Projektmanagement & KI im Bauwesen: Wie das KIT Startup Valoon Bauprozesse effizient macht
11.05.2026 49 min Klaus Reichert
Zusammenfassung & Show Notes
Am konkreten Projekt mit Innovationscoaching nachhaltig innovativer werden und strukturiert Methoden, Teams & Führungskräfte entwickeln - ganz einfach mit meinem geförderten Beratungsprogramm. Der Link zum nächsten Schritt: https://www.klausreichert.de/coaching/
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Die Digitalisierung im Bau scheitert oft nicht an der Technik, sondern an der Akzeptanz der Nutzer vor Ort. In Episode 161 des Smart Innovation Podcast spricht Innovationsexperte Dr. Klaus Reichert mit Diego Cisterna, Mitgründer des KIT Startup Valoon. Sie diskutieren, wie aus dem Forschungsprojekt Smart Design and Construction (SDAC) eine praxisnahe App für Bauleiter wurde, die eine einfache Lösung nutzt: WhatsApp im Bauwesen. Valoon verwandelt informelle Chats in strukturierte Daten für die Bau Projektmanagement Software.
Kapitelübersicht
00:00 – Das Akzeptanzproblem bei digitalen Lösungen am Bau
02:14 – Vorstellung Diego Cisterna und die Verbindung zum KIT Karlsruhe
04:50 – Die Gründungsgeschichte: Vom Fraunhofer ISST und KIT zu Valoon
09:12 – Datensilos und Medienbrüche in der Bauwirtschaft
16:04 – Der Hebel: Warum WhatsApp die ideale Dateneingabe ist
21:26 – Funktionsweise: Vom QR-Code zum digitalen Bautagesbericht
30:00 – Flexibilität durch den Bericht-Konfigurator
34:00 – KI im Bauwesen: Die Zukunft der Software-Schnittstellen
43:10 – Drei Praxistipps für den Einstieg in die Digitalisierung
48:04 – Fazit und Verabschiedung
Insights
Vom Forschungsprojekt zur Marktreife
Das KIT-Startup Valoon entstand aus dem Kontext des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und dem Projekt Smart Design and Construction (SDAC). Die Gründer beobachteten, dass KI-Modelle zwar Daten exzellent strukturieren können, die Mitarbeiter auf der Baustelle jedoch oft die Motivation verloren, komplexe Software zu bedienen . Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung einer Lösung, die dort ansetzt, wo die Kommunikation bereits stattfindet.
WhatsApp als Interface für Profis
Anstatt eine neue, komplizierte App einzuführen, nutzt Valoon WhatsApp als Eingabekanal. Bauarbeiter können Fotos, Sprachnachrichten oder Texte senden, die das System automatisch in einem Bautagesbericht digital zusammenfasst und in der Cloud speichert. Da 99 % der Mitarbeiter WhatsApp bereits nutzen, entfällt der Schulungsaufwand nahezu vollständig.
Die Rolle von KI und Automatisierung
Valoon nutzt KI im Bauwesen, um den Kreis zwischen Baustelle und Büro zu schließen. Zukünftig sollen über KI-gestützte Schnittstellen Daten direkt in ERP-Systeme oder die Lohnbuchhaltung fließen, ohne dass eine manuelle Programmierung nötig ist . Dies reduziert Verschwendung und erhöht die Transparenz für das Management.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind auf der Episoden Seite: https://www.klausreichert.de/projektmanagement-ki-im-bauwesen-mit-dem-kit-startup-valoon/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut und kreativer Business Coach für Innovation. Ich begleite Unternehmen auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Kapitelübersicht
00:00 – Das Akzeptanzproblem bei digitalen Lösungen am Bau
02:14 – Vorstellung Diego Cisterna und die Verbindung zum KIT Karlsruhe
04:50 – Die Gründungsgeschichte: Vom Fraunhofer ISST und KIT zu Valoon
09:12 – Datensilos und Medienbrüche in der Bauwirtschaft
16:04 – Der Hebel: Warum WhatsApp die ideale Dateneingabe ist
21:26 – Funktionsweise: Vom QR-Code zum digitalen Bautagesbericht
30:00 – Flexibilität durch den Bericht-Konfigurator
34:00 – KI im Bauwesen: Die Zukunft der Software-Schnittstellen
43:10 – Drei Praxistipps für den Einstieg in die Digitalisierung
48:04 – Fazit und Verabschiedung
Insights
Vom Forschungsprojekt zur Marktreife
Das KIT-Startup Valoon entstand aus dem Kontext des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und dem Projekt Smart Design and Construction (SDAC). Die Gründer beobachteten, dass KI-Modelle zwar Daten exzellent strukturieren können, die Mitarbeiter auf der Baustelle jedoch oft die Motivation verloren, komplexe Software zu bedienen . Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung einer Lösung, die dort ansetzt, wo die Kommunikation bereits stattfindet.
WhatsApp als Interface für Profis
Anstatt eine neue, komplizierte App einzuführen, nutzt Valoon WhatsApp als Eingabekanal. Bauarbeiter können Fotos, Sprachnachrichten oder Texte senden, die das System automatisch in einem Bautagesbericht digital zusammenfasst und in der Cloud speichert. Da 99 % der Mitarbeiter WhatsApp bereits nutzen, entfällt der Schulungsaufwand nahezu vollständig.
Die Rolle von KI und Automatisierung
Valoon nutzt KI im Bauwesen, um den Kreis zwischen Baustelle und Büro zu schließen. Zukünftig sollen über KI-gestützte Schnittstellen Daten direkt in ERP-Systeme oder die Lohnbuchhaltung fließen, ohne dass eine manuelle Programmierung nötig ist . Dies reduziert Verschwendung und erhöht die Transparenz für das Management.
Weitere Informationen, Links und die Möglichkeit mitzureden sind auf der Episoden Seite: https://www.klausreichert.de/projektmanagement-ki-im-bauwesen-mit-dem-kit-startup-valoon/
--
Im Smart Innovation Podcast gibt es umsetzungsorientierte und fokussierte Gespräche mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung im Kontext des Klimawandels.
Es geht um innovative agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie sowie den passenden Vorgehensweisen, Zukunft auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte & digitale Dienstleistungen. Episoden erscheinen dienstags. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcasts hören, bei Linkedin und per Newsletter. Alle Folgen mit Extras, Links, Kommentaren & Transkript sind hier: https://www.klausreichert.de/podcast/
Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin unabhängiger Berater mit Herzblut und kreativer Business Coach für Innovation. Ich begleite Unternehmen auf dem Weg von der Vision zu nachhaltigen Leistungen. Mein Standort ist Baden-Württemberg, zwischen Karlsruhe, Stuttgart und dem Bodensee.
