Klimafinanzierung und Know-How mit der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg
18.05.2026 45 min Klaus Reichert
Zusammenfassung & Show Notes
Am konkreten Projekt mit Innovationscoaching nachhaltig innovativer werden und strukturiert Methoden, Teams & Führungskräfte entwickeln - ganz einfach mit meinem geförderten Beratungsprogramm. Der Link zum nächsten Schritt: https://www.klausreichert.de/coaching/
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Unternehmerischer Klimaschutz ist kein bloßer Trend mehr, sondern eine Managementaufgabe für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. In Episode 162 des Smart Innovation Podcast spricht Innovationscoach Dr. Klaus Reichert mit Julia Kovar, Leiterin der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg, über konkrete Wege für Unternehmen, durch Klimafinanzierung Verantwortung zu übernehmen. Erfahren Sie, wie der Know-How Transfer gelingt, warum regionale Klimafinanzierung an Bedeutung gewinnt und wie das Label BW Zero echte Fortschritte in der Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen messbar macht.
Kapitelübersicht
00:00 – Begrüßung und Vorstellung von Julia Kovar
04:52 – Pionierarbeit: Der Start der Stiftung während der Pandemie
10:56 – Klimaschutz im Diskurs: Vom Trend zum strategischen Management
16:58 – Zahlen und Wirkung: Ergebnisse aus fünf Jahren Stiftungsarbeit
21:46 – Der Klimafonds Baden-Württemberg: Naturbasierte Projekte vor Ort
33:24 – BW Zero: Das Label für umfassende Klimaschutzstrategien
37:46 – Der ideale Einstieg: Treibhausgasbilanzierung als Basis
Insights
Klimaschutz als strategisches Risikomanagement
Klimawandel wirkt nicht nur durch Emissionen eines Unternehmens auf die Umwelt, sondern beeinflusst direkt dessen Geschäftsmodell. Besonders Unternehmen mit komplexen Lieferketten müssen Klimarisiken heute einpreisen, um überlebensfähig zu bleiben. Julia Kovar betont, dass eine solide Nachhaltigkeitsstrategie für Unternehmen die Zukunftsfähigkeit sichert und weit über eine bloße Belastung hinausgeht.
Regionale Klimafinanzierung statt reiner Kompensation
Der Fokus der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg hat sich von der reinen CO2-Kompensation hin zur Klimafinanzierung verschoben. Mit dem neu geschaffenen Klimafonds Baden-Württemberg werden naturbasierte Projekte wie die Vernässung von Mooren oder Agroforstsysteme direkt im Land gefördert. Ein wissenschaftlicher Standard sorgt dabei für Transparenz und eine gesicherte Pflege der Flächen über mindestens 20 Jahre.
Messbarkeit durch BW Zero und klare Prozesse
Um Greenwashing vorzubeugen, bietet das Label BW Zero eine unabhängige Prüfung der Klimaschutzmaßnahmen. Unternehmen erhalten damit ein Instrument, um ihre Fortschritte nach außen glaubwürdig zu kommunizieren. Der erste Schritt für jede Innovation im Klimabereich bleibt dabei die Treibhausgasbilanzierung, um Emissionsquellen präzise zu identifizieren und Reduktionsziele festzulegen.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/klimafinanzierung-und-know-how-mit-der-klimaschutzstiftung-baden-wuerttemberg/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Kapitelübersicht
00:00 – Begrüßung und Vorstellung von Julia Kovar
04:52 – Pionierarbeit: Der Start der Stiftung während der Pandemie
10:56 – Klimaschutz im Diskurs: Vom Trend zum strategischen Management
16:58 – Zahlen und Wirkung: Ergebnisse aus fünf Jahren Stiftungsarbeit
21:46 – Der Klimafonds Baden-Württemberg: Naturbasierte Projekte vor Ort
33:24 – BW Zero: Das Label für umfassende Klimaschutzstrategien
37:46 – Der ideale Einstieg: Treibhausgasbilanzierung als Basis
Insights
Klimaschutz als strategisches Risikomanagement
Klimawandel wirkt nicht nur durch Emissionen eines Unternehmens auf die Umwelt, sondern beeinflusst direkt dessen Geschäftsmodell. Besonders Unternehmen mit komplexen Lieferketten müssen Klimarisiken heute einpreisen, um überlebensfähig zu bleiben. Julia Kovar betont, dass eine solide Nachhaltigkeitsstrategie für Unternehmen die Zukunftsfähigkeit sichert und weit über eine bloße Belastung hinausgeht.
Regionale Klimafinanzierung statt reiner Kompensation
Der Fokus der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg hat sich von der reinen CO2-Kompensation hin zur Klimafinanzierung verschoben. Mit dem neu geschaffenen Klimafonds Baden-Württemberg werden naturbasierte Projekte wie die Vernässung von Mooren oder Agroforstsysteme direkt im Land gefördert. Ein wissenschaftlicher Standard sorgt dabei für Transparenz und eine gesicherte Pflege der Flächen über mindestens 20 Jahre.
Messbarkeit durch BW Zero und klare Prozesse
Um Greenwashing vorzubeugen, bietet das Label BW Zero eine unabhängige Prüfung der Klimaschutzmaßnahmen. Unternehmen erhalten damit ein Instrument, um ihre Fortschritte nach außen glaubwürdig zu kommunizieren. Der erste Schritt für jede Innovation im Klimabereich bleibt dabei die Treibhausgasbilanzierung, um Emissionsquellen präzise zu identifizieren und Reduktionsziele festzulegen.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind in den Show Notes: https://www.klausreichert.de/klimafinanzierung-und-know-how-mit-der-klimaschutzstiftung-baden-wuerttemberg/
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Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
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Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut, kreativer Business Coach und Experte für Innovation. Ich begleite Unternehmen remote auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Transkript
Julia Kovar: Die werden es sicherlich
in Zukunft schwieriger haben.
Weil es letzten Endes zum heutigen
Managementverständnis eines Unternehmens
dazugehören muss, zu verstehen, was
unternehmerische Nachhaltigkeits
oder Klimaschutzstrategie bedeutet
und was das eigentlich mit dem
eigenen Geschäftsmodell zu tun hat.
Es ist ja sehr, sehr wichtig, es
zu begreifen, dass nicht nur ein
Unternehmen als solches sozusagen mit
seinen Emissionen dass es produziert,
Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat.
Sondern eben auch der Klimawandel
in die andere Richtung wirkt.
Der Klimawandel hat Auswirkungen auf das,
was ein Unternehmen in Zukunft tun kann.
Also denken wir nur an die Unternehmen,
die eben große Lieferketten haben.
