sehr schnell vergisst dass generell für jedes Gebäude, für jedes Bestandteil des Gebäudes Pflege notwendig ist. Jonathan Müller: Absolut. Klaus Reichert: Ich bin immer wieder verblüfft wie wenig das… in Deutschland eine Rolle spielt, wie häufig das auch regelrecht vernachlässigt wird und man dann auch in so Schwankungen reinkommt. Das heißt also, wir haben einen Neubau, das ist alles oder frisch renoviert, das ist alles super und hochwertig und so weiter. Dann macht man aber irgendwie 15 Jahre lang nichts. Jetzt ist das ganze fällt auseinander, es sieht schäbig aus und so was. Entsprechend sind auch die Bewohner irgendwie anders drauf, das Umfeld leidet drunter und, und und. Dann wird man es noch ein bisschen runterreiten und nach 25 Jahren wird es wieder neu gemacht. Und so hat man immer so Wellenbewegungen. Und ich kenne es zum Beispiel aus der Schweiz Ja, da gehört zum Beispiel zur Wohnung dazu, dass es da natürlich ein richtig gutes Bad gibt und dass natürlich eine richtig gute Einbauküche da ist. Ich weiß nicht, wie das sonst im Land ist bei uns, aber in Baden-Württemberg musst du ja noch nicht mal die Küche irgendwie in der Wohnung haben. Und was kommt dann dazu? Jeder baut irgendeinen Dreck ein, weil er eh weiß, dass er nur zwei Jahre da drin wohnt so ungefähr. Und so weiter. Also das ist halt dieses, selbst eine Fassade ein Wärmedämmverbundsystem muss man pflegen, ein begrüntes Dach muss man pflegen und, und, und. Aber das muss sich halt auch durchsetzen als Verständnis bei den Betreibern, bei den Vermietern, bei den Wohnungsbaugesellschaften. Jonathan Müller: Das macht jetzt ein riesen gesellschaftliches Thema auf, aber ich gebe dir komplett recht. Ich habe so das Gefühl, heute kaufen wir eher neu, als dass man repariert. Alles wird immer weggeschmissen und das hat sich schon verändert. Und das kann man auch auf das Bauen, auf die Gebäudeindustrie drüber hebeln. Es wird einfacher gebaut, es geht schneller, es ist effizienter aber da leidet ganz oft die Qualität auch darunter. Also kann ich dir nur zustimmen. Und so ist es auch bei der Fassadenbegrünung. Wir reden nochmal von lebenden Gärten und ein gut gepflegter Garten begeistert die Leute. Die Leute wollen begeistert werden, die wollen sich begeistern für grüne Fassaden. Man sieht in Paris als kleines Beispiel, da gibt es Fassadenbegrünungen schon ein bisschen länger, da hat Patrick Blanc, Botaniker, wahnsinnig schöne vertikale Gärten gemacht. Das sind Ausflugsziele mittlerweile geworden oder denken wir in New York an die Highline, da hat man über eine Bahnstrecke, die einfach nicht mehr genutzt wurde, eine überirdische, als einer längsten Parks umgebaut und das hat jetzt, ich weiß nicht, aber ich habe irgendwann gelesen es hat irgendwie die Freiheitsstatue als Hotspot der Touris irgendwie abgelöst und so. Ja, also grün funktioniert auch, grün, Leute wollen grün. Aber das funktioniert nur deswegen, weil es gepflegte Gärten, gepflegte Parks sind, wo Leute mit arbeiten, wo Gärtnerinnen und Gärtner viel Arbeit reinstecken und das ist einfach ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit. Klaus Reichert: Und ein wichtiger Punkt finde ich, mir sind ja gerade auch noch eben sowas wie diese ganzen Landes-, Bundesgartenschauen eingefallen, wo man ja das tatsächlich erleben kann, dass so ein Garten eben gepflegt wird, dass er vor allem aber auch… mit viel Gestaltungswillen und Intention angelegt wird. Also das ist so, man kann einen Freiraum, man kann eine Grünfläche, egal ob horizontal oder vertikal, kann man einfach sehr, sehr bewusst anlegen und kann dann bestimmte Sachen mit erreichen und machen. Und dann wird eben auch die Umwelt, die gelebte belebte Umwelt natürlich dadurch auf der einen Seite vielleicht schöner, auf der anderen Seite oder lebenswerter, aber es kann sicher auch noch in die andere Richtung gehen. Ja, aber du hast schon recht, das ist ein Thema, da könnte man wahrscheinlich ewig weitermachen und das hat natürlich auch noch ganz andere Dimensionen. Das werden wir heute nicht mehr lösen. Aber worauf ich noch zu sprechen kommen möchte, ist das Thema Produkt, Produktportfolio, Marke. Das sind alles so Punkte, wie ich das bei euch gesehen habe, die mich sehr gefreut haben, dass ihr das sehr, sehr intensiv sehr konsequent anwendet und was für mich auch ein schönes Zeichen ist, weil ich habe so diese Prioritäten für