Transkript
Diego Cisterna: Das Problem war, dass
wenn wir Lösungen vor Ort mit den
Mitarbeitern, die sind am Bau, getestet
haben, keine hat richtig gut funktioniert.
Obwohl die Lösungen waren auf dem Papier
sehr gut, die Ideen waren sehr gut.
In der Realität, die Mitarbeiter vor
Ort hatten wenig Motivation, diese
Lösungen zu nutzen, zu implementieren.
Und das war das größte Ergebnis von
diesem Forschungsprojekt und warum
wir danach Valoon entwickelt haben.
Klaus Reichert: Innovation entwerfen
und Zukunft einfach machen.
Hallo, Klaus Reichert hier.
Ich bin unabhängiger Berater, kreativer
Business Coach und erfahrener Experte
für Smart Innovation und Business Design.
Ich arbeite remote aus
Baden-Württemberg heraus.
Gemeinsam mit engagierten
Innovationsverantwortlichen und ihren
Teams mache ich Unternehmen innovativer.
Von Visionen, über frische Ideen
und agilen Innovationsmethoden hin
zur Innovationsstrategie, neuen
Geschäftsmodellen, nachhaltigen
Produkten und digitalen Services.
So entstehen innovative,
agile Organisationen mit
Vision, Dynamik und Energie.
Sowie den passenden Vorgehensweisen,
Neues auch enkeltauglich zu entwerfen
und Zukunft einfach zu machen.
Im Smart Innovation Podcast
spreche ich mit engagierten und
kreativen Menschen über Innovation,
Unternehmertum und Verantwortung,
gerade im Kontext des Klimawandels.
Bei unseren Live-Aufnahmen
zum Innovationspodcast können
Interessierte Fragen stellen.
So wird Innovation lebendig
und einfach umsetzbar.
Denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.
In dieser Episode des Smart
Innovation Podcasts haben wir
wieder ein Startup im Fokus.
Und ein Startup, das im Baubereich tätig
ist, das im Projektmanagementbereich
tätig ist, aber das vor allem an dieser
Schnittstelle zwischen Mensch und
Maschine, Mensch und Software, Mensch und
Plattform eben sitzt und über einen sehr,
sehr cleveren einfachen Zugang zu einem
sehr komplexen Thema, das echte Mehrwerte
schafft und mich auch beeindruckt hat,
wie ich zum ersten Mal davon gehört habe.
Ich bin heute im Gespräch mit
Diego Cisterna, er ist Mitgründer
und CEO von Valoon und ich bin
froh dass du heute mit dabei bist.
Hallo Diego!
Hallo Klaus.
Vielen Dank für die Einladung.
Klasse, dass du mit dabei bist.
Wir haben uns ja auf dem KIT Innovators
Homecoming kennengelernt und auch über
euer Startup sehr viel gesprochen.
Was ich verstanden habe, ihr
kommt da so aus diesem KIT-Umfeld.
Was ist eure Verbindung
zum KIT in Karlsruhe?
Diego Cisterna: Wir sind
entstanden aus dem Umfeld des
Karlsruher Instituts of Technology.
Gemeinsam mit dem Innovation-Ökosystem
in Karlsruhe, insbesondere mit dem
Cyberforum, dem KIT-Grunderschmiede.
Und konkret, wir waren ein
Forschungsprojekt vom KIT.
Dieses Forschungsprojekt hieß SDAC,
Smart Design and Construction.
Und dort als KIT waren Projektführer
von einem großen Konsortium.
Enstanden von Bauunternehmen oder
Unternehmen in der Bauwirtschaft
und Technologieunternehmen.
Und das Ziel von diesem Forschungsprojekt
war, künstliche Intelligenz
im Bauwesen zu implementieren.
Und so haben wir unsere
Mitgründer kennengelernt.
Klaus Reichert: Das magische Wort KI
oder AI ist jetzt gerade gefallen.
Das ist natürlich auch
toll, davon was zu hören.
Wir gehen natürlich jetzt gleich in
aller Ruhe auf Produkt, Unternehmen und
so weiter ein, aber ich finde es erstmal
toll zu wissen, dass ihr diese Grundlage
in dem KIT habt, dass ihr da sozusagen
aus einem größeren Projekt, aus einem
größeren Kontext herausgekommen seid.
Ihr habt da ein großes Netzwerk außenrum,
mit dem ihr da zusammenarbeitet und
ihr könnt natürlich auch Erkenntnisse
aufbauen, Forschungserkenntnisse
aufbauen, die anderen jetzt nicht
unbedingt so zugänglich sind und das
finde ich jetzt einfach schon eine
gute Grundlage für eure Tätigkeit.
Valoon, muss man sich darunter vorstellen,
wenn ich jetzt sage, Unternehmen,
ihr seid ja mehrere Gründer, bitte
erzähl doch davon noch ein bisschen.
Diego Cisterna: Also wir sind vier
Mitgründer, zwei von Karlsruhe, vom KIT
und zwei von Fraunhofer ISST Dortmund.
Wie gesagt, wir waren innerhalb
dieses Forschungsprojekts.
Karlsruhe hatte viel
Knowledge über Construction.
Wir waren am Institut TMB, Technologie
und Management im Baubetrieb.
Und die Kollegen von Dortmund
waren zum Teil Technologie.
Und tatsächlich dort steht
unsere CTO, Janis und Marvin, mit
Kenntnissen in Finanzen, in Strategie.
Und hier in Karlsruhe sind
Jan und ich Bauingenieure.
Und genau, wir sind sehr nah
an der Produktentwicklung, sehr
nah an den Kunden und Nutzern.
Und genau, so ist diese
Konstellation von Valoon.
Klaus Reichert: Was ich da auch
raushöre ist, ihr habt natürlich
auf der einen Seite einen
Business-Hintergrund, eine Business-Basis.
Ihr habt eine technologische
Basis die euch hilft, dann solche
Sachen zu realisieren dann auch.
Der Teil ist ja wichtig.
Aber ihr habt eben auch diese
Baubasis, diese Fachkenntnisse die man
braucht für das Bauprojektmanagement.
Diese Fachkenntnisse die man braucht, um
überhaupt Abläufe am Bau beschreiben zu
können, verstehen zu können, zu wissen,
wovon man da eigentlich auch spricht.
Das hat eine gute Basis finde ich.
Da kommen die richtigen Skills zusammen.
Diego Cisterna: Auf jeden Fall also,
und das war auch immer... ein Advantage,
ein Vorteil von unserer Gruppe im
Vergleich mit anderen Start-ups.
Zum Beispiel, dass alle Mitgründer
schon Arbeitserfahrung hatten.
Ja, wir haben zum Beispiel Jan und
ich in der Beratung gearbeitet, danach
Jan war Bauleiter lange Jahre, ich
war auch Produktmanager von einem
Software für Baustellen, also ein
Software basiert in Lean Management.