Die zum Beispiel, sagen wir jetzt mal,
in der Lebensmittel... Industrie, in
der Ernährungssicherung unterwegs sind.
Da ist uns sofort klar, der
Klimawandel hat eine Auswirkung darauf.
Und wenn man nicht damit umgeht
und das sozusagen auch als Risiko
einpreist und eine Strategie sich
erschafft, wie man sozusagen in
Zukunft überlebensfähig sein möchte.
Und als Unternehmen funktionieren möchte,
dann versteht man eben relativ schnell,
dass das zu Schwierigkeiten führt.
Klaus Reichert: Innovation entwerfen
und Zukunft einfach machen.
Hallo, Klaus Reichert hier.
Ich bin unabhängiger Berater, kreativer
Business Coach und erfahrener Experte
für Smart Innovation und Business Design.
Ich arbeite remote aus
Baden-Württemberg heraus.
Gemeinsam mit engagierten
Innovationsverantwortlichen und ihren
Teams mache ich Unternehmen innovativer.
Von Visionen, über frische Ideen
und agilen Innovationsmethoden hin
zur Innovationsstrategie, neuen
Geschäftsmodellen, nachhaltigen
Produkten und digitalen Services.
So entstehen innovative,
agile Organisationen mit
Vision, Dynamik und Energie.
Sowie den passenden Vorgehensweisen,
Neues auch enkeltauglich zu entwerfen
und Zukunft einfach zu machen.
Im Smart Innovation Podcast
spreche ich mit engagierten und
kreativen Menschen über Innovation,
Unternehmertum und Verantwortung,
gerade im Kontext des Klimawandels.
Bei unseren Live-Aufnahmen
zum Innovationspodcast können
Interessierte Fragen stellen.
So wird Innovation lebendig
und einfach umsetzbar.
Denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.
Wir unterhalten uns über die
Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg,
die seit 2021 am Start ist.
Wir sprechen über Fortschritte,
wir sprechen über Projekte, wir
sprechen über Themen, die aufgekommen
sind in den letzten fünf Jahren.
Ich freue mich sehr darüber, dass Julia
Kovar, sie ist die Leiterin dieser
Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg
heute im Gespräch mit mir ist.
Sie verantwortet den Aufbau, die
strategische Positionierung und
die Ausrichtung der Stiftung.
Hallo Julia, schön,
dass du mit dabei bist.
Julia Kovar: Ich freue
mich sehr, da zu sein.
Vielen Dank.
Klaus Reichert: Julia, wir müssen ja dazu
sagen, und das werden wir auch verlinken
natürlich in den Shownotes, du warst
eine meiner ersten Gesprächspartnerinnen
im Podcast in Episode 8.
Nochmal vielen Dank dafür und
vor allem vielen Dank für das
Vertrauen das du damals auch in das
Thema Podcast, in das Thema Smart
Innovation, in mich dann auch hattest.
Julia Kovar: Ja, das kam ja auch
gar nicht von ungefähr, weil ich ja
selber mal einen Podcast gemacht habe,
tatsächlich in meiner Funktion davor.
Und als wir gesprochen haben,
2021, da hatte ich ja diesen Job
bei der Klimaschutzstiftung gerade
noch relativ frisch angefangen.
Und davor war ich Kommunikationschefin
der BW-Stiftung, unserer Mutterstiftung
und hatte da auch einen Podcast
für die BW-Stiftung gemacht.
Und deshalb liebe ich das Format so
sehr und war dann auch gleich dabei.
Klaus Reichert: Ja, Podcast ist auch
so etwas, wo man natürlich erstmal
sagen kann, ja klar, das ist Radio on
Demand, man kann das dann hören, wenn
man Zeit hat, wenn man Lust hat und
muss nicht auf das Programm achten.
Man kann sich die Themen aussuchen,
es gibt eine Million Podcasts auf
der ganzen Welt, also sehr, sehr
vielfältig und schön, dass wir
sozusagen dann auch unter Kollegen eben
miteinander sprechen, dass du da ein
gutes Verständnis für das Thema hast.
Ja ich glaube, ich wollte
früher auch mal zum Radio gehen.
Ich bin nicht ganz sicher, man macht
ja dann auch so im Laufe der Zeit von
Kindheit, Jugendlichen so verschiedene
Themen durch und verändert sich
ja da mit der Zeit auch zum Glück.
Julia Kovar: Das stimmt, das stimmt.
Klaus Reichert: Ja, du jetzt,
was heißt damals, vor fünf Jahren
circa, hast du angefangen bei der
Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg.
Damals wie wir uns unterhalten
haben, war das Ganze am Start.
Das war mitten in Corona, das war
sicher auch nicht so ganz ohne.
Wie hast du das jetzt so in Erinnerung
wie das damals losgegangen ist?
Julia Kovar: Ja, also ich muss
mich da schon echt, muss ich auch
sagen, ein bisschen anstrengen, mich
zurückzuerinnern, wie sich das so
angefühlt hat in der Anfangszeit.
Weil es war natürlich zum einen
Pionierarbeit, es ging um den Aufbau
einer ganz neu gegründeten Stiftung.
Wir waren am Anfang zu
zweit, eine Kollegin und ich.
Jetzt sind wir mittlerweile zu sechst.
Und es war schon, wenn
man sich zurückerinnert,
tatsächlich eine komische Zeit.
Weil du hattest eine Aufgabe, die
völlig neu war, ein Thema, das für
mich persönlich auch relativ neu war.
Wir wollten natürlich so schnell
wie möglich ganz, ganz viel bewegen.
Aber das war einfach auch ein Stück
weit ausgebremst durch die Situation,
wie sie eben war zu der Zeit.
Wir waren alle vollständig
zu Hause im Homeoffice.
Also es gab natürlich auch überhaupt
nicht... den persönlichen Kontakt, der
natürlich auch sehr gut tut, wenn man so
eine neue Sache aufbaut, sich mit Menschen
zu treffen, sich ein Netzwerk aufzubauen.
Es ging natürlich alles nur über
die virtuellen und digitalen Wege.
Und zum Glück ist das heute anders und
wir können ganz anders operieren und
natürlich jetzt auch als Team ganz,
ganz anders zusammenkommen heute.
Und ja, es ist schon verrückt weil
es waren eigentlich jetzt fünf
Jahre, die auf der einen Seite
super schnell vergangen sind.
Aber wenn man sich dann überlegt,
was man... Was man erreicht und
geschaffen hat in der Zeit, dann war
es jetzt doch echt auch eine Menge.
Klaus Reichert: Ja, das war
natürlich für viele Menschen
sehr, sehr schwierige Zeiten.