innovative Unternehmen und die sozusagen Dinge, die man erfüllen muss, damit man tatsächlich Innovation hervorbringen kann, als innovativ wahrgenommen wird und dann entsprechend auch natürlich quasi auch wachsen kann durch Innovation. Und eins war natürlich Marke, Marke befeuern. Ihr habt verschiedene Marken, beziehungsweise ihr habt Produktbezeichnungen auch. Ihr habt echte Produkte, die man mehr oder weniger fast im Katalog bestellen kann und und und. Dann reden wir von dem Produktportfolio. Wer auf der Webseite ist, sieht das ja dann auch ziemlich schnell. Wie seid ihr denn da so drauf gekommen, dass das so stimmig wirkt? Das ist jetzt nicht unbedingt das klassische Architekturbüro, wo wir alles machen. Sondern es sind halt Produkte für die einzelnen Leistungsbereiche zum Beispiel da. Die haben einen Namen. Helix Pflanzensysteme ist gleichzeitig auch wieder ein Markennamen. Jonathan Müller: Das stimmt. Also das sind mehrere Diskussionen. Also einerseits ist mir ganz wichtig, dass der Überbegriff Helix so ein bisschen über allem steht. Früher hießen wir immer Müller Gartenbau, weil mein Nachname natürlich Müller ist und der von meiner Vorgeneration auch. Aber mein Vater hat das sehr für sich verstanden, dass das eigentlich mehr ist als der Name Müller. Und Helix hat mehrere Ebenen. Das kommt ein klasse Produkt, was wir vertreiben aus dem Produktionsgeschäft, das ist der Heterahelix, also der Efeu. Das heißt das ist so ein bisschen aus dem Namen unseres Produktes entstanden. Und Helix steht nicht nur für eine gute Produktion, wo wir Pflanzen für Märkte produzieren, aber eben jetzt auch für Gebäudebegrünung. Und wer bei der Helix Pflanzensysteme, das ist jetzt mein Unternehmensbereich, unterwegs ist, der merkt dass, also ja, unsere Produkte haben Namen. Aber mir ist eigentlich viel wichtiger, dass die BesucherInnen auf der Website sehen, in welchen Bereichen wir unterwegs sind. Wir machen mobiles Grün, also das hat dann, unser mobiles grünes Zimmer verbirgt sich dahinter. Wir machen Fassadenbegrünung. Wir machen Hangbegrünung und Lärmschutzwände. Und das sind so Kategorien, wo ich denke, wenn das die Leute sehen, dann ist doch schon die Hälfte gewonnen, ob die nachher eine Biomura oder eine Elata bei uns kriegen. Da bin ich dann für zuständig, um zu beraten, um zu sagen, pass mal auf, für dein Gebäude macht das oder das Produkt viel mehr Sinn. Aber ich glaube, wir wollen es relativ einfach halten, weil kein Mensch interessiert sich, ob das so einen ganz verkopften Namen hat, sondern die wollen eine Lösung. Und wir arbeiten lösungsorientiert und kriegen damit durch unser Portfolio an Produkten, die es wirklich als Namen und als Katalog gibt, schaffen wir es aber einfach, das passende Ergebnis zu finden. Klaus Reichert: Genau das ist ja so ein Punkt, man kann dann leichter ein Ergebnis finden, man kann leichter was berechnen, man kann leichter drüber sprechen, man kann es leichter also mit dem jeweiligen Kunden, Kundin, man kann es leichter kommunizieren. Man kann leichter, das ganze planen man kann leichter ein Budget dafür machen und, und, und wenn man so klare Kategorien hat, wenn man so klare Überschriften hat. Ich weiß gar nicht, wie ich es noch anders sagen soll, das macht halt so vieles so viel leichter. Und natürlich kannst du auch Grauzonen und Mischungen und so weiter zwischendrin geben, das ist mir schon auch klar, aber gerade für diesen ersten Einstieg in so ein neues Thema ist es ungeheuer hilfreich und gibt sehr viel Orientierung und auch Sicherheit für Interessenten. Jonathan Müller: Danke für das Feedback, das freut mich, weil dann geht ja das auf, was wir uns gedacht haben, als wir auch das Website neu gestaltet haben und so weiter. Ja, genau, das war immer die Intention bei uns. Klaus Reichert: Ja, weißt du, das ist ja halt einfach auch meine, das ist Teil meiner Beratungs und Coaching-Tätigkeit, auf solche Sachen zu achten und so was dann auch mit dazu zu bringen. Und ich bewerte das auch ziemlich hoch, ich habe da so einen Inno-Check, wo diese Themen dann abgefragt werden und da bewerte ich solche Sachen natürlich genauso hoch wie andere Themen, die vielleicht mehr so in diesem Trend- und Visionsbereich sind oder auch Projektumsetzung. Ja, das ist ja auch ein wichtiger Teil von Innovation, weil nur drüber reden hilft nichts ich muss ja auch mal machen und PS auf die Straße bringen. Wir