Ich musste immer diese Software
implementieren vor Ort bei Kunden und
dort habe ich auch viele Erfahrungen
in der Digitalisierung von dieser
Industrie, die sehr schwierig ist.
Klaus Reichert: Ich war
selbst auch mal Architekt.
Ich habe noch gute Erinnerungen an
viele Themen, mit denen man sich dann
tatsächlich auch beschäftigen musste.
Das ist ein sehr vielfältiger Job.
Der Baubereich ist einfach etwas,
was von allen Beteiligten sehr
viel abverlangt, muss ich sagen.
Das ist sehr, sehr spannend, aber das
ist gleichzeitig auch sehr schwierig,
weil wir müssen ja miteinander arbeiten.
So ein Gebäude zum Beispiel mit fünf
Stockwerken, das entsteht ja nicht
einfach so, sondern da gibt es viele,
viele Schritte, die auch gelebt
werden, die bekannt sind und so weiter.
Und das entsteht eben immer nur, weil
viele, viele zusammenarbeiten, um mehr
oder weniger von der ersten Idee, vom
ersten Konzept für das Gebäude, dann
bis zur Einweihung, dem Einzug und
eigentlich auch darüber hinaus, in
der Nutzung, in der Wartung, in dem
Lifecycle, theoretisch und jetzt gehen
wir natürlich weit über unser Thema
hinaus, bis natürlich zur Weiternutzung,
Umnutzung, Ausbau, Umbau, Erweiterung
und so weiter bis zum Abbruch kommen.
Wo es dann im Idealfall wieder ein neues
Gebäude oder eine neue Nutzung bekommen
kann, was man an Materialien wieder
gewinnen kann aus diesem großen Gebäude.
Also da ist natürlich ein
Bauprojektmanagement-Tool nicht Teil
des großen Systems, ich sage mal
Kreislaufwirtschaft am Bau, aber
es macht eben viel, viel möglich.
Das bringt Menschen zusammen.
Was war denn da so eure Beobachtung
die dann zu Valoon geführt hat?
Diego Cisterna: Tatsächlich, was du
gerade erwähnt hast, sind die Grundlagen
warum dieses Forschungsprojekt Smart
Design and Construction entstanden ist.
Die Bauwirtschaft ist sehr komplex,
die Bauprojekte sind sehr komplex.
Du hast es schon genannt, der Lifecycle
eines Projekts ist sehr lang, es hat
viele verschiedene Phasen und in jeder
Phase gibt es viele Stakeholders.
Es sind nicht nur Unternehmen, sondern
auch Kunde, Architekten, Lieferanten
etc. Und jede von diesen Stakeholders
produzieren Daten und kommunizieren,
sie müssen zusammenarbeiten.
Und genau dort besteht das Hauptproblem.
Diese Kommunikation befindet
sich über verschiedene Kanäle und
produziert verschiedene Datenformate.
Und das produziert am Ende eine Spalette
von Information.. Wenn ein Bauprojekt
durchgeführt ist, in jeder Phase muss die
Informationsinfrastruktur geändert werden.
Also die Teams, die das Projekt planen,
sind normalerweise nicht die gleichen
Teams, die danach ausführen oder bauen.
Und das Gleiche danach, wenn das Gebäude
fertig ist, sind nicht die gleichen
Personen, die das Produkt benutzen
oder warten als Facility Management.
Deswegen, es gibt einen Einbruch in jede
Phase, in jeden Wechsel, Phase zu Phase.
Und es gibt viele Datensilos.
Und das Ziel von diesem Forschungsprojekt
war, über KI ... ... diese
Datensilos zu reduzieren.
Und so über KI Daten strukturieren.
Und mit strukturierten Daten können wir
danach in einem zweiten Schritt KI-Modelle
anhand von KI, auch strukturierten
Daten, neue Modelle trainieren.
Das war das Ziel von
diesem Forschungsprojekt.
Was wir aber beobachtet
haben ist, KI schafft das.
Ja, wir konnten viele Daten strukturieren.
Wir konnten auch danach Prototypen,
also Lösungen entwickeln über KI.
Wir anhand von diesem großen Konsortium
von Bauunternehmen, wir hatten
viele Kontakte, ein großes Netzwerk
in dem wir danach die entwickelten
Lösungen testen konnten, vor Ort.
Und was wir überwacht haben, war,
dass KI sehr gut funktioniert für
Ingenieure und Architekten, die sind
gewohnt mit Software zu arbeiten.
Also dort war die Adoption
sehr hoch und der Mehrwert, der
generierte Mehrwert, auch sehr gut.
Das Problem war, dass wenn wir
Lösungen vor Ort mit den Mitarbeitern,
die sind am Bau, getestet haben,
keine hat richtig gut funktioniert.
Obwohl die Lösungen waren auf dem Papier
sehr gut, die Ideen waren sehr gut.
In der Realität, die Mitarbeiter vor
Ort hatten wenig Motivation, diese
Lösungen zu nutzen, zu implementieren.
Und das war das größte Ergebnis von
diesem Forschungsprojekt und warum
wir danach Valoon entwickelt haben.
Klaus Reichert: Wenn wir jetzt von
diesen Mitarbeitern vor Ort sprechen,
das ist ja eine bunte Mischung.
Da haben wir einerseits natürlich
die von dir schon erwähnten
Architekten, Ingenieurinnen,
Leute aus den Planungsbereichen,
allgemein auch von Bauunternehmen,
von Lieferanten, die irgendwelche
Bauteile schon fertig liefern.
Menschen, die, wie du schon gesagt hast,
eben auch eher am Computer zum Beispiel
sitzen, am Schreibtisch arbeiten und dann
vor Ort mal sind, um irgendwas dann mit zu
entscheiden, vielleicht auch kurzfristig
zu planen vor Ort und, und und.
Wir haben aber auch sehr viele
Menschen, die dann tatsächlich
sehr manuelle Arbeit leisten, deren
Werkzeuge eben nicht der Computer ist.
Da reden wir jetzt dann von
zum Beispiel Malerpinseln, von
Bohrmaschinen, von Kranen, von
irgendwelchen was weiß ich, Baggern.
Da gibt es so viel, was dann benutzt
wird, was das Hauptwerkzeug dieser
Menschen dann ist, Die haben auch
vielleicht noch ein Sprachthema.
Wir erleben das heute auf einer
Baustelle, dass es eine babylonische
Sprachvielfalt auch gibt.
Aber die haben alle als weiteres
Werkzeug dann eben noch das Smartphone
mit dabei, wie jeder von uns.
Jeder von uns hat das Smartphone
in der Hosentasche und das ist halt
zum Teil auch zu einem Werkzeug
für jeden Menschen am Bau geworden.
Diego Cisterna: Genau
das war der Potenzial.