Gerade auch eben, wenn man neu
zusammen anfängt zu arbeiten.
Ihr habt es sehr gut hinbekommen.
Das muss man ja auch sagen,
darf man nicht vergessen.
Das hat ja auch den Vorteil, dass
man sich dann so ein bisschen
vielleicht zusammenreißt oder
extra Mühe gibt, um dann eben da
bestimmte Dinge doch zu überwinden.
Und ja, sich zum Beispiel trotzdem
besser kennenzulernen als Kolleginnen,
obwohl man ja eben nicht zusammensetzt
und nur sich per Zoom dann trifft.
Julia Kovar: Ja, das stimmt.
Das hat vielleicht auch dazu geführt,
dass man wirklich von Anfang an so
einen relativ kreativen Teamspirit
entwickelt hat, weil wir uns halt
wirklich fragen mussten, okay, wie
kommen wir jetzt eigentlich gut voran
auch unter diesen Rahmenbedingungen, mit
denen wir jetzt halt arbeiten müssen.
Ja, wir können uns mit keinen
Menschen treffen und die persönlich
jetzt sozusagen auch von uns
überzeugen oder irgendwie richtig
reinholen in die Klimaschutzstiftung,
wir müssen andere Wege finden.
Und die haben wir uns auch
relativ schnell eben erschlossen.
Ich erinnere mich noch, wir hatten dann,
es muss so Mitte 2021 gewesen sein,
einen virtuellen Workshop veranstaltet,
wo wir Bildungsexpertinnen und Experten
zum Thema Bildung für nachhaltige
Entwicklung, Bildung zum Klimaschutz
aus dem ganzen Land eben in einem
virtuellen Format zusammengebracht haben.
Und fast den ganzen Tag begleitet
durch Fachleute dabei, dann eben auch
digitales Format ausprobiert haben,
wie man gut zu einem Ergebnis kommt und
diese Ergebnisse eben auch festhält.
Und ich glaube, das hat uns schon
dazu gebracht, da sehr agil zu sein.
Da bin ich jetzt auch die Person dafür.
Ich bin auch gerne agil und kreativ.
Und so habe ich mir im Übrigen auch,
würde ich sagen, das Team zusammengesucht.
Dass wir uns mit unseren einzelnen
Stärken, die wir so haben, aber eben
auch super ergänzen, dass sich jeder
einbringen kann und jeder irgendwie
und jede, die bei uns im Team ist,
eigentlich sprüht vor Energie und
eben dem Willen etwas zu bewegen.
Und das ist ja letzten Endes das, worum
es auch geht im Klimaschutz, dass wir alle
da unseren Teil dazu beitragen müssen.
Klaus Reichert: Ja, das
hört sich richtig gut an.
Sowas aufzubauen ist ja gar nicht einfach.
Auf der anderen Seite ihr hattet jetzt
ein bisschen Zeit sozusagen auch was zu
machen und zusammen quasi etwas zu wuppen.
Ich würde gerne auf die
Projekte und Ergebnisse und
so weiter gleich zurückkommen.
Aber mir ist vorher noch eine
andere Frage eingefallen.
Du hast es gerade angesprochen.
Klimaschutz braucht dieses Engagement.
Klimaschutz braucht eben auch
kreative Ideen, braucht Menschen,
die sich das quasi vorantreiben.
Jetzt hört man so in der letzten Zeit
immer wieder, dass Nachhaltigkeit,
Klimaschutz im Moment keine Rolle
spielt oder keine Rolle mehr spielt.
Andere Themen sind zumindest in der
Öffentlichkeit nach vorne gekommen.
Ich bin ja nicht der
Meinung, dass es so ist.
Ich denke halt einfach, da hat
sich ein Thema jetzt langsam
etabliert, das wurde normaler.
Es geht immer weiter.
Es ist ein Thema, das uns
alle irgendwie bewegt.
Und es ist halt nicht
mehr ganz so neu und sexy.
Aber es ist etwas, was quasi schon
eine Bewegung ins Rollen gebracht hat.
Wie siehst du das denn?
Julia Kovar: Ich würde auch nicht
davon sprechen, dass Klimaschutz oder
Nachhaltigkeit keine Rolle mehr spielen
oder irgendwie untergegangen sind.
Also es ist aber ein Shift,
glaube ich in der Bedeutung,
die wir dem Thema beimessen.
Also ich glaube, das kann man nicht von
der Hand weisen, dass natürlich politische
Verschiebungen von Prioritäten letzten
Endes auch dazu führen, wie Themen in der
Öffentlichkeit wahrgenommen, diskutiert,
werden und dann letzten Endes ja auch in
den Sektoren, in denen wir Veränderung
voranbringen müssen, um Klimaschutz
zu erzielen, vielleicht nicht mehr so
vorrangig behandelt werden, wie das
sonst In den Jahren davor der Fall war.
Also das ist schon so.
Wir sprechen ja ganz, ganz
viel mit Unternehmen in der
Klimaschutzstiftung weil Unternehmen
eine wichtige Zielgruppe sind von uns.
Und natürlich bestätigen uns da auch
viele Nachhaltigkeitsmanagerinnen
und Manager genau dieses Bild.
Dass natürlich für sie persönlich,
das Thema nicht an Bedeutung verliert
und im Prinzip auch sozusagen
bis in die Vorstandsebene klar
ist, dass Veränderung nötig ist.
Teilweise der Geschäftsmodelle, also
bis rein in die Geschäftsmodelle, wie
wir arbeiten und wofür wir arbeiten.
Damit gewisse Industriezweige einfach auch
noch in ein paar Jahren Bestand haben.
Aber es lässt sich halt nicht von
der Hand weisen, dass sowas ja
den gewissen Drall verliert, wenn
es eben als Thema nicht mehr so
diskutiert wird in der Öffentlichkeit
wie das vorher der Fall war.
Und ich glaube, das ist jetzt einfach
eine gewisse Delle vielleicht,
mit der wir gerade umgehen müssen.
Bin aber auch überzeugt dass
sich das wieder ändern wird.
Und es ist halt so, im Großen und
Ganzen ist es ja glaube ich so, auch
wenn man jetzt... sich anguckt, was
sozusagen auf Seiten der EU-Regulierung
oder der EU-Zielsetzung passiert.
Gott sei Dank die großen Ziele,
auf die wir ja hinarbeiten,
Klimaneutralitätsziele, jetzt
egal, ob das in Deutschland oder
der EU ist, ja zum Glück bislang
auch nicht verschoben worden sind.
Darauf gilt es sich halt weiter
gemeinsam einzuschwören und jeder
muss seinen Beitrag dafür leisten.