machen den Link zur Webseite natürlich noch in die Shownotes, sodass man sich das angucken kann. Und dass man sich bei euch auch melden kann, selbst wenn man nur sagt, hey, ich will ja gar keine grüne Fassade, aber erzähl mir doch noch ein bisschen was zu deinen Produkten. Ich mache das nämlich jetzt gerade in einem anderen Umfeld einer anderen Branche, da könnte ich vielleicht noch ein bisschen was davon lernen. Jonathan, für den Podcast ist es wichtig, vom Zuhören ins Machen zu kommen und idealerweise drei Tipps weiterzugeben, um Menschen zu helfen, tatsächlich irgendwas realisieren zu können. Ich habe mir gedacht, in unserem Zusammenhang wären zwei… Bereiche sinnvoll für die drei Tipps. Das eine wäre, was sollten Auftraggeber wie Firmen, Kommunen, vielleicht aber auch Familien, Wohnungsbaugenossenschaften, wer auch immer. Wer bauen möchte, wer in der Konzeption des Gebäudes ist, bevor überhaupt man so richtig in die Architektur reinkommt, was sollten die beachten, wenn es um Fassadenbegrünung geht? Und die zweite Frage, die ist so ähnlich, aber im Grunde kommt der Architekt oder die Architektin nach der Konzeption der ursprünglichen Konzeption mit dazu, was sollten die beachten, wenn es um die Fassadenbegrünung geht, sodass es am Ende wirklich optimal bei rauskommt? Jonathan Müller: Ich glaube, ersteres und es ist relativ egal, ob es jetzt der Häusles-Bauer ist, wie man im Schwäbischen sagt, oder ob es jetzt ein Großkonzern ist mit der Bauabteilung. Ich glaube, beide Gruppen sollten sich erstmal überlegen, was wollen sie erreichen mit einer Fassadenbegrünung? Ist es eine Ästhetik oder ist es ein Klimaschutz? Wo geht die Reise hin und was wollen wir eigentlich erreichen mit der Fassadenbegrünung? Und in dem Zuge empfehle ich jedem und jeder, sich mal gebaute Beispiele anzuschauen. Mal im Sommer vor so einer grünen Wand zu stehen und das zu spüren und zu merken. Das sind nicht nur hübsche Bildchen, die wir auf der Website haben, sondern wir reden hier von etwas sehr Erlebbarem und auch da, wenn jemand, Podcast-HörerInnen von dir… mal einen Tipp brauchen, in welcher Stadt, wo was gebaut wird, gerne mir eine Nachricht schicken. Also ich kenne nicht nur von uns, ich kenne sehr viele Gebäudebegrünungsprojekte in ganz Deutschland. Das ist toll, das mal erleben zu dürfen. Und das empfehle ich jedem. Guckt euch mal die Hütten an, stellt euch mal davor, spürt das mal und dann kommt auch eine Begeisterung rüber, ganz klar. Und die zweite Frage, wenn es dann konkreter wird. Also was ich echt mittlerweile sehr gern raten möchte, ist, holt euch die Fachplaner für Fassadenbegrünung mit in die Planungsbüros Fassaden oder in die Konzepte rein. Und wir machen sowas, es gibt auch tolle andere auf dem Markt, aber es lohnt sich einfach einen Fachmann, eine Fachfrau dazuzuholen, bevor Entscheidungen fix gestellt und verabschiedet werden. Und ja, vielleicht braucht es auch ein kleines Planungsbudget, was dann die Fassadenbegrüner einfach sich reinbrainen dürfen, aber das rentiert sich hinten raus wieder, weil man da Kosten spart bei den ganzen Schnittstellen. Also erst überlegen, wo geht die Reise hin, was will man erreichen, das ausprobieren, sich angucken. Und dann wenn es in die konkrete Umsetzung geht, holt euch Fachleute dazu. Sehr gerne bei uns, aber es gibt auch diverse andere Büros. Klaus Reichert: Ja vielen Dank. Ich fand es ein interessantes Gespräch jetzt heute zum Thema, ich sage immer wieder noch Klimainnovation, gerade im städtischen Bereich, im Baubereich Greentech im Baubereich. Und danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast für das Gespräch. Jonathan Müller: Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung. Klaus Reichert: Das war der Smart Innovation Podcast. Wir führen diese Gespräche um engagierten Menschen, die etwas bewegen wollen, eine pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben. Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen, dann abonnieren und bewerten Sie bitte die Show bei Ihrer Podcast-Plattform. Für alle, die weiter im Thema bleiben wollen, Extras zur Episode, ein Transkript und die Möglichkeit für Kommentare sind in den Shownotes verlinkt. Der Smart Innovation Podcast wird unabhängig produziert von mir, Klaus Reichert, im Südwesten Deutschlands. Vielen Dank fürs Zuhören und denken Sie daran, es gibt kein Ende von Innovation, nur Starts.