Also dass diese Leute mit dem Handy
arbeiten oder nicht oder ohne Computer in
den daily work arbeiten, bedeutet nicht
dass die total undigitalisiert sind.
Wie du gesagt hast, Klaus, jeder
hat in der Tasche ein Smartphone.
Und tatsächlich, und das haben
wir auch beobachtet, sie benutzen
sehr oft und ich würde sagen den
Hauptkommunikationskanal mit den
Kollegen oder mit den Führungsebenen.
Also die Mitarbeiter vor Ort melden
Probleme über Smartphone, sie
senden Fotos, Videos über WhatsApp,
Sprachnachrichten oder schreiben, wenn sie
Materialien brauchen oder den Fortschritt
als Fotodokumentation zu senden.
Also es gibt viele Workflows, viele
Prozesse, die laufen über diesen
informellen Kommunikationskanal.
Und das ist halt das individuelle
Smartphone, das sowieso
jeder mit dabei hat und jede.
Da ist eine Kamera drin, da ist
eine Internetverbindung drin.
Da ist normalerweise alle
möglichen Apps drauf, ein Browser
zum Beispiel und, und, und.
Und das war so für mich eine, auch der
zentralen fast Beobachtung von euch,
dass ihr gemerkt habt, dass es da
das Smartphone gibt mit Standard-Apps
die eigentlich jeder heute benutzt.
Was habt ihr denn da noch gesehen,
was ist euch aufgefallen was wird denn
viel genutzt auf diesem Smartphone?
Genau es war hauptsächlich über
die Kommunikation WhatsApp.
Also WhatsApp, es war das Tool, das 99%
der Mitarbeiter vor Ort benutzt haben,
um mit den Bauleitern zu kommunizieren.
Und deswegen wir haben das überwacht,
wir haben trotzdem gesagt, ey, schau mal,
wir bringen dich hier ein Prototyp von
KI funktioniert in deinem Smartphone.
Du hast ein Smartphone bitte test es das.
Aber sie hatten keine
Motivation um das zu machen.
Deswegen, als wir das auch gleichzeitig
gewartet haben, dass sie trotzdem
Informationen liefern müssten und sie
haben den einfachsten Weg benutzt,
in diesem Fall WhatsApp, wir dachten,
okay vielleicht das ist der Weg.
Ich komme aus Chile.
Dort in Latinamerika, WhatsApp
ist auch sehr verbreitet.
Zum Beispiel Brasil ist eine
der Länder mit den meisten
WhatsApp-Nutzern der Welt nach Indien.
Und in Chile, in meinem
Heimatland, gibt es auch viele
Unternehmen, die WhatsApp benutzen.
Über die offizielle Business-API von Meta,
um Workflows mit den Kunden zu etablieren.
Am meisten in dem B2C-Bereich.
Zum Beispiel Fluggesellschaft LATAM.
Man kann über WhatsApp ein
Check-in von einem Flug machen.
In Retail man kann zum Beispiel in
dem Kaufhof etwas bestellen und danach
die... wenn Benachrichtungen über diese
Bestellung bekommst du über WhatsApp.
Du möchtest die Bestellung stornieren,
kannst du das über WhatsApp machen.
Wir haben das überwacht und wir
dachten, okay, es gibt Infrastruktur,
die diese Kommunikation formalisiert.
Ja, mit der offiziellen WhatsApp-API,
datenschutzkonform und auch strukturiert.
Und es gibt auf der anderen Seite eine
sehr breite Nutzung von diesem Tool.
Und so haben wir Valoon entwickelt.
Valoon benutzt WhatsApp als Dateneingabe
für ein Projektmanagement-Software.
Klaus Reichert: Jeder Mensch an
dieser Baustelle, wo das Ganze dann
im Einsatz ist, könnte man fast schon
so sagen, nutzt sowieso WhatsApp.
Das weiß jeder und jede,
wie es funktioniert.
Das hat man so eingestellt,
dass es für einen passt.
Die Sprache, die man selbst hat,
ist da quasi auch schon eingestellt.
Ich muss keine neue Software
lernen in dem Sinne.
Ich weiß, wie es das geht
mit dem Kommunizieren.
Ich weiß, wie ich ein Foto schicke
zum Beispiel, das ich mit der
Kamera am Smartphone gemacht habe.
Ich weiß auch, dass es da einen
Button gibt, wo ich mal Ja, Nein
oder irgendwas bestätigen muss.
Also den Teil sozusagen, den
Grundteil, die Schulung für den
ersten Start, der ist einfach.
Da kann man einen Haken dran machen.
Das wissen die Leute sowieso schon.
Das haben sie auf ihrem Gerät mit drauf.
Sie wissen, wie man damit umgehen muss.
Und man weiß, man ist es gewohnt
zum Beispiel, dass man auch Gruppen
hat oder solche Dinge die es
in WhatsApp ja auch schon gibt.
Diego Cisterna: Genau, sie kennen schon
die UI, also sie brauchen keine Schulung.
Klaus Reichert: Ja, es gibt keine
Angst auch vor was Neuem, weil es ist
ja in Anführungszeichen nur WhatsApp,
mit dem man es dann zu tun hat.
Diego Cisterna: Genau, und
es ist auch Plug and Play.
Sie müssen keine neue App runterladen.
Sie müssen nicht sein Passwort
von Play Store kennen.
Sie haben das schon im Handy.
Sie müssen nur ein QR-Code scannen, vom
Projekt, und sie melden in zwei Minuten.
Sie können direkt loslegen.
Klaus Reichert: Und dann
geht alles über WhatsApp.
Und wir wissen ja, mit WhatsApp kann
man natürlich Texte austauschen,
Bilder austauschen, Emojis
austauschen, Videos austauschen.
Man kann in dem Sinne Daten erfassen,
man kann auch drauf sprechen
und aufnehmen und das sozusagen
die Sprachnachricht übermitteln,
die Videonachricht und, und und.
Also das ist ja bekannt,
was da alles geht.
Und das nutzt ihr jetzt
auch zu eurem Vorteil.
Also diese Einfachheit nach vorne raus,
die die Menschen, die mittlerweile
fast schon ein bisschen komplex
geworden ist, aber die die Menschen
eben gewohnt sind aus aller anderen
Kommunikation im Verein, mit der
Familie, mit Freunden und, und, und.
Kollegen und Kolleginnen, das ist
also sozusagen einfach schon gewohnt.
Diese Einfachheit die nutzt ihr
nach vorne raus, aber ihr habt dann
etwas, was nach hinten raus natürlich
sehr viel aufwendiger ist und eben
nicht ganz so einfach natürlich
ist, einfach zu nutzen wiederum.
Aber was passiert denn dann, wenn
ich das so nutze erstmal im Ablauf?
Wie funktioniert das zum Beispiel,
wenn ich jetzt da als Maler
unterwegs bin auf der Baustelle
und Valoon dann zum Beispiel nutze?