Klaus Reichert: Was ich jetzt
gerade aber auch raushöre ist, du
hast gesagt, eben du sprichst mit
Nachhaltigkeitsmanager und Managerinnen.
Und ich behaupte jetzt einfach
mal, vor zehn Jahren gab es noch
keinen Nachhaltigkeitsmanager.
Das heißt also, das meine ich
eben mit dem großen Fortschritt,
der Bewegung, die entstanden ist.
Und das mag zwar sein, dass es eben
so aus der Aufmerksamkeit so ein
bisschen raus ist, aber es ist jetzt
quasi auch auf der Arbeitsebene
angekommen und es passiert was.
Es kann was passieren, es
passiert ernsthaft was.
Und da muss ich sagen, bin
ich auch sehr froh darüber.
Julia Kovar: Ja, das
ist natürlich richtig.
Man muss aber schon auch sagen,
diejenigen Unternehmen, die jetzt … Da
natürlich niemanden haben, der
sich dezidiert darum kümmert.
Und da sind wir jetzt mal ehrlich,
da gibt es immer noch sehr viele.
Die werden es sicherlich in
Zukunft schwieriger haben.
Weil es letzten Endes zum heutigen
Managementverständnis eines Unternehmens
dazugehören muss, zu verstehen, was
unternehmerische Nachhaltigkeits
oder Klimaschutzstrategie bedeutet
und was das eigentlich mit dem
eigenen Geschäftsmodell zu tun hat.
Es ist ja sehr, sehr wichtig, es
zu begreifen, dass nicht nur ein
Unternehmen als solches sozusagen mit
seinen Emissionen dass es produziert,
Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat.
Sondern eben auch der Klimawandel
in die andere Richtung wirkt.
Der Klimawandel hat Auswirkungen auf das,
was ein Unternehmen in Zukunft tun kann.
Also denken wir nur an die Unternehmen,
die eben große Lieferketten haben.
Die zum Beispiel, sagen wir jetzt mal,
in der Lebensmittel... Industrie, in
der Ernährungssicherung unterwegs sind.
Da ist uns sofort klar, der
Klimawandel hat eine Auswirkung darauf.
Und wenn man nicht damit umgeht
und das sozusagen auch als Risiko
einpreist und eine Strategie sich
erschafft, wie man sozusagen in
Zukunft überlebensfähig sein möchte.
Und als Unternehmen funktionieren möchte,
dann versteht man eben relativ schnell,
dass das zu Schwierigkeiten führt.
Und deshalb sind wir natürlich auch immer
dabei, einfach die Fahne hochzuhalten
für den unternehmerischen Klimaschutz.
Und natürlich auch darüber hinaus.
Und zu sagen, hey, Nachhaltigkeit
und Nachhaltigkeitsmanagement
sind eben nicht nur Belastung.
Sie erhalten euch die Zukunftsfähigkeit.
Und darüber muss man eben immer... weiter
sprechen und auch darüber aufklären.
Klaus Reichert: Das sind sehr intensive
Gespräche, die man dann auch führen muss.
Es ist ja in den letzten fünf
Jahren einiges passiert bei euch.
Du sagst Unternehmensgespräche.
Gibt es denn so ein paar Zahlen, wo du
sagen könntest, Mensch, das haben wir so
alles gemacht, so und so viele Unternehmen
machen jetzt mit, unterstützen euch,
spenden für die Klimaschutzstiftung,
zum Beispiel, oder, oder, oder?
Julia Kovar: Ja, ich kann dir zu
den Zahlen ein bisschen was sagen,
weil da sind wir auch stolz drauf.
Also vielleicht, um das kurz einzuordnen.
Wir arbeiten ja deshalb auch so eng
mit Unternehmen zusammen, weil wir eben
Angebote zur Klimafinanzierung machen.
Und vielleicht, um das kurz zu
erklären, was ist Klimafinanzierung?
Das ist, wenn Unternehmen sich
dafür interessieren außerhalb
ihrer eigenen Wertschöpfungskette
Projekte zu unterstützen.
Projekte die das Klima schützen.
Und da hat man früher, vielleicht habe
ich auch noch in unserem ersten Gespräch,
damals von Kompensation gesprochen.
Heute ist da unser Visier viel größer.
Und wir sprechen da eigentlich
auch nicht mehr von Kompensation,
sondern eben von Klimafinanzierung.
Weil der Gedanke eben nicht mehr
unbedingt der ist, für eine Tonne CO2
so und so viel Geld zu bezahlen und
damit seine Emissionen zu kompensieren.
Sondern der Gedanke ist heute eher
der, sinnvolle Klimaschutzprojekte
egal ob jetzt im globalen Süden oder
in Baden-Württemberg zu unterstützen.
Das ist eben der Hintergrund und
deshalb kommen Unternehmen zu uns.
Weil wir beraten, weil wir auch unabhängig
beraten, weil wir gemeinnützig sind, weil
wir eine Landeseinrichtung sind und da
natürlich auch hohes Vertrauen genießen.
Und mittlerweile sind über 80
Unternehmen tatsächlich bei
uns, gehören zu den Spendern.
Also das ist eine ganz hohe Zahl und
wir sind sehr glücklich darüber, dass
tatsächlich mehr als zwei Drittel der
Unternehmen auch wiederholt an uns,
an die Klimaschutzstiftung spenden.
Das ist echt ein ganz hoher Faktor.
Klaus Reichert: Also Wiederholungstäter.
Julia Kovar: Genau, Wiederholungstäter
sind, so kann man sagen.
Wenn man das in CO2-Äquivalenten bemisst,
also diese rund 250 unterschiedlichen
Spenden, die wir also wirklich
auch in jeglicher Größenordnung von
klein bis hin in die Hunderttausende
von Euro eingesammelt haben.
Dann sind das jetzt ungefähr, so Stand
heute, um die 60.000 Tonnen CO2, die über
diese Spenden eingespart werden konnten.
Also 60.000 Tonnen das ist
wirklich schon eine immense Zahl.
Wenn man so davon ausgeht, dass so
ein kleinerer Mittelständler ungefähr
1000 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert,
also wirklich so ganz im Schnitt.
Und dann sind 60.000 Tonnen also 60
solcher mittelständischer Unternehmen
und deren Jahresemissionen.
Also das ist ganz toll.
Und dann abgesehen davon, haben wir ja
auch noch ein eigenes Stiftungsvermögen
und schütten da jedes Jahr 1,5 Millionen
Euro aus, mit denen wir auch noch Gutes
tun können im Land zum Klimaschutz.