Hast du uns ein Beispiel?
Diego Cisterna: Es ist
sehr visuell in Valoon.
Also Valoon besteht
aus diesen zwei Welten.
Der Welt in der Web-App für den
Bauleiter oder den Projektleiter.
In dem er bekommt die
strukturierte Information.
Ist eine Webseite, die Daten
sind in der Cloud gespeichert.
Und in diesem Interface,
er kann Projekte stellen.
Pro Projekt dann, er kann
ein QR-Code generieren.
Er zeigt diese QR-Code an den Mitarbeiter.
Und die Mitarbeiter werden
automatisch in den Chatbot-Nummer
von Valoon weitergeleitet.
Der Chatbot fragt hey, wie heißt du?
Was ist der Name von deinem Unternehmen?
Und in welcher Sprache müsstest
du mit mir interagieren?
Das ist auch ganz wichtig, weil du
auch gesagt hast, Klaus, also im
Baustellen ist eine Babel Tower.
Also es gibt viele
internationale Mitarbeiter.
Und so erlauben wir, dass die
Mitarbeiter können auch in
seiner eigenen Muttersprache
mit dem Chatbot interagieren.
Danach wenn der Mitarbeiter
diese Information eingegeben hat,
startet der Chatbot ein Menü.
Und in diesem Menü kann der Mitarbeiter
verschiedene Workflows triggern.
Workflows sind Prozesse.
Zum Beispiel Fotodokumentation.
Zum Beispiel Berichte erstellen.
Also es ist möglich auch innerhalb
WhatsApp einen Bericht zu
öffnen mit Feldern, in denen der
Mitarbeiter zum Beispiel einen
Bautagesbericht erstellen kann.
Er kann sogar unterschreiben.
Alles in einem sehr einfachen und
intuitiven Interface in WhatsApp.
Er sendet dann diese Information
und landet danach in der
Web-App von dem Bauleiter.
Weitere Workflows sind aus Zeit- und
Leistungserfassung, Dokumente scannen,
also mit der Kamera von WhatsApp.
Und das System transformiert die
Fotos automatisch in PDFs und
werden in der richtigen Ordner
automatisch gespeichert und so weiter.
Also viele Prozesse die sind tägliche
Aufgaben von Baustellen, kann
man... ...sehr schnell und einfach
über WhatsApp abgewickelt werden.
Klaus Reichert: Was ich verstehe
ist, Ihr kennt natürlich Prozesse
von der Baustelle, Basisprozesse.
Da gibt es ein paar, die
sind einfach immer gleich.
Es gibt dann sicher auch noch sehr
gewerkespezifische Sachen oder auch
abhängig von der Bauaufgabe natürlich.
Das kann man ja dann
zusätzlich alles anlegen.
Aber es sind so ein paar ganz einfache
Sachen, die man eben braucht, wie zum
Beispiel das Bautagebuch, die Möglichkeit
dann irgendwie Zeiten zu erfassen,
Mehrleistungen oder, oder, oder.
Und das kann man dann eben
über Valoon in der Sprache des
Mitarbeiters nach außen machen.
Nach innen wird es quasi wieder
standardisiert, zusammengefasst
und in dem Sinne auch verarbeitet,
sodass man auch als Bauleiter, als
Bauleiterin damit was anfangen kann.
Und Ja, arbeiten kann, das Projekt
Baustelle managen kann, die Daten eben
hat und auch schnell mal nachfragen kann
zum Beispiel oder auch eine Bestätigung
per Knopfdruck quasi von dem jeweiligen
Baustellenmitarbeiter dann auch bekommen.
Also es wird alles sehr viel
leichter, was nicht die normale
Kommunikation zwischen Menschen ersetzt.
Aber es macht quasi vieles schon
mal ganz klar und deutlich und
nimmt auch Fehlerpotenzial raus.
Diego Cisterna: Genau.
Es erlaubt auch danach
die weitere Kommunikation.
Es gibt auch eine von diesen
Workflows, die sind die Meldungen.
Eine Meldung erstellt dann ein
Ticket in dem System vom Bauleiter
und der Bauleiter kann danach diese
Tickets als eine Aufgabe betrachten.
Und jeder Ticket hat
auch ein eigenes Chat.
Und das erlaubt, dass die Mitarbeiter
vor Ort können über diesen Chat mit
den Personen im Büro kommunizieren
und diese Aufgabe koordinieren.
Stellt ihr vor, der Mitarbeiter
vor Ort braucht Materialien.
Er erstellt dann ein Ticket,
er schreibt, ich brauche
Materialien für diesen Standort.
In dieser Menge, der
Bauleiter bekommt das.
In Valoon kann er diese Tickets an
die richtige Person zuständig für
die Materialien, der Lagerist zum
Beispiel, weiterleiten und danach
innerhalb eines Tickets kommunizieren
diese drei Personen, Bauleiter,
Mitarbeiter vor Ort und der Lagerist.
So der gesamte Prozess ist danach
gekapselt in Ticket und ist nicht
mehr in eine chaotische Chat in einer
Gruppe, wo 15 Personen gleichzeitig über
verschiedene Themen sprechen, sondern
hier jedes Thema hat ein eigenes Chat.
Und ohne immer eine neue Gruppe
zu erstellen, sondern es wird
über diese Chatbots gemanagt.
Chatbot sendet die Notifications an die
richtigen Personen und nicht an alle.
Es ist wie ein Proxy, wie ein
Assistent zwischen den Mitarbeitern
vor Ort und den Mitarbeitern im Büro.
Klaus Reichert: Und wenn ich es brauche,
nehme ich noch einen weiteren dazu.
In so einem Fall, in deinem
Beispiel, könnte es zum Beispiel
ein LKW-Fahrer sein, der noch dazu
kommt, die Spedition, wie auch immer.
Weil man muss es jetzt noch transportieren
oder irgendwie was vorrichten, was
biegen, was lackieren oder irgendwie
sowas eben noch dazu machen.
Außerdem vielleicht jemand aus der
Buchhaltung, der oder die das dann
erfasst und gleich irgendwie die
Rechnung dazu schreibt oder so.
Also da gibt es einfach viele
Szenarien, die man sich vorstellen
kann und auch Workflows, die man
dann mit der Zeit dranbinden kann.
Was du gerade sagst ist, ich
sage mal, in Anführungszeichen
eigentlich ganz selbstverständlich.
Man hat Aufgaben die man irgendwie
definiert oder definiert hat für
ein Projekt und kommuniziert dann
über die Aufgabe, anhand der Aufgabe
in dem Aufgabenkontext zwischen
den Menschen, die von der Aufgabe
betroffen sind oder daran arbeiten.
Das ist ja eigentlich nichts
Neues, aber das Spannende daran
ist oder das Unspannende ist,
dass es viele gar nicht so machen.