Und da haben wir jetzt in den letzten
fünf Jahren schon fast 10 Millionen
Euro ausgeschüttet und in sinnvolle
Projekte in Baden-Württemberg investiert.
Klaus Reichert: Ich fand es jetzt gerade
sehr interessant, wie du das erzählt hast,
wie sich das Thema weiterentwickelt hat.
Von Kompensation zu Projektfinanzierung.
Man könnte am Ende sagen, das
ist ja eigentlich genau das
Gleiche, aber ist es eben nicht.
Man hat andere Zielsetzungen, man hat
andere Themen, mit denen man zu tun hat.
Und den zweiten tollen Schritt
fand ich auch, wie ich das
gesehen habe, dass es eben auch
möglich ist, in Baden-Württemberg
Projekte damit zu fördern.
Und das fand ich einen guten Schritt,
weil es macht eigentlich gar keinen,
also es macht keinen großen Unterschied
am Ende für die Welt, ob das jetzt in
Indien oder hier bei uns vor Ort ist.
Am Ende ist weniger CO2
sozusagen in der Luft.
Julia Kovar: Genau, das
ist absolut richtig.
Da hat uns glaube ich so ein gewisser
Sinneswandel auch sozusagen auf
der Spenderinnen- und Spenderseite
begleitet in den letzten fünf Jahren.
Also die Tendenz… bei den Unternehmen
geht tatsächlich in Richtung
Nachfrage nach regionalen Projekten.
Und das war am Anfang, als wir neu
gestartet sind, noch nicht unbedingt so.
Wir haben aber von Anfang an
ein Kombinationsmodell gehabt.
Das heißt, wenn jetzt ein Unternehmen
gerne für ein Projekt im globalen Süden
gespendet hat, haben wir das immer
kombiniert mit einer Spende, die auch
nach Baden-Württemberg gegangen ist.
Also sozusagen nochmal on top.
Das war bei uns obligatorisch.
Deshalb hat man bei uns auch schon
immer mehr sozusagen dafür bezahlt.
Und jetzt aber ganz neu seit Februar
2026 gibt es jetzt den Klimafonds
Baden-Württemberg Der ist von
uns ins Leben gerufen worden.
Den haben wir mit 1,5 Millionen Euro
ausgestattet, jetzt zunächst einmal.
Und finanzieren da eben sogenannte
naturbasierte Projekte in
Baden-Württemberg, die grundsätzlich
eben auch zu einer CO2-Senkenleistung
oder Fixierung, ich kann das auch gleich
noch erklären, was das bedeutet, führen.
Genau, also die letzten Endes
CO2 binden, so kann man jetzt ein
bisschen leihenhaft eben sagen.
Und der Klimafonds ist deshalb
besonders, weil er sozusagen ein
Finanzierungsinstrument für Klimaschutz
im Natur, im natürlichen Bereich ist.
Und das ist ein Novum auch unter
den Bundesländern in Deutschland.
Es gibt in anderen Bundesländern
Initiativen, die das auch machen, aber
die fokussieren sich dann meistens
auf ein Thema wie zum Beispiel
Moorschutz oder den Schutz von Wald.
Und bei uns im Klimafonds ist es so,
dass wir Moore wieder vernässen, Wälder
umbauen und auch in der Landwirtschaft
was tun, indem wir da Agroforstsysteme
in der Landwirtschaft etablieren.
Also du siehst wir haben da ganz
unterschiedliche Bereiche sozusagen
unter einem Finanzierungsdach.
Wir finanzieren diese ganzen Projekte vor.
Und was ganz wichtig ist, wir
haben einen Standard dafür.
Also wir machen das nicht irgendwie,
sondern wir haben wirklich Jahre
investiert mit wissenschaftlichen
Partnern, gemeinsam einen Standard
zu entwickeln, wie solche Projekte in
Baden-Württemberg umzusetzen sind, um
zu wirklich guten Ergebnissen zu kommen,
CO2 dauerhaft zu speichern und lang
auf den Flächen erhalten zu bleiben.
Und wir finanzieren das alles.
Wir finanzieren auch die Pflege
dieser Projekte Und das ist sozusagen
ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
Weil warum gehen so viele
naturbasierte Projekte schief?
Weil die jemand umsetzt und nach
dem ersten Jahr, nachdem die auf der
Fläche sind, nie wieder danach guckt.
Und das hebeln wir damit aus, dass
eben unser Standard festlegt, dass wir
mindestens in der Regel über 20 Jahre,
es kommt ein bisschen auf den Projekttyp
an, auch die Pflege finanzieren.
Und die Projekte
monitoren alle fünf Jahre.
Also da ist sozusagen jetzt eine
richtige Sicherheitsschleife, kann
man vielleicht sagen, eingebaut.
Das alles finanzieren wir und dann
können eben Unternehmen dafür spenden
und so refinanzieren wir unsere
Kosten wieder und können eben immer
mehr Projekte auf die Fläche bringen.
Klaus Reichert: Und ich kann auch sagen,
Mensch, als Unternehmen, ich möchte was
in meiner Umgebung machen, finanzieren.
Da kann man das quasi direkt auch in ein
Projekt reingeben, das tatsächlich vor
den Toren sozusagen des Industriegebiets
oder sowas dann auch stattfindet.
Julia Kovar: Genau.
Also man muss jetzt natürlich sagen, wir
haben jetzt gerade den Anfang gemacht.
Auf unserer Website zum Klimafonds
findet man jetzt derzeit drei Projekte.
Die sind auch geografisch schon
ganz gut so übers Land verteilt.
Ist natürlich noch keine Flächenabdeckung.
Aber es kommt jetzt
sozusagen immer mehr dazu.
Jetzt ab Juni wird unser großes
Agroforst-Förderprogramm eröffnet.
Da sind dann schon alleine zehn
Betriebe aus den unterschiedlichsten
Regionen in Baden-Württemberg dabei.
Und du siehst, so kriegt man dann
eben so langsam einen Teppich übers
Land mit ganz, ganz unterschiedlichen
Projektflächen, sodass eben im Idealfall
dann auch in Zukunft ein Unternehmen,
was jetzt, weil sie nicht in Reutlingen
sitzt, eben sagen kann, habt ihr mir
nicht ein Projekt direkt vor der Tür.
Ja, weil das ist eben sinnvoll.
Wir wollen nicht nur... Klimaschutz
machen, das ist echt ein wichtiger Punkt,
sondern wir wollen Menschen mit der Natur,
die vor ihrer Haustür ist, verbinden.
Und die sollen sie im Idealfall anschauen
können, sollen sie anfassen können und
noch besser eben auch mitmachen können.
Und da bieten wir jetzt eben über den
Klimafonds auch die Möglichkeit dazu.