Also selbst bei diesen Büroaufgaben,
wo viele auch sagen, ja, wir sind
schon digitalisiert und so weiter.
Dann frage ich dann nach, dann frage ich
dann, habt ihr so ein Projekt-Tool für
eure Aufgaben und so weiter und so weiter.
Und da kommt nichts.
Das ist dann schon, also das finde
ich teilweise überdramatisch.
Deswegen gefällt es mir auch so gut
dass ihr das in einen Bereich einführt,
wo das bisher gar nicht so üblich war.
Wo man aber natürlich in dem
Sinne zum Beispiel Absprachen
hat, die Bautagebücher ja auch
wichtig sind für die Dokumentation.
Es hat dann auch rechtliche
Gründe, warum man sowas braucht.
Zusagen für Termine und sowas die
sind auch sehr, sehr wichtig und
auch rechtlich wichtig natürlich.
Und dass ihr das, was sonst
immer so komplex ist und so viel
Abstimmung braucht, wie du schon
sagst, mit Gruppen, mit Telefonaten,
mit vielleicht noch E-Mails.
Ich würde mal sagen, manche Leute
haben auch Fax noch im Einsatz,
wo es dann eben an einem Punkt
schön sauber zusammengeführt wird.
Man muss ja auch dazu sagen, man
kann WhatsApp, wenn man jetzt zum
Beispiel im Büro ist, auch über
den Rechner tatsächlich nutzen.
Da muss man also nicht immer
nur am Smartphone arbeiten.
Also das kommt natürlich
dem auch nochmal entgegen.
Also das heißt, es werden immer
alle informiert, die es dann
wissen müssen in dem Kontext.
Man kann natürlich noch weitere
einbinden, wenn man wollte.
Aber das ist jetzt für Aufgabe, für
Aufgabe, für Aufgabe so, dass man
dann natürlich immer wieder auch
andere Beteiligte hat, die dann
halt mit dabei sind und die sich
dann über Valoon, über WhatsApp dann
eben untereinander abstimmen können.
Welche weiteren Funktionen können
wir uns denn dann noch vorstellen?
Diego Cisterna: Eine sehr wichtige
Funktion, die viele von unseren Nutzer
nutzen ist der Bericht Konfigurator.
Also jedes Unternehmen, jeder
Kunde hat andere Berichte.
Also in der Art von
Berichte gibt es Clusters.
Es gibt Bautage Berichte, es gibt
Checklisten, Materialbestellungen etc.
Aber jedes Unternehmen hat immer seine
eigenen Anforderungen, eigene Bedürfnisse
und deswegen kann man nicht einfach eine
standardisierte Lösung für alle anbieten.
Wir haben das auch gemerkt und wir
haben einen Konfigurator erstellt,
in dem die Nutzer im Büro können
mit drag and drop Berichte stellen.
Zum Beispiel hier brauche
ich ein Datenfeld für Beta.
Sie verschieben das auf der
Seite und danach werden die
Beta-Daten automatisch eingefügt.
Danach braucht er eine Tabelle,
vielleicht mit den Materiallisten.
Er definiert die Spalten
von dieser Tabelle.
Was sind die Datenfelder von der Tabelle?
Ob es ein Text ist oder ein Zahlwert ist
oder ein Dropdown mit Optionen etc. So
kann jeder Nutzer, jedes Unternehmen bei
Valoon seine eigenen Layouts erstellen.
Und das Beste ist, danach transformieren
wir diese Layouts in eine sehr
einfache Liste von Feldern in WhatsApp.
Indem danach die Mitarbeiter können
diese Berichte schnell ausfüllen,
ausfüllen So, sie müssen nicht in ein
Papier PDF, alles sehr klein reinzoomen
und schreiben, sondern es ist wie
ein Formular in WhatsApp, die fragt
immer über die verschiedenen Felder.
Der Mitarbeiter muss einfach
weiterklicken, er füllt Informationen
aus und danach weiter, weiter,
unterschreibt und fertig.
Und das ist sehr beliebt.
Klaus Reichert: So einfach.
Mit dem Gerät, das ich eh schon
habe, wo ich meine Hülle habe,
die hat dann mein VFB irgendwas,
FC irgendwas Aufkleber drauf.
Das nehme ich sowieso
schon gerne in die Hand.
Und WhatsApp habe ich
auch immer in der Nutzung.
Und dann muss ich nur ein paar Sachen
eintragen, die ich eh schon weiß oder
halt schnell nachmesse oder, oder, oder.
Und es ist quasi im jeweiligen Bericht,
den man braucht für die Baustelle, für
das Bauunternehmen, für was immer auch,
den Bauträger dann ist es eben schon drin.
Das hört sich so einfach an,
aber es ist ungeheuer aufwendig
natürlich, das hinzubekommen.
Und gerade die einfachen Sachen sind
eben immer die guten Sachen, aber
die sind aufwendig zu erreichen.
Also deswegen vielen Dank,
dass ihr sowas gemacht habt.
Ich habe jetzt nicht riesen
recherchiert, inwieweit es da noch
andere gibt, die sowas machen, aber
dass ihr das macht, das fand ich jetzt
schon mal wirklich außergewöhnlich.
Das ist toll.
Digitalisierung am Bau auf eine
unwahrscheinlich einfache Art und
Weise die sehr, sehr gut passt.
Wir haben jetzt schon einiges gehört
über die Art und Weise, wie ihr das
Bauprojektmanagement, die Digitalisierung
am Bau, ich sage es mal ganz großartig,
dann löst zu den Mitarbeitern hin, zu den
am Bauprojekt Beteiligten hin natürlich.
Und wir haben gehört, wie schlau
ihr dann eben WhatsApp einsetzt,
wie viele Workflows und in
gewisser Weise Automatisierung
da jetzt hinten dran hängen.
Da gibt es noch weitere Themen, die
wir jetzt aber nicht ansprechen.
Da verlinken wir einfach auch die
Webseite, wo man sich das angucken kann.
Was man in dem Zusammenhang natürlich
ansprechen muss, ist, wie geht es
denn jetzt weiter bei euch und welche
Rolle spielt dann KAI/AI für Valoon?
Diego Cisterna: Das stimmt, wir haben am
Anfang über dieses KI-Forschungsprojekt
gesprochen, aber am Ende, im Moment, ich
habe nichts über KI in Valoon erzählt.
Und das hatte einen Grund.
Wir sind jetzt auf der zweiten
Finanzierungsrunde von Valoon.
In der ersten Finanzierungsrunde
haben wir uns bewusst konzentriert
auf diesen ersten Schritt.
Alles, was ich bisher erzählt habe, ist
bezüglich der effektiven Datenerfassung.
Das fehlt in vielen Software.
Viele Software scheitern nicht,
weil die Softwaren schlecht sind.