Klaus Reichert: Finde
ich sehr beeindruckend.
Es ist ja auch extrem wichtig,
gerade bei in Anführungszeichen neuen
Sachen, dass man gute Beispiele hat.
Sonst ist man immer den Leuten
ausgesetzt, die sagen, das geht doch
nicht, das klappt nie und so weiter.
Aber wenn man sagen kann, guck mal,
wir haben hier folgendes Beispiel, das
hat so und so funktioniert, das hat so
und so viel gekostet oder das war der
Aufwand oder was auch immer so dazugehört.
Dann kann man mit Argumenten miteinander
reden und kann dann auch passende neue
Projekte damit zumindest inzentivieren.
Und auch unabhängig von euch jetzt
zum Beispiel was starten oder halt
dann im Nachgang eben zu einzelnen
Pilotprojekten in Anführungszeichen dann
eben in weitere Projekte einsteigen.
Also diese Beispiele finden, Beispiele
geben, das finde ich einen ganz, ganz
wichtigen Teil von eurer Arbeit hier auch.
Julia Kovar: Ja, und es ist ja auch so,
wir sind eine gemeinnützige Stiftung.
Wir haben Interesse daran,
das Wissen zu teilen.
Deshalb ist zum Beispiel
unser Standard öffentlich.
Die ganzen wissenschaftlichen
Leitlinien sind öffentlich.
Die ganzen Projektdokumente, du
findest bei uns alles sozusagen zum
Download, weil wir genau das wollen.
Weil wir sind überzeugt
unser Standard ist gut.
Wenn es andere Umsetzer gibt,
die danach umsetzen möchten,
stellen wir den zur Verfügung.
Es ist eben sozusagen jetzt nicht
unser exklusives Wissen, wie das jetzt
bei privaten Projektentwicklern und
Umsetzern eben meistens der Fall ist.
Bei uns ist es öffentlich und
wir freuen uns da eben über
Nachahmer, also viele wie möglich.
Klaus Reichert: Ja, also kopiert
euch, ist quasi der Aufruf hier.
Gleichzeitig kann man aber
auch eben Geld in den Fonds mit
einbringen, kann spenden bei euch.
Es gibt da verschiedenste Möglichkeiten.
Wir werden das dann auch verlinken
natürlich in den Shownotes.
Wenn man so jetzt Unternehmer,
Unternehmerin ist in Baden-Württemberg
was wäre da so der ideale erste Schritt,
um mit euch dann zusammenzuarbeiten?
Julia Kovar: Also es ist immer am
besten, einfach auf uns zuzukommen.
Ja, dazu schreibt man uns am besten eine
Mail oder ruft uns mal kurz an und dann
vereinbaren wir so einen unverbindlichen
ersten Kennenlerntermin, wo man sich
austauscht wo wir auch ein bisschen
raushören können, was wünscht sich denn
das Unternehmen auf der anderen Seite.
Und da können die Wünsche auch
ganz unterschiedlich sein.
Sozusagen von der Region, wo man sich ein
Projekt vorstellt bis hin zu, ich möchte
aber gerne mitmachen auf der Fläche.
Was gibt es denn da für Möglichkeiten,
dass wir uns auch einbringen können?
Darüber sprechen wir natürlich auch,
was die finanziellen Vorstellungen sind.
Und dann in aller Regel erstellen wir
dann sozusagen ein Spendenangebot.
Das erhält das Unternehmen dann von uns.
Kann sich das in Ruhe anschauen, überlegen
und dann geht das Ganze in einen Prozess.
Und was dann eben das Besondere ist bei
uns, dass in Anführungsstrichen Produkt,
das das Unternehmen dann erhält, um seine
Spende auch kommunizieren und nachweisen
zu können, ist bei uns die Naturprämie.
Das kann man sich
vorstellen wie eine Urkunde.
Und da wird dann eben bescheinigt,
welche Wirkungen in dem jeweiligen
Projekt mit dieser Spende erzielt werden.
Also zum Beispiel, wie
viel CO2 gebunden wird.
Aber auch, und das ist mindestens genauso
wichtig, welche Biodiversitätswirkungen
wir dann in dem Projekt erzielen.
Klaus Reichert: Und was ich da
jetzt raushöre ist, ihr habt euch
wirklich gut Gedanken gemacht.
Ihr habt einen durchdachten Prozess,
Vorgehensweise, die ihr dann auch in dem
Sinne einfach ein bisschen abspulen könnt.
Ähnlich wie ein Unternehmen,
auch wenn eine Maschine läuft.
Und ihr habt euch... Ja, vielleicht
ist jetzt etwas falsch ausgedrückt.
Aber aus der Produktsicht mit Methoden
aus dem Produktbereich Gedanken gemacht
für das Ergebnis, das das Unternehmen
dann für sein Geld auch bekommt.
Und das finde ich sehr beeindruckend.
Julia Kovar: Ja.
Natürlich ist es sehr gut und lobenswert,
Klima und Naturschutz zu machen.
Aber wir machen das für eine
Zielgruppe letzten Endes.
Denn wir leben davon, Spenden zu erhalten.
Nur so kann der Klimafonds am Leben
erhalten werden, kann wachsen und nur
so bringen wir Projekte auf die Fläche.
Also ist es natürlich wichtig,
Unternehmen da zu entsprechen.
Dass sich da die gemeinsamen
Vorstellungen treffen.
Wir haben uns zum Beispiel auch
Gedanken darüber gemacht, ja
Mensch, wenn jetzt ein Unternehmen
berichtspflichtig ist im Rahmen der
Nachhaltigkeitsberichterstattung,
was können wir da eigentlich tun?
Und wir haben zu jedem Projekt
maßgeschneiderte Textbausteine
entwickelt, die dann ein Unternehmen
wirklich nur nehmen muss und damit
sofort seine Berichterstattung
in diesem Bereich erledigt hat.
Ja und so sind wir eigentlich immer
dabei und natürlich auch selber am Lernen
und am Weiterentwickeln der Angebote.
Ein anderes Beispiel ist, wir
hatten jetzt letzte Woche erst
eine Mitmachaktion auf unserer
Streuobstwiese im Landkreis Ludwigsburg.
Da haben wir uns überlegt, wie können wir
eigentlich so eine Streuobstwiese, die
wir letzten Herbst erst angelegt haben.
Jetzt sind die Bäumchen natürlich
noch relativ klein, aber was
kann man denn da mitmachen?
Und da haben wir aber wirklich
Biodiversität zum Anfassen gemacht.
Und haben mit mehreren Unternehmen
gemeinsam Mauswieselquartiere angelegt.