Es ist nur, weil die Nutzer
die Software nicht nutzen.
Das haben wir mit Valoon gelöst.
Wir erfassen effektiv die Daten
von den Mitarbeitern vor Ort in ein
zentralisiertes, strukturiertes System.
Und jetzt mit dieser zweiten
Finanzierungsrunde, wir
gehen in den nächsten Step.
Wir haben jetzt strukturierte Daten.
Wir sind bewusst auch, dass es viele
Software gibt, die viel spezialisierter
in verschiedenen Aufgaben als Valoon sind.
Wir konnten nicht erwarten, dass wir
die beste Software für alles werden.
Sondern wir wissen, dass Unternehmen und
vor allem große Unternehmen spezialisierte
Daten für Payroll, spezialisierte
Software für Lagerverwaltung,
SAP, ERP-Systeme etc. nutzen.
Und deswegen jetzt über KI
Klaus Reichert: Dank.
Diego Cisterna: strukturieren wir die
Daten und erstellen die Schnittstelle
zum anderen Software, sehr einfach.
Die Schnittstellen zwischen Software
existierten schon seit langem über APIs.
Aber man braucht immer einen
IT-ler, der diese API, diese
Kommunikation vorbereitet, damit
diese Kommunikation funktioniert.
Jetzt über KI, wir könnten
diese Schnittstelle anhand
von Prompts schnell machen.
Und das ist der nächste
Schritt für Valoon.
Wir werden nicht nur ein Datensilo,
die Information sammelt, in dem
die Mitarbeiter im Büro arbeiten
können, aber In einer geschlossenen
Umgebung, das nicht mehr.
Jetzt, wir öffnen das, wir leiten die
Daten an weitere Software weiter, damit
die Mitarbeiter nicht nur in Valoon
arbeiten, sondern ein komplettes Workflow
von der Baustelle zum Payroll-System.
Von der Baustelle zum ERP-System.
Ohne komplizierte Einstellungen
oder Programmierung auf Band.
Alles über KI.
Klaus Reichert: Was ich jetzt da
raus höre ist, ihr habt ein großes
Problem gelöst, das als Beobachtung
aus eurem Forschungsprojekt
eben auch mit entstanden ist.
Eben die Eingabe, die Kommunikation.
Ich habe schon die Möglichkeit für
Automatisierung da auch gelassen
gemacht, dass man tatsächlich auch damit
arbeiten kann, ohne dass man weitere
Produkte, Software oder sowas dazu macht.
Also das heißt, ich kann eine Baustelle,
kleine, große, kann ich damit steuern,
da kann ich was mit anfangen, ohne
dass ich was weiteres brauche.
Jetzt kommt das Thema KI dazu, wo
natürlich noch viel mehr in dem
Sinne ausgewertet wird, mit den
Daten noch gemacht werden kann.
Aber vor allem auch die Brücke zu,
ich sage es mal ganz einfach, zu fast
beliebigen anderen Bausoftwares, die
es gibt oder Projektmanagement-Tools
oder, oder, oder, die dann unter
Umständen schon im Einsatz sind
bei den jeweiligen Unternehmen,
Bauträgern und so weiter, dann eben
angebunden werden, sodass die Daten
quasi automatisch eingetragen werden.
Also wenn der Mitarbeiter auf der
Baustelle sagt, Mensch, ich habe so
und so viele Stunden dafür gebraucht
oder Extrastunden und so und so viele
Materialien oder sowas, dann landet es,
nachdem ihr das sozusagen bereitgestellt
habt, in der Software für die Abrechnung,
dass die Rechnung geschrieben werden kann.
In der Software für die Lagerhaltung.
In der Software für die Nachbestellung
der Teile die man gebraucht hat.
In der Software, die vielleicht
auch eine Klimabilanz erstellt
für das Gebäude und und und.
Also da kann man im Grunde
sehr sehr kreativ sein und kann
sehr viel dann anschließen.
Diego Cisterna: Genau, und so
schließen wir den Kreis, also von
den Daten, die sind vor Ort erfasst,
mit der Nutzung von diesen Daten,
mit den Statistiken von diesen Daten.
Also über Statistiken kann man auch
Verbesserungspotenziale identifizieren.
Also strukturierte Daten erlauben eine
höhere Transparenz für das Management.
Und mit Transparenz kann man so
Verschwendung identifizieren.
Klaus Reichert: Und gerade wenn ich
jetzt zum Beispiel Bauträger bin, ein
Unternehmen, das eben dafür sorgt, dass
es gegenüber einem Auftraggeber einen
Ansprechpartner gibt, eine Rechnung.
Jemand, der das Chaos an der Baustelle
sozusagen dann beherrscht und die
Komplexität für denjenigen, der die Halle,
das Gebäude und sowas eben beauftragt und
auch später nutzt zum Beispiel, bezahlt.
Wenn man ein Generalunternehmer ist,
dann hat man genau all diese Punkte,
die du angesprochen hast, all diese
Probleme, aber vor allem dann auch den
Vorteil, dass man spätestens ab dem
dritten Projekt im Grunde schon dazulernen
kann aus dem, was er hier generiert.
Und dann sich für jedes
Projekt verbessern kann.
Da gehören vielleicht auch mal
irgendwann zum Beispiel Kennzahlen
dazu oder Planzahlen, mit denen
man dann sehr viel präziser eben
auch kalkulieren kann und und und.
Also das ist im Grunde relativ endlos,
was da dann am Ende noch möglich
ist, gerade auch, wenn man AI über
die Jahre, über die Zeit hinweg
sehr viel intelligenter einsetzt.
Diego Cisterna: Und wir sehen diese
Nutzung von Daten in anderen Industrien.
Es ist sehr schade, dass die Bauwirtschaft
immer noch nicht den Mehrwert von
diesen Data Science wertschöpfen kann.
Und das liegt daran, dass die Industrie
sehr niedrig digitalisiert ist.
Und wir haben schon lange
gesprochen, einer der Gründe, warum
sie so niedrig digitalisiert ist.
Klaus Reichert: Ja, ich meine da
kann man jetzt wahrscheinlich eine
ganz eigene Episode draus machen.
Das machen wir jetzt besser nicht.
Aber ihr habt eben eine sehr
valide Beobachtung gemacht.
Ihr habt eben Forschungsbereich diese
Beobachtung gemacht und ihr habt dann eben
darauf aufgebaut eine Ausgründung aus dem
KIT, aus dem Fraunhofer dann gemacht und
löst das Problem jetzt gerade auf eine
sehr elegante Art und Weise, finde ich.
Da bin ich sehr froh drum.
Wir haben schon ein bisschen darüber
gesprochen, wie es weitergeht.
Also KI, AI, Schnittstellen sind
ein Riesenthema, um dieses Thema
Automatisierung und Workflows
und Prozesse und sowas eben
möglichst zu automatisieren.