Ja, also ich muss echt zugeben, vorher
nicht mal, dass es das Mauswiesel gibt.
Das ist eine besondere Art, die da
heimisch ist und das wollen wir dort
haben, weil das nämlich Mäuse fängt.
Und die Mäuse sind die
größten Feinde sozusagen der
jungen gepflanzten Obstbäume.
Die fressen die einfach an.
Und deshalb ist es gut, da natürliche
Feinde auf der Fläche zu haben.
Und für die haben wir Quartiere gebaut.
Und für Greifvögel haben
wir Ansitzstangen gebaut.
Weil es natürlich auch dann super
ist, entsprechend Greifvögel
auf der Fläche zu haben.
Und über dieses Mitmachen, über das
Begreifen, verbreiten wir einfach das
Wissen, warum solche wichtigen Biotope wie
Streuobstwiesen, die wir eben vor allem
hier in Baden-Württemberg zuhauf haben
und die so wichtig sind für Biodiversität,
wieso man die eigentlich schützen sollte,
wieso man die erhalten muss und wieso
es da auch so toll ist, mitzumachen.
Und das transportiert man eben
am besten über solche Aktionen.
Klaus Reichert: Man erlebt es dann
vor allem, wenn man als Kind zum
Beispiel mit dabei ist oder als
Jugendlicher tatsächlich durch das
eigentliche, das selbstständige, Machen.
Das finde ich ein tolles Vorgehen.
Du hast gerade das Thema
Klimafonds auch angesprochen.
Das ist jetzt etwas Neues, was
ihr mit auf den Weg gebracht habt.
Mir ist noch BW Zero eingefallen.
Was ist das denn?
Oder gibt es noch vielleicht was
weiteres Neues, was ich übersehen habe?
Julia Kovar: Ja, BW Zero ist
ein noch relativ neues Label
für die Unternehmensebene oder
Organisationsebene, kann man sagen.
Haben wir 2025 herausgebracht.
Und uns geht es darum, eigentlich wirklich
die Unternehmen damit auszuzeichnen,
die eine sehr umfassende Klimaschutz-
und Nachhaltigkeitsstrategie haben.
Und das Besondere eben ist, dass wir von
Anfang an dafür sehr, sehr transparente
und umfangreiche Kriterien entwickelt
haben, die jeder ganz transparent auf
der Website bw0.de nachlesen kann.
Aber dass nicht einfach wir dieses
Label vergeben, sondern dass wir
einen Zertifizierer, in dem Fall die
DEKRA, an unserer Seite haben, die
die Vergabekriterien unabhängig prüft.
Ja, also sozusagen nicht nur wir haben
was davon, weil wir jetzt lustig sind
und Unternehmen dieses Label vergeben,
sondern es wird auch tatsächlich
wirklich ein Prüfsiegel daran gemacht.
Und deshalb kann man darauf vertrauen,
wer bw0.de trägt als Labelträger,
ist eben wirklich ausgezeichnet
in seinem Klimaschutzmanagement.
Hat eine umfassende Strategie, setzt sich
Ziele und schafft es auch, Emissionen
wirklich zu reduzieren, runterzubringen
und das ist eben, das, worum es
gehen sollte im Kern, im Klimaschutz.
Klaus Reichert: Man vergisst da
auch sehr schnell, dass das ja sehr
praktische Ergebnisse im Normalfall hat.
Dass man damit nicht nur in dem Sinne
Klimaschutz macht, das hört sich ja
sehr abstrakt an, sondern in den meisten
Fällen bedeutet das ja auch, dass man zum
Beispiel in neue Lichttechnik investiert
hat, dass man Abwärme vielleicht vermeidet
in Zukunft, dass man die Produkte eben
in Richtung Nachhaltigkeit oder zirkuläre
Modelle eben bringt und, und und.
Das ist ja etwas, was ganz, ganz
konkrete Maßnahmen mit sich bringt.
Julia Kovar: Ja, absolut.
Und das prüfen wir auch nach.
Weil nämlich jedes Unternehmen, wenn
es Unterlagen einreicht und sich um
BW Zero bewirbt, auch sagen muss,
also angeben muss, welche Maßnahmen
es denn schon unternommen hat, um
die Emissionsreduktion zu erzielen.
Aber eben auch, was es denn
vorhat, in Zukunft zu tun.
Ja, ich habe da auch ein
ganz gutes Beispiel dafür.
Das ist Lotto Baden-Württemberg.
Lotto kennt man.
So eine Lotto-Gesellschaft hat
tatsächlich die meisten Emissionen
durch die enormen Rechner-Kapazitäten,
die da eben im Hintergrund laufen,
was enormen Strombedarf eben erzeugt.
Und ja, Lotto BW zum Beispiel hat es schon
geschafft, in den vergangenen Jahren seine
Emissionen um 36 Prozent, das ist wirklich
mehr als ein Drittel, zu reduzieren
und hat eine sehr, sehr umfangreiche
Klimaschutzstrategie mit einem sehr
ambitionierten Nachhaltigkeitsmanagement.
Und die wollen tatsächlich
ihre Emissionen dann nochmal
um 62 Prozent senken bis 2030.
Und unternehmen dafür wirklich
umfangreiche Maßnahmen, das prüfen
wir, das schauen wir uns genau an,
gemeinsam mit unserem Prüfpartner
und dann am Ende, wenn man wirklich
sagen kann, es sind... alle Häkchen
gesetzt und alle Kriterien erfüllt,
dann gibt es eben BW Zero am Ende.
Klaus Reichert: Oh, toll.
Also es ist ein Hin und Her, es ist
ein Entwicklungsprozess den man mit den
einzelnen Kandidaten dann zusammen macht.
Und die kriegen Erkenntnisse daraus und
kriegen am Ende auch in Anführungszeichen
eine Auszeichnung dafür, etwas,
was sie nach außen zeigen können.
Das ist ja ein sehr bewährtes Modell auch.
Finde ich eine gute Mischung.
Wie kann man sich denn
einbringen als Unternehmen?
Was würdest du sagen, ist absolut
der Start im Unternehmen selber?
Bevor man bei euch jetzt anruft, was
sollte man da vielleicht schon mal
gemacht haben, damit man das Gespräch
oder den Einstieg eben dann gut schafft?
Julia Kovar: Also die Basis einer
jeglichen Klimaschutzstrategie
in einem Unternehmen ist die
Treibhausgasbilanzierung.
Und das ist immer von Vorteil wenn man
sozusagen eine Vorstellung hat und die
möglichst genau seiner eigenen Emissionen.
Warum?