Du hast schon über Investment gesprochen.
Klar, die nächste Runde die
zweite Runde ist gerade am Laufen.
Gibt es da noch einen weiteren Bedarf.
Diego Cisterna: Im Moment, wir haben
schon diese zweite Investitionsrunde
geclosed, deswegen sind wir jetzt mit
neuem Team, auch mehr Leute im Team, mehr
Unterstützung, Spezialisten und ja, wir
sind froh auf diesen nächsten Schritt.
Es gibt viele Herausforderungen.
Aber wir haben viel Energie und
Motivation, das Ziel zu erreichen.
Also wir sind sicher, dass KI,
und wir sehen jede Woche wie KI
andere Industrien revolutioniert.
Wir sind auch sicher, dass das auch der
Fall sein kann für die Bauwirtschaft.
Klaus Reichert: Ja, würde ich
vollkommen unterschreiben.
Auch wenn man nicht sofort schon
alles weiß, dafür arbeitet man ja
dann an den Themen und findet mit der
Zeit die passenden Fragestellungen,
aber natürlich vor allem auch
irgendwann die passenden Lösungen.
Diego, du weißt ja, für den Podcast ist es
wichtig, vom Zuhören ins Machen zu kommen.
Jetzt habt ihr ja schon... Kunden,
die ihr betreut, die Valoon
nutzen für ihre Baustellen.
Was sind denn so drei Tipps für den
Einsatz von Valoon oder vielleicht für
den Start, wenn jetzt zum Beispiel eine
Baufirma kommt, ein Handwerksbetrieb,
der sagt, wir wollen es einsetzen.
Was müssen die vielleicht am
Anfang beachten, damit es möglichst
unkompliziert ist, damit loszulegen?
Diego Cisterna: Man muss zuerst
überwachen, wie sie gerade
mit dem Team kommunizieren.
Und anhand dieses
Ist-Zustands man das identifizieren
in der Kommunikation.
Und darauf kann man auch
Prozesse definieren.
Mit diesen Prozessen kann man danach sehr
schnell einen Use-Case in Valoon aufbauen.
Also wenn es immer einen
Fotodokumentationsprozess gibt, der
immer jede Woche oder jeden Tag so
passiert, wenn man diese Schritte
identifiziert und die Regelungen
für diesen Prozess, danach kann man
das schnell im Valoon replizieren.
Und natürlich, auch wenn
man Valoon adoptiert.
Für die Mitarbeiter es ist sehr einfach
und intuitiv im WhatsApp, aber es
ist immer sehr wertvoll, dass die
Mitarbeiter auch die Big Pictures sehen.
Weil im WhatsApp, sie sehen
nur die Spitze des Eisbergs und
nicht den gesamten Mehrwert.
Es ist immer ein Best Practice und
wir sagen immer an unsere Kunden,
die Bauleiter, die Valoon nutzen,
dass wenn sie Mitarbeiter vor Ort
ins System einladen, dass sie auch
den gesamten Prozess zeigen sollten.
Zumindest einmal, so die Mitarbeiter
vor Ort sehen das Big Picture und
verstehen, warum sollten sie über
diesen Kanal die Information liefern.
Und sehen direkt auch den
Mehrwert, auch für sich selbst.
Weil über eine bessere Kommunikation
man vermeidet auch Konflikte oder
Missverständnisse in Zukunft.
Klaus Reichert: Das ist ein guter Punkt.
Es wird häufig übersehen, dass man
glaubt, dass viele Menschen zum Beispiel
die Zusammenhänge gar nicht verstehen
oder auch gar nicht verstehen wollen.
Und dabei dann im Grunde die Intelligenz
der Beteiligten unterschätzt und auch
deren Input gar nicht möglich macht.
Ja, beziehungsweise vielleicht
entweder auch davon ausgeht,
dass das Input nicht valide ist.
Beziehungsweise aber im Grunde gar
nicht dazu einlädt, dass man Input eben
liefert und Beobachtungen und so weiter.
Und da verschenkt man einfach
ungeheuer viel Potenzial.
Gleichzeitig ist es wichtig zu
sehen, dass man auf einer Baustelle
natürlich dann viele Menschen hat, die
da zum Beispiel täglich ihre Fotos,
ihre Berichte, ihre Abmessungen,
die Zeiten und sowas eben liefern.
Und dass das zu einem großen Bild
führt, was dann natürlich hilft,
auch zum Beispiel schneller fertig
zu werden, weniger Fehler zu
machen, schneller Bauteile an die
Baustelle zu bekommen und, und und.
Und ich glaube, das schätzt jeder
Mensch, der seinen Beruf ernst
nimmt, solche Informationen zu
haben und sowas vielleicht dann
auch direkt in WhatsApp über Valoon
zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Also das kann ja in mehrere
Richtungen auch gehen und dann werden
plötzlich alle zum Mitdenken oder
zum Mehrmitdenken auch animiert.
Also das ist sicher
auch ein wichtiger Teil.
In den Shownotes werden wir
Links unterbringen zu euch.
Wir schauen, dass das dann
gut verständlich ist, was wir
gerade auch angesprochen haben.
Also ich will sagen, da gibt es Mehrwerte,
die das Ganze dann, unser Gespräch
jetzt auch hier deutlicher machen.
Und ich bin schon sehr gespannt, wo
das bei euch hinführt, was ihr jetzt
auch mit den Schnittstellen mit der KI
eben jetzt noch weiter dazu ausbaut.
Ich bin froh dass ihr diesen harten
ersten Teil mit der Kommunikation und
den Prozessen, Automatisierung und der
Steuerung und sowas eben geschafft habt.
Und damit eine Grundlage für ein
ordentliches Bauprojektmanagement
eben geschaffen habt.
Also vielen Dank, weiterhin viel
Erfolg und ich bin auch schon
gespannt, wie es dann weitergeht.
Danke, dass du heute mit dabei warst
Diego Cisterna: Vielen Dank, Klaus.
Klaus Reichert: Das war der
Smart Innovation Podcast.
Wir führen diese Gespräche um engagierten
Menschen, die etwas bewegen wollen, eine
pragmatische Hilfe zu den Themen zu geben.
Wenn Sie etwas aus dem Gespräch mitnehmen,
dann abonnieren und bewerten Sie bitte
die Show bei Ihrer Podcast-Plattform.
Für alle, die weiter im Thema bleiben
wollen, Extras zur Episode, ein
Transkript und die Möglichkeit für
Kommentare sind in den Shownotes verlinkt.
Der Smart Innovation Podcast wird
unabhängig produziert von mir, Klaus
Reichert, im Südwesten Deutschlands.
Vielen Dank fürs Zuhören und
denken Sie daran, es gibt kein
Ende von Innovation, nur Starts.