Zum einen ist es unabdingbar, um eine
Vorstellung davon zu bekommen, wo
eigentlich die Emissionsquellen liegen,
also wo ich selber auch reduzieren kann.
Aber ich muss das natürlich auch
wissen, um eine eigene Strategie mir
zu erstellen, um sagen zu können,
was ist eigentlich mein Zieljahr und
wie viel möchte ich bis dahin senken.
Und erst eigentlich, wenn auch so eine
Strategie steht und ich mir auch bewusst
gemacht habe, was ich investieren möchte
in den Klimaschutz im Unternehmen.
Dann sollte man sich
eigentlich Gedanken machen.
Also man sollte sich eigentlich
nachrangig Gedanken machen, welche
externen Projekte möchte ich denn
eigentlich daneben noch unterstützen,
weil ich sie für sinnvoll erachte,
weil sie meine Strategie gut ergänzen.
Und du merkst das ist jetzt gar nicht
unbedingt sozusagen förderlich für
unsere Spendeneinnahmen, sonst würde
ich an der Stelle was anderes sagen,
aber so ist es einfach richtig.
Und man muss aber auch sagen, die aller,
allermeisten, wirklich der Großteil
der Unternehmen, die zu uns kommen,
die haben sich diese Gedanken gemacht.
Die haben eine umfassende Strategie und
sagen dann eben, naja, es ist halt nun
mal noch so, egal wie viel Anstrengungen
wir aktuell unternehmen, wir haben eben
Restemissionen in einem gewissen Umfang.
Und da überlegen wir uns eben, was
wir mit diesen Restemissionen tun
und ob wir denen einen Preis geben
und dann einen gewissen Anteil davon
eben in Klimaschutzprojekte spenden.
Und dann sagen wir, da sind
wir dann genau richtig dafür.
Klaus Reichert: Ja, und was ich gerade
auch rausgehört habe, war A, der Fokus
natürlich auf Qualität, Solidität,
sozusagen von den Themen, von den
Gesprächspartnern, von den Zielen
und Strategien dann der Unternehmen.
Aber auch schon wieder das
Thema Bepreisung von sowas.
Also das heißt, von vornherein eine
relativ rationale, wirtschaftsorientierte
Denkweise, die ihr da mitbringt,
die es natürlich auch leichter
macht, mit den Leuten zu sprechen,
die ja genauso auch denken.
In Preisen, in Gewinnen,
in ich weiß nicht was.
Das ist jetzt kein, es ist
nicht abgehoben oder sowas.
Ihr seid auf einer Ebene was die
Sprache und auch wahrscheinlich
die Ziele dann angeht.
Julia Kovar: Ja, also das
ist auch absolut wichtig.
Ich glaube, wenn wir uns da nicht
reinversetzen könnten, was die Themen
auch in Unternehmen sind und wie
Klimafinanzierung auf unternehmerischer
Ebene funktioniert, dann könnten wir
zu diesem Thema nicht adäquat beraten.
Also das ist einfach sehr, sehr sinnvoll
und deshalb sind einige Personen,
mich eingeschlossen, in unserem Team.
Wir kommen auch aus Unternehmen,
haben Hintergrund und deshalb
auch ein gewisses Händchen
vielleicht dafür für das Gespräch.
Und letzten Endes darf man auch nicht
vergessen, stehen wir in einem gewissen
Wettbewerb mit wahnsinnig großen
privaten Anbietern in dem Bereich,
die natürlich deutlich schlagkräftiger
auftreten können in Personalstärke,
in Ressourcen und so weiter.
Und wir versuchen dem aber zu begegnen,
einfach mit einem hohen Qualitätsanspruch
und einer ganz, ganz großen Seriosität und
einer Begegnung auf Augenhöhe, indem wir
eben auch immer ganz viel Austausch und
ganz viel Wissenszugewinn eben anbieten.
Und ich glaube, das macht uns eben
als Landeseinrichtung auch aus.
Klaus Reichert: Julia, das sind
jetzt fünf Jahre, in denen ihr
an dem Thema gearbeitet habt.
Ihr habt das Ganze aufgebaut
unter schwierigen Verhältnissen.
Ihr habt viele Gespräche geführt.
Ihr habt viele Menschen, viele
Firmen, viele Unternehmen überzeugt.
Ihr habt große, gute Zahlen sozusagen,
die eure Fortschritte dann auch zeigen.
Da kommt sicher auch noch
viel auf uns zu, auf euch zu.
Was hat dich denn so in den letzten
fünf Jahren vielleicht am meisten
beeindruckt oder überrascht?
Oder was war vielleicht für dich
so die wichtigste Veränderung?
Julia Kovar: Was mich eigentlich
immer wahnsinnig begeistert, ist,
sprechen über Klimaschutz mit
den unterschiedlichsten Menschen.
Und das ist im Übrigen auch eine
ganz, ganz wichtige Anforderung
wie ich immer glaube, in meinem
Job, dass man auf Augenhöhe mit den
unterschiedlichsten Menschen aus
den unterschiedlichsten Perspektiven
sprechen kann und versteht eigentlich
haben wir alle doch ein ähnliches Ziel.
Also egal, ob ich mit einem Landwirt
spreche den ich sozusagen davon überzeugen
muss, m it seiner Fläche in Zukunft
nicht mehr Landwirtschaft zu betreiben,
sondern die Fläche wieder zu vernässen.
Oder ob ich jetzt meinetwegen
mit einem Staatssekretär
spreche über die hochpolitische
Bewandtnis eines solchen Themas.
Und das begeistert mich, also dass man
einfach über dieses Thema, weil es so
zum Anfassen ist und vor der Haustür
stattfindet, die unterschiedlichsten
Menschen zusammenbringen
kann, mit ihnen sprechen kann.
Und das stimmt mich auch ehrlich
gesagt immer noch positiv.
Und deshalb glaube ich auch daran, dass
Klimaschutz am Ende erfolgreich sein wird.
Klaus Reichert: Vielen Dank,
dass du heute mit dabei warst.
Julia Kovar: Ich bedanke mich.
Klaus Reichert: Das war der
Smart Innovation Podcast.
Wir führen diese Gespräche um engagierten
Menschen, die etwas bewegen wollen, eine
pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben.
Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen,
dann abonnieren und bewerten Sie bitte
die Show bei Ihrer Podcast-Plattform.
Für alle, die weiter im Thema bleiben
wollen, Extras zur Episode, ein
Transkript und die Möglichkeit für
Kommentare sind in den Shownotes verlinkt.
Der Smart Innovation Podcast wird
unabhängig produziert von mir, Klaus
Reichert, im Südwesten Deutschlands.
Vielen Dank fürs Zuhören und
denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.